Donnerstag, 14. Juni 2012

RÄTSEL: Autor oder Autorin? Frau oder Mann?



(Nicht pfuschen und googeln!)

Vor Tutzing
Die Menschen begegnen einander und sind einander wohlgesonnen, was nicht heißt, dass sie nicht auch streiten, aber durch das Begegnen und den Raum miteinander teilen von Körper zu Körper wird auf einer fast animalischen Erstebene Solidarität erzeugt. Man tut sich deshalb gegenseitig normalerweise nicht absichtlich und böswillig weh, ohne Moral, einfach nur, weil es sich durch das körperliche nebeneinander da sein richtig anfühlt. So war mein Lebensgefühl vor Tutzing, bisweilen infantil, aber für Produktivität gut, weil welterschließend: die Menschen sind gut, offen geht man aufeinander zu und ist ohne Angst.


Alte und junge Frauen
Er mochte die alten Frauen. Sie waren umständlich. Aber sie waren immer höflich. Diese ja auch. Sie hielt ihm ihre Kundenkarte mit einem verlegenen Lächeln hin. Er zog die Karte durch den Scanner und gab sie ihr zurück. Er fragte nicht mehr, ob sie Hilfe brauchen könne. Das war gar nicht mehr erwünscht und ihm konnte es gleichgültig sein, wie lange sie da herumtat. Die jungen Frauen. Er setzte sich auf den Hocker  an der Kassa. Die jungen Frauen waren nie höflich. Sie bedankten sich nicht, wenn er ihnen etwas brachte oder ihnen helfen musste, wenn sie ein Gerät nicht bedienen konnten.


Technostar
Er habe eine Projektion geliebt, warf sie ihm vor und vergaß, dass sie sich selbst eine war. Dass einem ihr Körper, nein ihr Gesicht so über allen Verstand ging, war ihr immer Chance, aber zugleich Verhängnis gewesen. Sie umgab sich fast nur mit Prominenten. Einfache Bekanntschaften beendeten sich immer sehr schnell. „Ich habe endlich einen Freund gefunden“, erzählte sie, kurz bevor sich das Unheil endgültig entlud. Sie meinte Boone. Der sich zwischen sie geschlichen hat, eingeschlichen hat, als Fichte schwach gewesen ist. Dem Irene ihr ihm entzogenes Vertrauen schenkte. „Weißt du Fichte, was heute passiert ist? Ich hab eine Zeit lang mit Boone gesprochen, musste dann wieder arbeiten. Und da kamen ein paar Jungs, richtige Stars in der Technoszene. Du sprichst mit Boone? Fragten sie. Boone spricht mit dir. Das würden wir uns niemals trauen! Von ihm kommen wir alle her.“ Und sie lachte voll Selbstgefühl.

Heimweh
Auch jetzt schwanke ich wieder einmal, wohin die Fahrt gehen soll. Manchmal hatte ich schon beinahe Lust, in die heimischen Gefilde zurückzukehren. Natürlich vor allem, um Sie durch meine Nähe zu beglücken. Aber sie wissen ja, ich habe die schlechte Gewohnheit, bei jeder Abreise meine jeweilige Daseinsform aufs Gründlichste aufzulösen und muss mich dann bei der Rückkehr von neuem „etablieren“. Dazu bin ich jetzt nicht aufgelegt – absolut nicht.
Wissen Sie auch, dass es verschiedene Heimwehs gibt? Eines nach der wirklichen Heimat, vorausgesetzt, dass man eine gehabt hat – das ist recht zwecklos und gibt sich auch mit der Zeit. Dann ein Gewohnheitsheimweh, nach dem Ort oder den Orten, wo man länger gelebt hat. Und schließlich ein starkes nach der Fremde, nach Eisenbahnen, Dampfschiffen, fremden Sprachen, Koffern und Hotels.



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Aufgabe

Sie finden hier vier Auszüge aus Romanen. Die Hälfte der Texte wurde von Frauen verfasst, die andere Hälfte von Männern.  Können Sie erraten, ob ein Text von einem Mann oder einer Frau geschrieben wurde?

Diskutieren Sie Ihre Einschätzungen mit anderen und halten Sie in Stichpunkten fest, welche Argumente jeweils genannt werden, um einen Text einer Frau oder einem Mann als Autorin/Autor zuzuordnen. Sie müssen sich nicht einigen.



Fragen zur Reflexion

Wie hoch war Ihre Treffer-Quote?  

Welche Geschlechterrollenstereotype finden sich in den Argumenten, die Sie genannt und diskutiert  haben, um Ihre Einschätzung zu begründen?


