Samstag, 12. Februar 2011

AUS DER WERKSTATT: VERZWEIFELTE PLANUNG EINES RITUALMORDS

Einmal plante ich für eine Installation, einer Puppe Stricknadeln durch die Extremitäten zu bohren. Ich ging ins Kaufhaus und kaufte ein Plastikpüppchen für € 9,95 (Viel billiger als Barbie, die es hätte sein sollen, doch ich muss sparen. Selbstverletzungen müssen aber korrekt durchgeführt werden. Ich sparte an der falschen Stelle. So begann das Scheitern). Es stellte sich heraus: Ich konnte das nicht: Die Nadeln durch das imaginierte Fleisch des Püppchens treiben. Ich wusste, es würde kein Blut fließen. Die Nadel am Plastikrumpf ansetzend, zitterten mir die Hände. „Ich bin kein guter Mensch.“, redete ich mir ein. Aber ich schaffte es nicht. Die Verkältung zweier grünbrauner Augen zwei Tage später ließ mich erkennen, wer das konnte und wollte: zuschlagen, dem Abschaum gleichen, über den man schreibt. Die Grenze war abgesteckt, wo die Blümelein dornenfrei wachsen. Man weiß immer viel mehr über den andern, als man wissen will – und nichts. „Es gibt das Böse.“ Gegen dies Böse bin ich gefeit wie Siegfried durchs Drachenblut. Nur eine einzige Stelle am Körper blieb verwundbar. Die verbarg ich gut. Ich redete viel über Blut. So hielt ich das in Schach. Das Püppchen packte ich weg. Die Pani Tau wurde schließlich erwürgt, nicht geschlachtet. Was in der Hafenstadt geschah, erfuhr ich zum Glück nie. Zweimal träumte ich seither  schlecht von dem. Es muss zu Ende gebracht werden. Meine Hände zittern schon wieder. Ich werde Ken kaufen gehen, heute noch, und ihm den Schädel kahl scheren. Sie werden vom Ritualmord lesen, sobald ich gescheitert bin.

Kommentare:

  1. Den Anfang finde ich sehr gut, aber ab der Hälfte etwa verstehe ich nicht, worum es geht.

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  2. Es ist eben noch "Werkstatt". Das verstehe ich selbst noch nicht. Am Ende werde ich wirklich Ken kaufen und kastrieren, oder was? Es wird eine Geschichte, doch ich habe keine Ahnung, wie sie enden wird. Noch nicht.

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  3. Ich finde, der Text klingt stark nach Frau K. :-) Oder ihrer Schwester?

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  4. Nein, Frau K. hat mit Ritualmorden respektive Puppentötungen nichts zu tun. Sie ist bodenständig. Sie mordet (oder plant den Mord) ohne jeden symbolischen oder allegorischen (ich bin ja mehr für Allegorien) Mehrwert! Hier dagegen geht es um das Böse, die Schuld und die Erlösung. Ganz große Gefühle und ganz kleine (haarlose) Puppen.

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  5. Freue mich schon auf Neues von Frau K.

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