Dienstag, 6. Juni 2017

Entfremdung

Den Sicherheitskräften von London bin ich dankbar, dass sie die Attentäter des jüngsten Anschlags so schnell erschossen haben. Keine Sekunde frage ich mich, "ob das sein musste". Es macht mich wütend, zu lesen und zu hören, wie auch im Falle dieser drei mit ihren ganz unterschiedlichen Biographien sogenannte "Diskriminierungserfahrung" in westlichen Gesellschaften als Grund für ihre Radikalisierung angenommen wird. Ich zucke zusammen, wenn die "versöhnliche Geste" gepriesen wird, die das Benefiz-Konzert für die Opfer von Manchester angeblich darstelle. Denn ich bin nicht zur Versöhnung bereit. Mit wem denn? Mit den Islamisten? Mit jenen Musliminnen und Muslimen, die zwar den Terror verurteilen, aber gleichermaßen und im selben Atemzug auch die "westlichen" Gesellschaften, deren angeblichen Sittenverfall und ihren sogenannten "Rassismus"? Die Erdogan Nazi-Vorwürfe beklatscht haben oder mindestens unwidersprochen ließen? Die von mir Respekt erwarten für ihre Abwertung von Frauen, die vorehelichen Geschlechtsverkehr haben, für ihre sogenannte Moral, Mit all den anderen Musliminnen und Muslimen, die ihre Religion nicht als Identität wie eine Monstranz vor sich hertragen, die 



Anis Amri, der Attentäter vom Breitscheid-Platz war mir nicht "willkommen", wie es im Milieu doch  "jede/r" zu sein hat, in unserer "offenen" Gesellschaft. Ja, sogar ein unsympathisches, dreistes Verhalten, übermäßige Müllproduktion und nächtliche Ruhestörung reichen durchaus aus, um meine "Willkommensbereitschaft" auf den Nullpunkt zu senken. Ich bin keine emotionale Menschenfreundin. Ich bekenne mich zu den Menschenrechten als Rechten, aber ich bin seit je weit davon entfernt, jede und jeden umarmen zu wollen, als Bereicherung zu empfinden oder in meine Wohnung zu bitten. In der Gesellschaft, die ich bevorzuge, ist man höflich-distanziert, statt herzlich-offen. "Politische Verfolgte genießen Asyl" ist ein Grundrecht, das ich zu verteidigen bereit bin. Ersatz für ein Einwanderungsgesetz kann es aus meiner Sicht nicht sein. Ich begrüße ausdrücklich nur die Einwanderung von Menschen, die sich unaufgefordert und rückhaltlos zu freiheitlichen Grundordnung, zu Religionsfreiheit (auch als Recht auf Freiheit von Religion und scharfe, auch polemische Religionskritik) bekennen und die Integration in die bestehende Kultur anstreben, statt dieser feindselig gegenüber zu stehen. Menschen, die diese Kriterien nicht erfüllen, bin ich bereit in äußerster Not beizustehen, jedoch ohne die Verpflichtung eingehen zu wollen, sie dauerhaft "willkommen". Ist keine Not gegeben, finde ich es ok., sie aufzufordern, wieder zu gehen.  Ich freue mich auch keineswegs über die Zuwanderung von Tausenden jungen Männer, einer demographischen Gruppe, die weltweit für ihr gesteigertes Gewaltpotential bekannt ist. 

Die Entfremdung fing nicht damit an, aber der Riss wurde nach den Vorfällen zu Silvester in Köln 2015/16 unüberwindbar. 

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