Freitag, 5. Oktober 2012

Istanbul (2): Mit allen (Verkehrs)-Mitteln

Aya Sophia
Atatürk ist unvergessen. Sein Nachfolger sitzt vor einem eigentümlichen Lederbezug-Wandschmuck und schaut ernst. Er kommt ohne Umschweife zur Sache. So hatten wir uns den Orient nicht vorgestellt. Wir werden auf Herz und Nieren geprüft. Wer weiß, was durch die simultane doppelte Simultan-Übersetzung bei uns ankommt? Zum Schluss freut sich der gestrenge Herr über die Geschenke. Ein erstes Lächeln. Wir sind erleichtert. Unsere Kooperation ist auf dem besten Weg. 

Kumkapi
Schon geht das Sightseeing weiter: Mit dem Taxi zum Großen Basar ("I never buy anything here", sagt unsere Begleiterin, "only for tourists." "Hurry up", sagt unser Fremdenführer, "you want to see Istanbul.") In der Blauen Moschee wird gerade gebetet und wir müssen leider draußen bleiben. In der Hagia Sophia wohnt eine Katze, wirklich wahr! Wir erfahren von der Legende, dass die gigantische Kuppel über einen Erdhaufen gebaut wurde, in dem angeblich Goldstücke versteckt waren. So waren die Istanbuler bereit, unentgeltlich den Matsch aus der Kirche raus zu schaufeln, um Gold zu schürfen. In Wirklichkeit ist die Kuppel der Aya Sofia eine ungeheuere baumeisterliche Leistung. Die Erdbeben machten jedoch immer wieder einen Strich durch die Rechnung, so dass mächtige Stützpfeiler gebaut werden mussten. Jetzt sieht sie von außen aus wie eine riesige Schildkröte, nicht gerade elegant. Weiter! "Hurry up." Per Tram zum: Bosporus, Bosporus, Bosporus. Eine entspannende Bootstour! (Ich mache ein kleines Nickerchen). Nach dem Anlegen zurück an der Galata-Brücke durch den Tunnel mit der U-Bahn hoch zum Taksim-Palast. Wir passieren eine große Demonstration der Sozialisten gegen AKP und NATO und schauen ganz kurz in die Abendmesse einer römisch-katholischen Kirche hinein. Weihrauch liegt in der Luft. Das Gotteshaus ist fast bis zum letzten Platz gefüllt. Mit einem Dolmus-Taxi geht´s vom Taksim in die Hafen-Gegend. Kumkapi. Kumkapi ist, wenn ich es recht verstanden habe, eine Mischung aus Fischrestaurant und traditioneller türkischer Musik. Ein etwas ruhigerer Abend (nur einmal tanzen!), nette Gespräche - jetzt sage auch ich: Unsere Kooperation ist auf dem besten Weg!

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