 Lesen Sie die Texte anders, wenn Sie wissen, dass ein Mann/eine Frau sie geschrieben hat? Inwiefern?

Kommentare:

  1. intuitiver ersteindruck;

    1)= autor
    2)= autorin
    3)= autorin
    4)= autor

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  2. Liebe Melusine,

    das sieht aber schwer nach Schulaufgabe aus und macht mich frösteln. Natürlich lese ich deswegen nur die ersten Sätze. Text eins ist von einer Frau, zwei und drei je von einem Mann, Text vier wieder von einer Frau. Den Rest der Fragen beantworte ich nicht und tagträume vor mich hin. Ich begnüge mich also mit einer Vier-minus, d e r Note für echte Helden und Heldinnen. Denn nicht für die Schule lernen wir, sondern für's Leben.

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  3. Ich will nicht raten, ich fürchte nämlich, entgegen meiner innersten Überzeugung möglicherweise richtig zu liegen und das vielleicht auch noch begründet.
    Ausgehend von deinem gestrigen Post habe ich mir noch weitere Gedanken gemacht zu männlicher und weiblicher Literatur. Natürlich schreibe und lese ich als Frau, ich bin ja eine. Ich fühlte mich aber schon als Kind oft mit Jungs wohler, fand ihre Spiele interessanter, mochte lieber Abenteuer als Puppen (aber nicht immer und ausschließlich) und konnte auch später wenig mit "mädchen-/frauentypischen" Dingen und Themen anfangen, die aber von wem zu solchen gemacht wurden?
    Ich hatte durchaus Freundinnen, die so waren wie ich, und keine von uns war unglücklich darüber, ein Mädchen zu sein, wir fanden nur die Rolle doof, in der sich andere Mädchen wohl zu fühlen schienen und auch die Beschränkung (Beschränktheit), mit der sie sich zufrieden gaben.
    Auch ich setze mich mit Gefangensein und Ausbruch auseinander, was für mich ein großes Thema im Schreiben ist, was aber seine Ursache nicht in meinem Frausein hat.
    Zu welchen Büchern greife ich, und spielt es eine Rolle, ob sie ein Mann oder eine Frau geschrieben hat? Ja und nein. Die Bandbreite dessen, was ich gerne lese, ist sehr groß, Joseph Conrad, John Steinbeck, Knut Hamsun, John Fowles, Albert Sanchez Pinol, Milan Kundera, John Irving, T.C. Boyle u.v.a. gehören genauso dazu wie Katherine Mansfield, Lily Brett, Julia Franck, Doris Lessing, Patricia Highsmith, Antonia S. Byatt, Siri Hustvedt, Felicitas Hoppe, Elsa Morante etc., die zahlreichen LyrikerInnen nicht zu vergessen.
    Ich wähle nach Thema oder Genre aus, traue aber z.B. den Männern in Sachen Handfestigkeit mehr zu, wenn ich nach Reise und Abenteuer suche, nach Blut und Schweiß (auch ein Vorurteil, aber ein bedientes). Wenn ich nach Seele suche, finde ich bei beiden Geschlechtern gleich viel an Verwandtschaft und Anregung, glaube ich.
    Ich könnte endlos weiter aufzählen und merke, dass es mir letztlich tatsächlich um Öffnung geht, um eine Loslösung von Zuschreibungen, nicht von dem, was ist (wie das ein- oder mehrdeutige Geschlecht), aber von dem, was als Rahmen, als Benennung, als Umriss von außen aufgedrängt wird.
    Hier mal vorerst ein Komma (oder ein zwinkernder Strichpunkt ;-))

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  4. 1 und 3 von einer frau, 2 und 4 von mann. intuitiv. und kann komplett daneben liegen

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  5. Okay, dann eben doch, ist ja nur ein Spiel, und eigentlich - ich geb's zu - ganz interessant.
    Mein Tipp: 1 & 2 Mann; 3 & 4 Frau
    PS: Fettberg hab ich schon, und für den Zusatzpreis fehlen mir die Voraussetzungen, macht aber nix. :-)

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  6. Tendenziell scheinen weibliche Autoren eher die idealistische Ebene zu betonen, Männer die anschauliche. Dies kann man zwar nicht verallgemeinern (um Gottes willen!), und genauso wenig ist ein typisches männliches oder weibliches Schreiben; aber ich sollte ja sozusagen Gründe angeben, warum ich die Texte eher Männern oder eher Frauen zuordne.
    Deshalb mein Tipp: 1 und 3 von einer Frau, 2 und 4 von einem Mann.
    Allerdings ist auch das immer noch sehr intuitiv. Ehrlich gesagt weiß ich es nicht.

