Dienstag, 1. November 2011

BADEKNECHT WETTER VOM STRAHL (oder: Wohin flücht´ ich Elende vor mir selbst?)

Ein Beitrag von BenHuRum



Die Hirschkuh, von der Mittagsglut  gequält,  
den Grund zerwühlt mit güldenem Geweih, 
sie sehnt sich so begierig nicht, 
vom Felsen in den Waldstrom sich zu stürzen, 
als ich, jetzt , da du mein bist, 
in alle deine starken Reize mich.



Die Kyrenaische Hyndin

Schau, wie ich mich unter der glühenden Sonne strecke. Ein Bild, das einen Gott als Betrachter verdiente. Kein Makel verblieb, als ich zuletzt aus dem Becken stieg, endgültig amalgamiert. Auch nicht das Mal, das dir der Engel zeigte. Aber leg nun deine Hand auf meinen Schenkel: Modernste Technik lässt ihn samtweich ins Blaue erstrahlen. Bin ich nicht ein geglückter Entwurf geworden für all deine Träume von Perfektion? Mein Wuchs aus schwedischem Eisen, meiner Wangen Rot aus Ungarns Bergwerken, mein französischer Pagenkopf, meine vollen Lippen aus München? Magst du dich nicht in mich versenken? Verliebt, ja, wie ein Käfer bin ich dir. Du antwortest nicht? Ich weiß, dass du die Gesänge Salomos vortragen kannst in jeder von mir gewünschten Tonlage. Sieh, wie ich meine Brüste dir entgegen halte. Verflucht die hündische Dienstfertigkeit. Lässt du dich endlich herbei, mich ins Bad zu heben? So sollen die Wasser uns umschließen, wie einen einzigen Körper. Was bleibst du so kalt, wenn ich mich an dir reibe? Dass dich mein Angesicht nicht rührt. Ich will mich in meinem Schweiße baden unter deinen Händen. Du hast alle Griffe programmiert, mich zur Raserei zu führen, sagten sie mir. Doch ich kann dir jetzt keinen Tropfen Flüssigkeit entringen. Wie aalglatt waren doch deine Versprechungen. Ich wollte, dass die Erde mich verschlänge.

(Text: M.B./J.S.P.)

Kommentare:

  1. hej, ein androide, der pfitzauf kann. mit so ner zukunft kann ich leben ...

    AntwortenLöschen
  2. Sie lebt schon mit uns. Die Zukunft. Schau einmal auf Datum und Uhrzeit des Posts. Sonderbar.

    AntwortenLöschen
  3. das ist bestimmt wieder so ein mieser trick des buchhandels oder literaturbetriebs. es wird so lange ein nicht vorhandenes phänomen diskutiert und kommentiert, bis plötzlich dazu ein werk erscheint.

    AntwortenLöschen