Sonntag, 22. Mai 2011

AUS DER FREIEN WILDBAHN

Bernd kenne ich, weil ich einige Zeit eine „Soccer-Mama“ war. Im Großen und Ganzen konnte Bernd sich angemessen, wenn auch nicht gut benehmen. Von der Bar des Clubhauses brachte er mir zum Beispiel immer wieder einen Caipirinha mit, obwohl ich ihm mehrfach sagte, dass ich so was nicht trinke. Immerhin - er bemühte sich.
Aber wenn unsere Buben spielten, löste sich die dünne Lacksicht der Zivilisation bei Bernd ab. Sein Kopf wurde hochrot. Er plusterte sich auf. Und dann schrie er: „HURENSÖHNE.“ Als ich ihm ganz sanft sagte: „Warum müsst ihr Kerle immer die Mütter der Kerle beleidigen, die ihr eigentlich beleidigen wollt?“, konnte ich beobachten, wie es in ihm brodelte: doofe Zicke oder lieb-naive Puppe? Ich versuchte in meinen Blick was Freundlich-Strenges, Mütterliches eben zu legen. Da drehte er bei. „Hast ja recht.“, sagte er – und spendierte mich noch einen Caipirinha. Als sein Gesicht wieder rot anlief, seine Brust sich auflud, sah ich wie es hinter seiner Stirn arbeitete. Dann fand er eine Lösung: „Ihr PUSSYS.“

 Fehler und ungelöste Aufgaben, April 2010 

Kommentare:

  1. http://www.urbia.de/archiv/forum/th-3154473/Gleisbauarbeiten-ich-werde-wahnsinnig-diese-Warntoene.html

    AntwortenLöschen
  2. Immer muss gewarnt werden, versteht sich! Vorsicht, Überrollgefahr!

    AntwortenLöschen