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  7. Zwischenstand:
    Text 1: 3x Frau, 2x Mann
    Text 2: 4x Mann, 1x Frau
    Text 3: 4x Frau, 1 x Mann
    Text 4: 3x Mann, 2x Frau

    Interessant! Tipps, von wem die Text konkret sind, gibt es noch nicht. Dabei sind sie gar nicht von sooo unbekannten Autor:innen!

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  8. Text 1: Frau
    Text 2: Mann
    Text 3: Mann (ANH)
    Text 4: Frau

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    1. daß es Schlinkerts wertung entspricht, entspringt einem nachhinein-lesen (habe insofern nicht abgeguckt). irgendwie sie-perspektive vs. dampfschiff-perspektive.

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    2. @parallalie
      Na soooo viele Möglichkeiten gibt es ja nicht – für Genaueres fragen Sie Ihren Arzt oder Mathematiker. Außerdem können Sie sich freuen, Sie haben ganz sicher recht (naja, fast ganz sicher)!

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    3. @schlinkert
      gar nicht so schlecht die idee, den arzt mit dem mathematiker zu verknüpfen, obwohl... überleg' ich's recht: der arzt ist eben doch bloß ein empiriker (fast und schlimmstenfalls), dessen analyseverschreibungen allen grenzwerten trotzen bzw. ihnen strotzen, die dem mathematiker nur ein holterdipolter (bestenfalls).

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    4. Der Mathematiker kann die Möglichkeiten berechnen. Um die Wahrscheinlichkeiten zu beleuchten, braucht er den Empiriker und dessen Daten aus der Vergangenheit. Was heraus kommt, kann stimmen oder nicht. Wie Voodoo. Wie die ganze Prognostik und Prophetie. Also ich ginge zum Arzt. Falsch, zur Ärztin, natürlich ;-).

      (Frauen fahren gerne mit Dampfschiffen. Männer wollen sich die Welt erschließen, Frauen mögen Techno-Stars mit schönen Haaren, Männer bedienen gerne Kopiermaschinen und gehen auf Weltreisen, Frauen stehen auf junge, männliche HIlfskräfte, Männer sind ziemlich eifersüchtig, Frauen wollen sich immer vertragen - o weia, das sind so Auszüge aus den Diskussionen im Seminar, menno!)

      Grenzwertig. So rumpelt alles dahin!

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    5. die letzten beiden ärztinnen haben immer gleich gefragt, ob ich rauche. gleich danach setzten sie sich an ihre maschinen und fuhren mit geräten über glupschig gemachte körperpartien. irgendwie sah ich bei der einen mein herz auf einem monitor pumpern, ohne es wiederzuerkennen. wir hatten uns nie auf sicht getroffen. dann fing diese letztere an, herzpartien zu schraffieren. um dann alles auszudrucken. was zur erhellung der fragestellung durchaus beitragen kann. wer bedient was auf reisen wohin?

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    6. Das schraffierte Herz - was für ein schöner Titel, wofür? Wer ließe sich schraffieren und wer schraffierte? Frauen sind pragmatisch und Männer romantisch? Wenn eine das schreibt, wie das Herz schraffiert wird, n a c h d e m über die glubschigen Körperteile gefahren war, wohin führte diese Reise? Wenn aber einer, sich das Herz höchst absichtsvolle schraffieren ließe, b e v o r ein Blickwechsel sich ereignet hätte, in welchen Zug stiege der dann?

      Die Fragestellung hat Antworten gefunden. Aber keine vollständig (?!) "richtigen". Es gibt kein "genuin" weibliches oder männliches Schreiben. Aber es gibt Männer und Frauen (die schreiben - oder Herzen schraffieren).

      (Trotz allem - und der Neugier auf die Fragen ,die Maschinen, die Herzen fühle ich mich bestätigt darin, die Ärzt_inn_e_n zu meiden, wo es geht. Es mögen nette Menschen darunter sein, aber ihre Nähe und ihr Interesse fühlt sich nicht angenehm an.)

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    7. @Melusine. Sie kennen m e i n e Ärztin nicht. Spirometrie: "Man sieht, daß Sie rauchen. Es ist im toleranten Bereicht. Aber wollen wir sicherheitshalber die Lungen auch röntgen?" Ich: "Nein. Denn wenn sich da etwas zeigt, dann hab ich noch ein halbes Jahr. Das möchte ich nicht mit der Chemo verbringen." Sie sieht mich an, lächelt und schweigt. Damit war die Sache erledigt.
      Sie ist im Herzen Afrikas aufgewachsen. Da hat mein ein anderes Verhältnis zu Leben und Tod als wir, die wir der Meinung sind, daß die Kartoffeln aus dem Supermarkt kommen."

