Posts mit dem Label West-östlich ohne Divan werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label West-östlich ohne Divan werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 22. Januar 2014

SO NICHT? (West-östlich ohne Divan)


Geduldet


       
„Wie irrig wähntest du,
dass dein Begehren ihn dir einverleibe
Und schmeichelst dir nun gar mit Blicken,
die er gut auf sich verwendet.“

Der Maler


„Ich bin zufrieden, wie sie schaut.
Mir diene zur Entschuldigung:
Liebe ist freiwillige Gabe,
Schmeichelei Huldigung.“


***
Das war ja jetzt ...

Keine, keine Duldung.

Außerdem (Ich hasse Sätze, die mit „außerdem“ anfangen.) hätte ich dir gern:

Wie sollen Gedichte entstehen, wenn keine/r verliebt ist?



Freitag, 21. September 2012

WEST-ÖSTLICH OHNE DIVAN (10): Pfänderspiele vice versa

von BenHuRum



Pfänderspiele vice versa

               
Einer holden Elbin gleich  
Macht sie schöne Männer reich
Wärmt sie deren weiße Brust
Schürt ihr Feuer, ihre Lust,
Führt sie von den Sorgen fort
An der Träume holden Hort,
Wenn das eingravierte Wort
Ihm von ihrer Liebe schwärmet
Und ihr Pfand sein Herz erwärmet,
Mag es sein, dass er vergisst,
Was er an ihr stets vermisst.
Denn den Mann, der auf sich hält,
und sich nicht verdrießlich stellt,
weil ihr Funkeln seinen Tag erhellt,
hat der Stein, den sie ihm zugedacht,
schon im Fenster leuchtend angelacht –
und er nimmt aus ihrer Hand
ungeniert und froh den Diamant.

(M.B./J.S.P.) (aus der Serie: WEST-ÖSTLICHE OHNE DIVAN)

Verwandte Beiträge




Donnerstag, 3. Mai 2012

WEST-ÖSTLICH OHNE DIVAN (9): Digitale Unglücklich-Glückliche


Nicht mehr aufs weiße Blatt
Schreib ich gereimte Verse,
Nicht mehr fass ich in Schrift meine Lieb´
Der Wolke droben, der unsteten
Send ich bewegte Worte zu
Auf deren virtuelle Kraft ich baue
Alles strahlt von keiner Mitte her
Die Erden sind verstreut im All
Kein Schiff kommt aus den Fernen
Kein Liebender betrifft den Boden
Wir zucken weiter auf unseren Lagern
Wie Tiere und sehnen uns nicht fort
Aber nacheinander und ruhen nicht
Unglücklich-glückliche bleiben wir
Unter und zwischen den Masten
Die unsere Chatprotokolle leiten
Weiter als wir rufen können:
„Ich liebte dich, war deine Herberge,
Schmückte deine Spuren aus,
O, Du, Geliebter, so bleibst du?“

Montag, 25. April 2011

WEST-ÖSTLICH OHNE DIVAN (8): WINKELZÜGE DES BEUTETIERS

Winkelzüge des Beutetiers

Wenn immer ich schelte so böse,
Dass sich die Zunge endlich löse
Und mir die Worte gäbe, die ich versteh´.
Ich sagte doch nur: Bitte geh doch, geh!
Um Ring für Ring zu schmieden die Kette,
Die als Fessel des Herzens mich rette,
Einen Schutz für mein endloses Sehnen,
Einen güldenen Flor mir zu lehnen,
Um mich zu hüten vor deinen Bissen -
Längst hast mich du in Stücke gerissen.


Donnerstag, 16. Dezember 2010

West-östlich ohne Divan (7): SCHLECHTER TROST

Bild von BenHuRum

In den Nächten wach und schreib ich,
Wie ich mich im Netz verliere,
Geister trollen durchs Verlinkte,
Machen bleiche Wangen röten.
»Alles Kartenhäuser“, schrein sie.
Stumm und sinnend finden sie mich,
Die sie träumend sonst umwuselt.
Alles stürzt in Trümmer, fühl ich.
Bitte denkt nicht schlimmer von mir,
Mag die Wesen ich beschwören.
„Schwerer Jammer wird sie treffen!“,
Kreischen Koboldstimmen um mich,
Bleiben völlig unbekümmert,
Ob ich weise oder töricht.
Tanzen fort und fort und fort...

Dienstag, 12. Oktober 2010

West-östlich ohne Divan (6): Lieblich ist des Buben Blick

Köchins Blick ist reizend, eh sie köchelt,
Gruß der Dame, die so zärtlich röchelt,
Hell bestrahlet schon bereit steht,
Keiner williger als dieser gibt
Was ihr Aug´ und Hand so liebt,
Wie sich´s in die Sonne dränget,
Zärtlich herzig sie empfänget.
Welch ein Blick! Ein Gruß! Ein sprechend 
Streben
!
Schau es recht und du wirst immer geben.








