Dienstag, 4. Juni 2013

KYRENAISCHE ANTIPODEN: Ungerührt bei der Arbeit


Ein Beitrag von BenHuRum


GESETZT ODER GESTELLT, ABER UN-GERÜHRT

von Prof. Dr. Martina Holzschlag aus Aftersteg


Die kyreanische Stellung ist, wie wohl sie sich am glänzendsten in Gestalt des Weiblichen zu - wendet, geschlechtsneutral. Es kann der Mann durch Arbeit und Badehose die Schwierigkeit des So - Seins auflösen, indem er sich als Sinn nicht feststellen lässt, sondern eben setzen, sich also gleichsam Ins-Werk-Setzend, freilich allerdings setzt dieses die drei-einheitliche Bereitschaft und Beschaffenheit zum Hocken voraus. Es darf nämlich in diesem Werk nichts be-setzt werden, gerade nicht durch eine genuin maskuline Geste der Besitzung respektive Besetzung. Gleichermaßen verbietet sich hier die Legung, denn das Weihegeschenk, das dieser Adonis vor-stellen könnte, kann das betrachtende Ich als ein Weibliches unmöglich sich an- oder zueignen lassen, ließe sie sich doch - auf diese Weise quasi herein-gelegt - wiederum auf das Stehende eines Standbildes ein, auf den symbolischen Ständer sozusagen (Wir bemühen uns, zweifeln Sie nicht, Leserin, dem Kalauern auszuweichen, wo wir können, doch lässt es sich im Angesicht der Vor-Lage nicht immer vermeiden). Der Aus - Legung, meinethalben eines Hegel, wird hier nichts entgegen ge - stellt, sondern halt alles ausgehockt, denn das Setzen als solches ist für sich und an sich als Unwahres be - greifbar geworden. Die Grenze des Sinnes wird herab- und hervorgebracht allein durch die Verweigerung der Arbeit, die der Mann sich antut, der kein Weib ist, aber eines vor - stellt.* Sein Umriss steht im griechischen Licht, ragend und ruhend, doch gerade nicht stehend oder sitzend. Er ergibt sich einer Fest-Stellung, der alles geschehen ist, als ein höchstes Tun, das Zu-Warten des Gebadeten in seiner Unverborgenheit. Doch hat ihm der Künstler eine Hose beigeben, die gemäß dem bisher Erläuterten sich vor das Ge-stell stellt: die Versammlung des Her-vor-bringens, der Her-vor-ankommen-lassen in den Riss, den das Gewerkel ins Werk bringt: Als Ge-Stell. Wo so einer ist, wird gewerkelt, dass ein Ursprung wird, aus dem die Frage springen mag nach dem Wesen des Seins.

Konzentrieren Sie sich auf Ihre Nasenspitze.

(*An dieser Stelle muss der Hinweis auf den Begriff der Vor-Stelligkeit, den wir andernorts ausführlich erläutert haben genügen; vgl. Holzschlag, Martina: Die Vor-Stelligkeit des Manneswesens als Subjekt und Objekt des Notstandes in der Zeit, Aftersteg 2012)

Kommentare:

  1. Schöner Text, schöner Strom an Gedanken, der, beim Begaffen seiner Wogen über Schnellen Schmunzeln macht, auf dass es kracht an der Seite, wo der linke den rechten Mundwinkel wieder berührt und der Betrachter spürt, dass er sich nicht umdrehen, sich nicht verbiegen kann, sondern eben immer nur nach vorn, geradeaus also blickt wie eine Figur, die steht.

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    1. Kann Mann (als Figur) denn stehen bleiben, wenn e r so kniet? (Fortschritt ist, wenn Männer keine Kniebund-, sondern Hawaihosen tragen. Aber Fortschritt IST ja nicht, sonder kann bloß SEIN, nee, so geht es auch nicht....)
      Es ist ein Text aus Text (wie alle Texte, gelle), eine Überschreibung, die einem sehr speziellen Text (siehe hier: ParodiereEvent angediehen (geht das??? Immerhin ist es verwandt mit "gedeihlich", auch wenn wir in solcher Nachbarschaft selbstverständlich solches weder erwarten noch erstreben) wird , der sie vielleicht nicht verdient, aber doch ganz dringend braucht. Sonst sprießen keine Triebe mehr aus diesem HOLZ-We(r)g(k). Außer: Wir ließen es SEIN. Die Frau Holz-Schlag und ich. Könnten wir auch. SEIN und LASSEN - unser Motto! :-) (SCHLAG DEN...) (Wir sind nicht nett! Aber launig.)

      Herzliche Grüße!

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