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  9. ich sage die ersten zwei sind von einem mann, die letzten zwei von einer frau - glaube das am tonfall und erzählstil zu "hören".. bin gespannt auf die auflösung!

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  10. Die Gefahr, meinen eigenen Roman zu gewinnen, ist relativ klein, wenn ich jetzt dreist behaupte: k e i n e r dieser Texte ist von einer Frau.

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    1. Aber, Phyllis - dann hätte ich ja glatt gelogen, weil ich ausdrücklich angebe: die Hälfte der Texte ist von Männern, die andere Hälfte von Frauen. Ich lüge doch nicht!
      (Ich sage nicht immer die ganze Wahrheit. Und ich erfinde. Aber: Ich lüge nicht. Ich sage nicht - in Kommentaren oder Mails jedenfalls nicht, sondern allerhöchstens in einem literarischen Text als Ich-Erzählerin, also nicht a l s "ich" - , dass ich Sascha Losemaul heiße, einen schwarzen Iro trage, meine Familie aus der Ukraine stammt und ich eine Nichte von Julia Timotschenko bin. Wenn ich Masken trage, was vorkommt, dann wende ich sie - öffentlich und dauernd.)

      Bei so einem Rätsel wär´s ja noch gemeiner, wenn ich direkt lügen würde.

      Nee, nee zwei der Textauszüge sind von Frauen. Aber noch niemand hat sie erkannt. Ich bleibe auf dem "Fettberg" sitzen.

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    2. @Petra.
      Wenn Sie das so "finden", daß ich "beleidigt" reagierte, so mag ich das nicht ändern. Sie fühlen sich in Ihren Vorurteilen ja offensichtlich wohl; das soll man niemandem nehmen, schon gar nicht, rein aus Charme, einer Frau. Sie werden mir aber gestatten, es beachtlich zu finden, daß jemand, ohne den Zusammenhang zu kennen, aus einem vergleichsweise kurzen Text auf ein ganzes Buch schließen kann, bzw. auf eine Figur darin. Das hat was hochkriminalistisches Deduktives, das ich schon deshalb überaus achte, weil es normalerweise den Männern zugesprochen wird,denen dafür der rechte Gefühlsausdruck fehlt.

      Übrigens, Irene Adler hat mir stets imponiert.
      Ich wünsche Ihnen für Ihr weiteres Leben sehr viel Glück.
      ANH

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    3. @ANH Die "Aufgabenstellung", die auf meine Kappe geht, fordert gerade dazu heraus, Stereotype zur Deutung heranzuziehen. Im Prinzip ging es mir ja auch darum das zu zeigen, dass solche Zuschreibungen eben nichts anders sind als Zuschreibungen - man sieht es ja auch daran, dass die "Treffer-Quote" so gering ist.

      Die Dramatisierung, einen kurzen Textausschnitt für "das Ganze" zunehmen, habe ich ja absichtsvoll, aber auch augenzwinkernd inszeniert. Es ist im Grunde Zufall, denke ich, dass eines Stereotype hier im Blog nun auf Ihren Text angewendet wird. Im Seminar wurde zum Beispiel gesagt, der letzte Text können nur von einem Mann sein, weil es um Reisen und Technik gehe oder im zweiten steckten männliche Klischees über alte und junge Frauen oder der erste Text müsse von einem Mann sein, weil eine Frau nie das Wort "welterschließend" gebrauchen würde. Man (also ich) kann ja nicht dazu auffordern, Vorurteile offenzulegen und nachher schimpfen: Das ist ein Vorurteil. Es geht vielmehr darum zu verstehen, wie problematisch solche Zuschreibungen sind - und eben auch verletzend. Auch ich fühlte mich gekränkt dadurch, dass mir als Frau kein Interesse, keine Leidenschaft für Reisen und Technik zugestanden wurde. etc.etc. Sie sind also zu Recht gekränkt, wenn Männer als gefühlslos (Indianer kennt keinen Schmerz) dargestellt werden, aber es ist meine Aufgabe, die das herausgefordert hat.

      Langer Rede, kurzer Sinn: Worüber sie sich ärgern, ist die Aufgabe selbst, die ich - als Scherz -gestellt habe - und also ärgern Sie sich über mich, nicht über Petra.

