Samstag, 14. Mai 2011

LÄRMSCHUTZ

Barbara Hepworth
Quelle: http://trimr.de/VzZ
Also sprach er: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen.“ Noch ehe er fortfuhr, wusste sie: Das durfte nicht sein. Keinen Namen trage ich unter deiner Sonne. Hörest du?  Lass mich in Ruhe. „Du bist mein.“ Ich folge dir nicht hinunter zum Rauschen der Flüsse, wo du mich vergießen willst. Vergiss es, Herr. In dein Delta werde ich nicht versickern. Ich behalte meine Brühe bei mir. „Du wirst verbrennen in der sengenden Hitze meiner Liebe; du bist bereitet von mir und gemacht zu meiner Ehre und meinem Fest.“ So soll ich denn, glaubst du, auf einer Platte dir gereicht werden, verziert und drapiert, ein Fressen für dich und deine unsterbliche Bande zum Klang der Schalmeien? Doch werde ich mich wehren, sage ich dir. Du glaubst, dass deine Blinden dir huldigen; sie dagegen werden hören. Wer aber nicht hören kann, muss fühlen. Hallelujah. Sie werden hinaustreten aus den Gassen und verkünden: Wir wirken. Und brauchen nicht dein, um zu sein. Namenlos werden sie in ihren grauen Gewändern nebeneinander schreiten, ein wogendes Meer, dir nicht zu Ehren. „Erhebt euch und strecket eure Hände gen Himmel, um mich zu preisen.“ Aber sie werden sich fallen lassen, ohne die Knie zu beugen. Unheilig wollen sie sein und lustvoll. Dein nicht und keinem gehören. Sie graben im Boden nach den Hüften von Aschera. Was bleibt dir, Herr, wenn sie die Hände auf ihren Leib legen, der siebzig Götter gebar? Es ist vorüber. „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen.“

Wir haben Lärmschutzwände hochgezogen. 

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