Sonntag, 22. Mai 2011

„Leben ohne tote Zeit!“ oder umgangssprachliche Exkrement-Diagnostik

(Scheißtag:) Es tagt sich am besten rund ("Round about", sagt der Profi). Das zoon politikon fügt sich geschmeidig in seine dunkle Bedürfnishöhle. (Längst sind wir tief genug gesunken, die Scheiße, durch die wir waten, auch zu fressen.)

Über das Scheißen der größten Haufen (auch „Prio 1“ genannt): "Jeder weiß, dass dazu Kompetenzzentren zu schaffen sind in geordneten Verfahren, da können Sie einen Plan aufstellen, wie Sie wollen, und außerdem brauchen wir einen  größeren Aufschlag, aber erst nach Auswertung des Zweckverbandes zur Zusammenführung der Massehaufen, der nicht mehr zweckmäßig ist, sage ich, das dokumentiert sich schon daraus (sic!), dass wir einen Rückgang teilweise erwarten können, deshalb habe ich Ihnen die Prognosen und Fehlprognosen abgefragt, weil diese Fragen günstig sind, sozusagen, um Abnehmer der Ausscheidungen zu finden, inwieweit man dann ein Bewusstsein der besitzenden Klasse steuert, wird sich zeigen, jedenfalls brauchen wir wie immer ein Wachstumsbeschleunigungsgesetz, denn wir regieren ja nicht aus dem Hintern, sondern tagen in geschlossenen Zirkeln und round about hat sich das als effizient erwiesen, denn alles wurde schon einmal beraten und beschissen."

(Scheißhaus:) Man muss das mit Humor nehmen. Wie die Türken zum Beispiel, die über sich selbst sagen: „Türk ya kacarken yada sicarken düsünür.“ (Der Türke denkt am besten  beim Flüchten oder beim Scheißen.) Wer viel Scheiße baut, braucht gute Lachmuskeln. Der Deutsche ist an der Stelle ein wenig versteift (Dichte Denker!) Das lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Fluchtvorbereitungen treffen, natürliche Reflexe reaktivieren und Verdauungsstörungen vermeiden.

Kommentare:

  1. Nein, nicht abhauen.
    Hof abspritzen.
    Gründlich.

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  2. Hier herrscht Wassermangel.Die Fluchtgefahr steigt. Merci, Kienspan, das zoon politikon, wir beide wissen es, ist ein hässliches Tier, das auch schlecht riecht. (Und wie ich annehme sind Sie - gleich mir - gegen den Einsatz umweltschädlicher Chemikalien).

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  3. Ich komm mit einem Tankwagen vorbei (den ich jetzt kapern geh').
    Halten Sie aus.

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  4. Aber ernsthaft:
    "Leben ohne tote Zeit" ist in dieser Gesellschaft (A) eine Frage des Glücks. Stellen Sie sich einen Kleinunternehmer vor, der durch Krankheit arbeitsunfähig wird - und das gleich für mehrere Jahre. Neben dem unwiederbringlichen Verlust eines mühsam geknüpften Kundennetzes gehen auch sehr schnell sämtliche sozialen Beziehungen kaputt. Nicht versäumt wird aber (von den "besten" Freunden) das gewissenhafte Abernten einer Ohnmacht. Währenddessen die Kosten (Sozialversicherung - schließlich sind wir doch als eine Solidargemeinschaft verfasst, nicht wahr) weiterticken. Irgendwann halten die Staumauern des Ersparten und der Notkredite dem Druck gesellschaftlicher Verpflichtung nicht mehr stand. Dann kannst du scheißen gehen, aber ohne Klopapier, denn dieses wird dir auch abgenommen. Dafür haben wir eine öffentliche Verwaltung. Gibt ja Blätter im Wald.
    Und schließlich wieder hochkommen im Prekariat ist eine ganz besondere Sache. Zehn Jahre tote Zeit kommen da mit einem Fingerschnippen zusammen.

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  5. @Sidestep: Huch, ein bisschen was habe ich doch abgekriegt. ---Aber es tut gut, auch wenn man sich nicht "reinwaschen" kann.

    @Ernsthaft: Die Verwaltung, die Systeme, der ganze bescheuerte Scheißhaufen - kreist vor allem um sich selbst. "Dazu gibt es aber einen Beschluss.." "Hierzu liegt eine Vorlage vor..." Manche finden nur noch in Papierstapeln Orientierung. Wenn sie einmal den Blick höben und einen M e n s c h en anschauten, fielen sie vielleicht in eben jene Ohnmacht, die sie in jedem entdecken, der aus dem System herausgefallen ist. Man kann das unter den Bedingungen, unter denen wir leben, als Freiheit nicht begreifen, was verschleiernd "Freisetzung" genannt wird. Wir landen immer wieder dort, nicht wahr? Ein Grundeinkommen wäre die einzige emanzipatorische Lösung. Es scheint utopisch. Aber wäre es uns nicht ebenso unwahrscheinlich erschienen, Kienspan, dass Sie und ich uns auf diese Weise "kennenlernen" vor - sagen wir - 30 Jahren?

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  6. @Grundeinkommen: ich bin mir nicht mehr sicher, ob es ausreicht, den Menschen mit einem Grundeinkommen eine gesicherte Existenz gewährleisten zu wollen. Ohne gleichzeitige Neuerfindung des Geldsystems (der Zins muss wenigstens größtenteils raus) wird es nicht gehen.

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