Dienstag, 25. Oktober 2011

BIRNEN ODER ÄPFEL? (Erotik-Romanze)

Ein Beitrag von BenHuRum

Seit Tagen ringt sie um ein ästhetisches Bild ihrer entblößten Brüste. Notwendig erscheint ihr zunächst eine Hebung durch metallene Büstenheber, die Spitzen aufstellend und härtend. Der Kulturtheoretiker, den sie beherbergt, spricht vom ewigen Bild der nackten Muse, doch sie arbeitet ausschließlich am eigenen Körper. Der Push-up wird entfernt und der Hintern (Das Wort „Arsch“ erscheint unangemessen) in einer 70er Jahre-Welle rausgestreckt. So träumt sie sich in eine Welt ohne BHs mit braunen Brusthöfen und rosa schimmernden Beeren unter durchsichtigen Blusen. Heimlich entkleidet sie aus dem Augenwinkel ihr Spiegelbild mit ihren Blicken. Sie saugt sich am Schwung der üppigen Hüfte fest und hat Mühe, ihre Hände im Schoß ruhig zu halten. Schamhaft senkt sie den Blick.

Und so kommt es zu dem Augenaufschlag, der ihn bezaubert, als er das Abteil betritt... 

(Text: M.B./J.S.P.)

Kommentare:

  1. Ist das (noch) erotisch?: "Schamhaft senkt sie den Blick wie eine scheue Jungfrau." Mir verginge da jede Lust. Was sollte ich, als Mann, mit einem Häs'chen? Das wäre mir derart unterlegen, daß ich jederzeit selbst das Gefühl hätte, hier müsse der Jugend-, nein, Kinderschutz greifen. Mag m e in Problem sein, da ich auch für raffiniertere Lolitas nicht anfällig bin und die sog. Reinheit, vor allem in sexuellen Belangen, absurd finde. Deswegen wiederum gefällt mir sehr, spricht es mich erotisch enorm an, wie diese Frau ihre Brustwarzen manipiuliert. Ja, darauf würde ich reagieren. Würde das aber wieder mit ausgestellter Schamhaftigkeit kombiniert, hätte ich das Gefühl von Koketterie - und sofort griffe abermals die sexuelle Beißhemmung. Deshalb kann ich nicht nachvollziehen, daß ihn der Augenaufschlag "bezaubert". Das ist viel zu deutlich, als daß ich da als Mann nicht sogar verstimmt, weil nämlich in der Intelligenz beleidigt, reagieren müßte.
    Das Kindchenschema gehört für mich zu - ecco! - Kindchen. Das mag bei Pädophilen funktionieren, die sowieso eine mir völlig fremde Menschenart sind - bei Erwachsenen bezweifle ich das.

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  2. Mit der "Jungfrau" haben Sie recht. Die habe ich einfach : entfernt!

    Ein wenig lustig (Verzeihung!) finde ich, wie Sie (der Mann) nur auf den letzten Satz reagieren, so als hätten alle die Manipulationen zum Ziel das Erscheinen/die Beobachtung des Mannes gehabt. So lese ich das nicht (-der Einwand ist natürlich ein wenig hergeholt, da "ich" es auch geschrieben habe). Tatsächlich erregt die beschriebene Frau, was sie mit sich selbst macht und an sich beobachtet. Dass der Mann erscheint, ist ja eher ein "Unfall", den er missverstehen könnte, nämlich, dass alles für ihn inszeniert sei, was sie in Wahrheit nur für sich getan hat.

    Und offenbar erregt d i e s e Frau weniger der metallene Bügel als die durchsichtige Bluse...

    Aber die Einwände sind interessant, denn ich nehme überrascht zur Kenntnis, dass der letzte Satz in der Tat einen nicht allzu klugen oder erwachsenen männlichen Eindringling vor dem inneren Auge erstehen lässt. Das ist eine - wohl nicht ganz unberechtigte - Kritik an "meinem" Männerbild!?

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  3. PS: Über das Wort "bezaubert" denke ich noch mal nach!

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  4. "Bezaubert". Es ist ein s c h ö n e s Wort, aber in dem in Ihrem Text hergestellten Zusammenhang hat es, leider, viel Antiquariat. Was Ihr Männerbild angeht, so mag das sein; ich weiß das nicht. Aber mein eigenes Männerbild ist oft entsetzt von dem, was ihm von seinen Geschlechtsgenossen so vorgesetzt wird. "Entsetzt" ist zu stark... eher: gelangweilt.

    Zur Autoerotik: gerade sie erregt. Das ist ja das Spannende für mich an dem Text: dort, wo die Wirkung nach außen gerichtet wird, verpufft sie. - Ich erinnere mich einer Geliebten (ich habe sie später zu einer Romanfigur gemacht), der ich deswegen verfiel, weil sie rein für sich, geistesabwesend, zärtlich über die Nylons den Strich ihrer Waden mit den Fingern nachzog. In dem Moment war ich geliefert. Sie war von sich selbst komplett erotisiert. - Ihr Parfum steht heute noch bei mir, ein Restchen Quelques Fleurs, zwanzig Jahre später... nein, fast fünfundzwanzig sind es jetzt.

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  5. - Ich könnte sagen (und schreib es hiermit ja auch): Das war die Intention. Mit dem Eintritt des "Er" endet die Erotik und die "Romanze" (antiquiert) beginnt. So war´s gedacht.

    Indes...so gefällt´s Ihnen nicht. Mit Grund. Den nehme ich zur Kenntnis.

    Es ist mein Umgang mit den Collagen von BenHuRum immer eine Gratwanderung. Sie geben etwas vor, was ich "fort"-schreibe. Im doppelten Sinne. Ich hoffe nicht, dass ich sie dabei "reinige". Das wäre tatsächlich verfehlt.

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  6. jegliches eintreten scheint ein problem, das ist hausgemacht, aber häuser gehören dazu wie keller und dachböden, man kann dort so wunderschön herumkugeln.

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  7. Ja, ein-treten. Sehr doppeldeutig. Ertappt. Ist sie? Aber...-ein Haus? Obwohl antiquiert (oder weil), dachte ich, er trete in ein r o l l e n d e s Abteil. Denn, wie bekannt, gehört für meinereine zur Erotik-Romanze von Alters her das donnernde Geräusch der Züge:
    Unter den Zügen

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