Montag, 3. Januar 2011

FOOD-FOTOGRAPHIE IN DER SELL-KÜCHE

Den Verzehr der Ginkgo-Samen habe ich überlebt, der Rest der Familie auch. Amazing haben sie besonders gut gemundet. Ich finde, sie schmecken ein wenig wie Maronen. Eigentlich sollte es ein Silvester-Snack werden: Ginkgo-Samen, geröstet und gesalzen, um das neue Jahr kulinarisch einzuleiten. Als es soweit war, war keiner mehr in der Verfassung oder gewillt, sich an den Herd zu stellen. Wir hatten auch ohne dies ein Festmahl: Mit Ricotta gefüllte Muschelnudeln auf gelber Paprikasoße, Perlhuhnbrust und Linsenrisotto, selbstgemachtes Pistazieneis mit einer Sauce aus Quitten und Madeira. Das würden Sie gerne sehen? Bei Syra Stein habe ich schon darüber nachgedacht, eine Koch-Rubrik einzuführen. Aber: Ich scheitere an der Food-Fotografie. Bei unserem Silvester-Menü zum Beispiel vergaß ich die Batterien des Fotoapparates aufzuladen. Auch die Schritt-für-Schritt-Fotos, die ich von der Ginkgo-Samen-Zubereitung gemacht habe, entbehren der professionellen Inszenierung, die einem bei der Lektüre von Kochbüchern das Wasser im Mund zusammen laufen lässt. (Ich verwende meine wesentlich häufiger, um diesen Effekt zu erzeugen, als um die Rezepte nachzukochen.)

1. Die Ginkgo-Samen auspacken


2. Die Samen mit dem Nussknacker öffnen




3. Anrösten der Samen in der leicht geölten Pfanne




4. Salzen - Fertig!


Im Hintergrund können Sie in einem Ausschnitt die museale Sell-Einbauküche erkennen. Es handelt sich hierbei um die erste Einbauküche, die auf dem deutschen Markt angeboten wurde. Sie ist unkaputtbar aus Stahl und es ist mir unbegreiflich, wie jemand dieses Teil gegen eine aktuelle Einbauküche aus Pressholz austauschen kann. 


Die Firma Sell hat sich später auf den Bau von Einbauküchen für Flugzeuge spezialisiert, inzwischen, glaube ich, existiert sie nicht mehr. Sell Air Industries - Küchen wie diese werden tatsächlich in Museen ausgestellt: hier.

Kommentare:

  1. Liebe Melusine! Sie haben doch da sicherlich so ein kleines Kameradingens, was fast alles von allein einstellt. Es ist nie ein Scheitern, man muß sich nur mit der Kamera beschäftigen, ihr Aufgaben geben. Jede Kamera fotografiert einigermaßen akzeptabel, wenn man weiß, wie sie funktioniert... die Möglichkeiten kommen dann von ganz allein. Ich trug mich vor Monaten mit dem Gedanken, mir eine neue Kamera kaufen zu wollen... fragte jemanden um Rat. Die Antwort war: "Du mußt deine Kamera lieben." Die hellen Ginkosamen hätten Sie hervorragend auf der dunklen Arbeitsfläche Ihrer Küche liegend, angeleuchtet vom Küchen- und/oder Tageslicht, vielleicht zusätzlich mit einer rundflächig geformten Alufolie für die spezielle Ausleuchtung, mit Nahaufnahme fotografieren können (es gibt übrigens kleine Standschirmchen zum Ausleuchten zu kaufen, die auch garnicht teuer sind). Desgleichen gilt für die Aufnahme mit dem Nußknacker (hier ohne Makro). Die Aufnahme mit der Pfanne ist fast in Ordnung, bitte das nächste Mal darauf achten, daß die Pfanne ganz auf dem Bild ist. Ihre Aufnahmen von der exorbitant superkalifragelistischen Küche sind genial...... bloß nich entsorgen... ich mein die Küche! Oh... da bin ich ja ganz neidisch.

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  2. Liebe Syra,

    ich glaube, so werde ich nicht mehr fotografieren "lernen", so bewusst und organisiert. Ich pfusche das so dahin. Die Pfanne hab ich sogar absichtlich abgeschnitten, damit es nicht "richtig" aussieht, sondern zum Rest passt...;-). Aber Danke für die Tipps. Vielleicht bereite ich ja doch mal was ganz Geniales zu, was unbedingt fotografiert werden muss.

    (Die Arbeitsfläche ist nicht dunkel, sondern hellblau, nur der Rand ist schwarz.)

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  4. foto 1 ist genial.
    da versucht sich ein junger mann als nussknacker. ist eine schwierige angelegenheit, denn sie (die samen) fallen oder schweben ihm regelrecht aus der hand...
    hat er sich etwa beim zerkauen eines kerns auf die zunge gebissen? seine mimik verheisst nichts gutes. ;)

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  5. Liebe Julia, bin ich froh, dass es doch jemand merkt. ;-) Wie sollen wir uns zu ihm stellen: Mitleid oder Mitscham?

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  6. wenn man ihn als komiker betrachtet, dann gehts ums schmunzeln... ;)

    der gingko ist wirklich eine interessante, fossile pflanze
    http://www.baum-des-jahres.de/bdjt.html

    zu dumm, dass hierzulande vorwiegend nur maennliche exemplare gepflanzt werden. so kommen wir ja nicht in den genuss, samen selbst zu ernten.

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  7. Die alte Stahlküche von Sell gibt es nicht mehr, immerhin hat sich die Frankfurter Firma 8linden auf das Material Edelstahl besonnen und bietet somit erneut eine Metallküche an.

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