Dienstag, 17. August 2010

Goldmund, Rosenrot und

...die Märchen-Onkelz


Das war einmal: Ich sehe was, was du nicht siehst. Ein Auge trübt. Den Schmerz verzehrter Linse. Gerichtet auf dich. Sieh die Wunde. Blutet. Mit offenem Mund. Keinen Verband braucht ein Bild. Und falsch sein, ist richtig. Goldig. Aber nicht schlecht. Schlechterdings kann dies Wort nicht sein. Hier wie dort. Geht´s über Stock und Stein. Bilden wir uns. Von den Dingen. Leben gespenstisch geborgen. Trifft uns kein Stich. In den Seiten. Noch lachten sie nicht. Nur in den Geschichten. 

So lebten sie hin. Fort unter den Tischen war es. Als spielten wir: Mama, Papa, Kind. Ein Röschen, rot. Könnte und möchte und wäre wie dort? Unter Tage bin ich taub. In den Nächten reift das Gift durch die Poren. Sanft stirbt Unschuld vergebens. Geborgtes Verhängnis mit überzogener Leihfrist. Einer Tragödie jäher Fall. Automat schreibt. Nur bildlich gesprochen. Haltet euch fern. Rächt nicht den erlogenen Tod. 

Wirksamkeit gegen Stand.

Kommentare:

  1. Liebe Melusine,

    wer sitzt hier so nachdenklich beisammen, auf dem Sockel der Geschicht(en)schreibung: Goethe und Schiller? In Weimar?

    Sie haben ein unglaublich Wort- und Geschichten reiches Blog! Faszinierend! Demzufolge gehören Sie sicherlich zu den, erlauben Sie mir den Vergleich, der mir beim Gedanken an die Einwohner in einer realen Kleinstadt dazu einfällt, "Alt-Eingesessenen"? Kann man das auch so sagen, hier in der (literarischen) Web-Welt!?

    Herzlich
    Teresa

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  2. Liebe Teresa,

    es sind - ausnahmsweise mal - diese hier nicht die Weimarer, sondern jene beiden Märchen-Brüder, nach denen das Zentrum benannt ist, in dem Aléa Toriks Märchen spielt. :)

    "Alt-Eingesessen" - ich weiß nicht, ob das trifft. In der Web 2.0-Welt bewege ich mich genau seit Juli 2009, da nämlich habe ich mir ein eigenes MacBook angeschafft. Und erst seither bin ich "Internet-mobil". Ein Blog habe ich seit Anfang Februar 2010 (Melusine featuring Armgard). "Alt" ist das nicht. Ich bin es schon: 45 Jahre. Mittel-Alt. Halt. Ich las, dass Sie sich wehren als "junge Autorin" gegen "den alten Grass". Tun Sie das! Alter ist kein Verdienst. (Und der Grass - trotz mancher Verdienste - hätte auch sonst schon manches Mal besser geschwiegen!)

    Herzliche Grüße
    Melusine

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  3. Liebe Melusine,

    Sie spannen mich mit dem Brüderpaar regelrecht auf die "Folter": Mir fallen da nur die Brüder Grimm ein! Ich wusste gar nicht, dass es einen Bezug zwischen Aléa und den Grimm-Brüdern gibt!?
    Diese Brüder sind wieder in aller Munde, sicher auch wegen des Buchs, das demnächst von Grass erscheint: "Grimms Wörter...".
    Aléa ist bei mir mehr mit "Bolano" abgespeichert.
    Da zeigt sich wieder einmal, wie unterschiedlich doch Wahrnehmungen sind. Das fiel mir auch bei einem anderen Kommentar auf, den ich allerdings nicht mehr wiederfinde.

    Was Ihre Webpräsenz betrifft, dachte ich tatsächlich, dass Sie schon seit Ewigkeiten online sind… die vielen Einträge… und das erst seit Februar dieses Jahres. Unglaublich! Ihre Reaktion zeigt auch, dass Sie nicht aus Süddeutschland sind, weil "Alt-Eingesessene" ist auch so ein Wort aus dem "hiesigen Sprachgebrauch" (ich gestehe, ich liebe "Dialekt") und nicht negativ, sondern positiv "besetzt". Wenn bei uns eine/r zu den „Alteingesessenen“ gehört, dann zeugt das auch immer von „Respekt“… so weit so gut zur süddeutschen Mentalität.

    Wie kamen Sie eigentlich auf den Namen "Gleisbauarbeiten"? Ich lese das gerne nach, wenn Sie mir den Link schreiben…

    Achja… und dann würde ich Sie gerne auf meinem Blog in meiner Linkliste verewigen, wenn ich darf… Sie nichts dagegen haben!?

    Herzliche Grüße
    Teresa
    P.S.: Ich sehe, auch Ihnen geht der Tod von Herrn Schlingensief nahe…

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  4. Liebe Teresa, ja, es sind die Brüder Grimm. Aléa Torik arbeitet wohl manchmal in Berlin im Brüder-Grimm-Institut (von dem ich übrigens auch erstmals durch ihren Blog gehört hatte), traf dort auf einen Chinesen und hat dazu ein Märchen geschrieben: http://www.aleatorik.eu/2010/08/08/sie-haben-eine-halbe-stunde/
    Und mein Blog heißt so, weil ich am Anfang die Absicht hatte, hier immer "Züge" einzubauen, in jedem Post. Das ließ sich aber nicht durchhalten. Die ersten Sachen, die ich geschrieben habe (außer "Melusine featuring Armgard") finden Sie unter dem Label "Zugverkehr". Und daher heißt es auch so. Mir schien das Zugfahren und die Nähe zu Zügen und Gleisen sei eine biographische Konstante, die auch metaphorisch zu verwerten sei.

    "Alteingesessen" -klingt bei uns auch gut. Ich bin´s bloß im Web 2.0 nicht. Eher das, was man bei uns "en Zugereiste" (mein Vater gilt in dem Dorf, aus dem ich komme, unter den Alteingesessenen als so einer, obwohl er da auch schon fast 50 Jahre wohnt, so sind die Leut´da; schlimmer ist bloß noch, wenn man katholisch ist.:)) nennt. Das Lebensalter dagegen ist schon eher fortgeschritten. Ich fühle mich aber gerade recht jung.

    Klar dürfen Sie verlinken. Freue ich mich sehr drüber.

    Herzliche Grüße
    Melusine

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