Montag, 27. Mai 2013

Eiserne Hoch-Zeit


Trugst du nicht
Das Eisenzeichen
Trug ich nicht
Dich fort
Wohin ich
Nicht leben kann
Was ich heute weiß:
Will ich nicht sterben.

Trugst du nicht?
Das Eisenzeichen
Trug ich nicht.
Dich fort ,
Wohin ich
Nicht leben kann.
Was ich heute weiß?
Will ich nicht sterben?

Trugst du, nicht
Das Eisenzeichen,
Trug ich, nicht
Dich fort:
Wohin ich
Nicht leben kann?
Was ich heute weiß,
Will ich nicht sterben.

Mein Eisenmann.
Dein Mensch. 

Und wer
spricht uns?

Kommentare:

  1. Ich mag das Spiel mit der Interpunktion hier, den sicherlich Sinn stiftenden Umbruch mag ich nicht so sehr, denn die Interpunktion bringt Leben hinein, Schleifen, Perspektive, und zwar eine sich wandelnde, der Umbruch jedoch lässt "alles gleich" ausschauen (was anlässlich einer eisernen Hochzeit und der dann gegebenen, ?vorgegebenen?, Rückschau auf die zurückliegenden Jahre zutreffend sein mag, das Stilmittel), die großgeschriebenen Zeilenanfänge: Starre. Mitten hinein rumms in die schönen Wendungen.

    ...

    Windungen?

    Rankt sich hier der eine Gedanke oder das andere Nachdenken um Anlass und Geschichte?

    Da ich Eisen mag und es mir eines der poetischsten Metalle ist, hier ausführliches (spontanes) Entblättern des Kommentierenden, sozusagen ein Blätterteig nebst Frosch. :)

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    1. Ohne Umbruch wär´s offensichtlich, wie die Label-Zuordnung im Kleingedruckten nur eingesteht, dass es k e i n Gedicht i s t, aber doch s e i n will ;-).
      Starre. Ist das Thema. Glaube ich. Wenn ich es anders sagen könnte, täte ich es. Grade überlege ich, was der Unterschied ist zwischen Starre und Erstarrung. Das "- ung" aktualisiert, prozessualisiert. Starre IST. Ja. Es stimmt so. Andererseits: Eine Sprache wie das Deutsche, die die Substantive so arg privilegiert, ist immer ein wenig unheimlich. Eisern. Auch darum ging´s mir: die zu vermeiden. Nicht ganz gelungen.
      Ich dachte auch an den Titel "Eisenhans", aber das wäre zu eindeutig geschlechtlich gewesen.
      Eine (Selbst-)Befragung/Rückschau: Starre (dominant) - Bewegung (nur in der Interpunktion).

      Eine Spielerei. Vielleicht "bloß", die (mich) dennoch verstört.

      LG
      M.

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  2. Was Prozesse angeht, so war meiner zunächst der rezipierende des Lesenden, und Starre daher zutreffender als Erstarrung, meine ich. Und, wehrlos, wie ein Gedicht nun mal ist, hat es die Wahl eines zu sein oder nicht? Tummeln sich doch im Diffusen die Hummeln, die Susen, sie sausen, Banausen und posaunen, prosaunen, prosahnen Namen, Nahmen, Einnahmen und nehmen ein, dimensionslosen Stand-., scheiden Prosagedichte in die Geschichte der Literaspur aus und ab, und, regnet es Wörter, sammeln die in den Spurrillen sich, und, fährt man nur schnell genug, schwimmt das Wort auf und davon. Aquaplaning ... Aquaphrasing? (Muss Aufpassen, dass ich nicht zu sehr ins Schwurbeln gerate.) Da ich lyrische Prosa mag und Prosalyrik durch den Umbruch (Achtung!) in Form (:)!)gebracht wird, bitte ich mein "alles gleich" bitte nicht ohne die angehängte Relativierung anzunehmen.

    Was die Hauptwörter der deutschen Sprache angeht, so mag ich, dass ich sie das Haupt heben lassen und sie es senken lassen schreiben kann. Entweder schreiten sie einher wie das Dasein und Dinge, oder sie ducken sich mit den dingen ins dasein, das da zu sein ich ...

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    1. Starre - meinte ich - trifft gut, was im Text ausgedrückt sein soll. Es ist schon STARRE, längst nicht mehr Erstarrung. Auch das "alles gleich" habe ich so verstanden: Es trifft. Eine eiserne Beziehung, Stillstand, Starre, "alles gleich" - nur kleinste Variationen, die plötzlich ungeheuer bedeutsam werden.

      Das Ergebnis einer Erstarrung ließe sich vielleicht durch Reihung von Substantiven (da ham wer´s! ) noch viel brutaler aufzeigen. Das wollte ich allerdings nicht. Weiß nicht, warum.

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