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    4. @Melusine. Das habe ich verstanden, ja. Mich ärgerte vor allem Petras Conclusio: sich um Rainald Goetz zu kümmern, als Ergebnis, und um Frau von (v.?) Reventlow, nicht aber um die von mir hochgeschätzte Streeruwitz und nicht um Meere. Da lief dann was, fand ich, schief. Außerdem ärgern, ja kränken mich Stereotypen, weil meine ganze Arbeit darauf angelegt ist, genau sie zu vermeiden, ja mir selbst auf die Schliche zu kommen, wenn ich sie wider eigenen Willen doch anwende - und genau dem Widerstand entgegenzusetzen. Seit ich denken kann und schreibe, bemühe ich mich darum. Wenn man dann aufs banalste in der plötzlich ganz anderen Ecke steht, schwillt mir der Kamm. Aber, wie ich hierüber schon schrieb, finde ich den Vorgang unterdessen eher komisch. Bin mir also selbst (mal wieder) auf die Schippe gesprungen und dabei n e b e n Ihrer Aufgabenstellung gelandet. Auch das hat eigentlich Witz.

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    5. Liebe Petra, ich verteidige zweierlei: Meine Sicht des Romans "Meere", den ich für großartig halte - und das Recht des Autors, sein Werk zu verteidigen. Du hast Deine Position öffentlich gemacht und er hält dagegen. Das halte ich für legitim. Die Vereinfachung und Verfälschung allerdings, die vielleicht bei einer solchen Wertung eines winzigen Ausschnittes, zwingend ist, geht auf meine Kappe. Das war eben die Aufgabe - und sie ist ja nicht ganz ernst gemeint gewesen (wie wohl auch deine Zuschreibungen). Er hat sie aber ernst genommen und sich und sein Werk dadurch missverstanden und herabgewürdigt. Warum sollte er sich dagegen nicht wehren dürfen?

      Vielleicht hast du ja doch noch einmal Lust, "Meere zu lesen. Es ist vor allem eine große Liebeserklärung eines Mannes an eine Frau - obwohl diese Liebe zerbricht.

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    6. Ich kann die Argumente ja nachvollziehen. In Bezug auf "Meere" führt dieser Ausschnitt nur in die Irre, wenn man ihn so isoliert liest. Das kannst du ja nicht wissen und deshalb ist es meine Entscheidung, diesen Ausschnitt zu wählen und so zu wählen, die Ursache dieses Disputs, der mir leid tut, auch weil er dich vielleicht hindern wird, dieses Buch zu lesen. Denn im Roman wird - zumindest lese ich es so - die Selbstverletzung dieser Frau auch gezeigt. Womit du wohl recht hast: Eine Frau würde wahrscheinlich die Schönheit stärker als eine Ursache dieser Selbstverletzung begreifen und daher anders davon sprechen, wie schön diese Frau ist (auch und gerade, wenn sie diese Schönheit anerkennen und sogar genießen könnte).

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    7. Anmerkung: In diesem Kommentarbaum wurden Kommentare gelöscht, so dass der Zusammenhang nun nicht mehr zu erschließen ist.

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  11. Ich hätte mich köstlich amüsiert, wenn Sie in diesem speziellen Fall gelogen hätten!
    Aber gut.
    Nur dass mich redliches Raten, besonders bei Regen, rasant überfordert.

    Vielleicht ja morgen, bei Sonn'schein! : )

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  12. Und Petra hat recht. Sie gewinnt das Buch "Fettberg" von Phyllis Kiehl. Ihre Argumente überzeugen mich, obwohl ich selbst vielleicht nicht richtig gelegen hätte.

    Ich löse auf:
    Vor Tutzing - ist ein Auszug aus Rainald Goetz: Klage
    Junge Frauen.Alte Frauen -ist ein Auszug aus Marlene Streeruwitz: Es war nicht wegen...
    Technostar - ist ein Auszug aus Alban Nikolai Herbst: Meere
    Heimweh -ist ein Auszug aus Franziska von Reventlow: Amouresken

    Jedes dieser Bücher verdiente einen Beitrag in der Rubrik "Erlesen. Buch-Empfehlungen".
    Rainald Goetz "Klage" erzählt vom Ringen um den Roman, der scheitert, während im Netz etwas gelingt.
    Über Marlene Streeruwitz Buch habe ich schon geschrieben. Es war nicht wegen...
    Alban Nikolai Herbsts Roman "Meere" ist einer der schönsten Liebesromane der Gegenwart, wie ich finde.
    "Amouresken" erzählt von einer weiblichen Emanzipation jenseits von Berufstätigkeit, also jenseits des Versuchs, ein "Männerleben" zu führen. Es setzt radikal auf die Freiheit der Liebe, mit allen lebensgefährlichen Risiken, die das bedeutet.

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