(* Eigentlich war es so:  T. und ich hatten uns verabredet, um die Ausstellung in der Schirn (""Weltenwandler") und die Else Lasker-Schüler-Ausstellung im Jüdischen Museum zu besuchen. Doch vergaßen wir, dass montags alle Museen zu sind. So schlenderten wir stattdessen vom Schirn-Café hinüber zum Goethe-Haus, dem Tipp des Bücherbloggers folgend: 7 mal Wilhelm Meister. Da lief uns jener fröhliche junge Mann in den Weg und als wir schon vorüber waren, sagte ich zu T.: "Von dem hätte ich gern ein Foto für mein Blog, aber ich trau mich nicht, den zu fragen." "Von wem?" "Na dem: Frei + willig." T. schaute rüber, nahm mir den Apparat aus der Hand, ging das Stück zurück, fragte an, der junge Mann lachte überrascht, aber willig, T. fotografierte, ich winkte. Leider - falls es Interessentinnen gibt - vergaß T. nach Namen und Kontaktdaten zu fragen. Da könnte ich also nicht weiterhelfen. Allerdings ist hinter dem Frankfurter Dom, wo das Technische Rathaus stand, eine Großbaustelle, an der noch eine Weile zu tun ist. Könnte sein, dass der junge Mann wieder dort auftaucht.)

Freitag, 3. September 2010

West-östlich ohne Divan (5): LICHTER

Für Markus A. Hediger

Bilder-Buch

Wundert dich im Buch das Bild
Das ich vorfand, ungelesen.
Aufmerksam hab ich's betrachtet:
Viele Farben und Girlanden,
Keine Tiere, keine Pflanzen,
Die im Auge nie sich bilden,
Von der Netzhaut ungelöst
Hinter hohler Stirn verborgen
Eine zerebrale Täuschung
Fragmentarisch und verkümmert.
Mit Erklärungen verlängert,
Endlos, ohne Maß
Verbildet! – doch am Ende
Weisen zuckrigsüße Engel
Dir allein den rechten Weg
Unbebildert, ungeboren
Schattenreich im Licht
Ungegründet und erblindet:
Wie im Himmel so auf Erden.


Für Azar


"Wie bei Markus´ Engeln"
Geständnis

Ja, die Augen waren's,
Die mich täuschten,
Die mich sogen und verzogen
Mich beglückten und verzückten
Mich so wonniglich betrogen
Mich verrieten und bestahlen
Die mir alles wirr verbogen
Und so schön die Welt mir färbten
Wie in paradies´schen Formen
Ließen schwebend wogen
Was sie mir gegeben




War es das? Wo ist es hin?
Dieses Bild, sie haben es gegeben
Auch wenn es in jedem Lichte flieht
Bleib ich doch gefesselt
All mein Leben... 

Samstag, 21. August 2010

West-östlich ohne Divan (4): Nachsicht für den Herrn

Darauf ließ Gott Adam in einen tiefen Schlaf fallen, entnahm ihm eine Rippe und schuf aus dieser sein Gegenüber: Eva.


Nachsicht für den Herrn: Gerippt 


Behandelt die Herren mit Nachsicht!
Fälschlich zum Bilde ward er geschaffen;
Dem Herrn schien er nicht recht gelungen.
Willst du ihn formen, er sticht;
Lässt du ihn gehen, er hält dich fester:
Du liebe Eva, wie wäre er besser?

Behandle die Herren mit Nachsicht:
Es ist nicht gut, dass euch ein Spiegel bricht.


Setzung
Frau Rauscher als Buddha*
Sie ist ein wenig verzerrt, wie im Grunde jedes Bild. Mann macht was vor. Und Frau gibt was aus. So kommt es zum Rausch. Und der Verzerrung. Verzeihung: Verzehrung.


Man kann das auch anders herum drehen (wie gesagt: alles ist "verdreht"), nämlich so: "Männer lieben Frauen (objekthaft) und Frauen sich selbst (narzisstisch) heißt letztlich aber: beide Geschlechter lieben Frauen, wenn auch nicht auf gleiche Weise - und deshalb klappt es nicht so gut zwischen Frauen und Männern." (Klaus Theweleit). 

Außer im Rausch.  


Wenn man sich oft und schnell genug dreht, werden es Pirouetten. Am Anfang steht: He ist my lord (Kiss me like you mean it, The Magnetic Fields) und dann passieren so Sachen: Things (Nancy Sinatra und Dean Martin). Aber letztlich ist doch klar: The bible didn´t mention us, not even once... (Samson, Regina Spector).

Samstag, 7. August 2010

West-östlich ohne Divan (3): SPALTUNG

Unter den Gleisen*
* Zurück zum Anfang: Zugverkehr (1)
Nur das Wasser singt
 kühlend mir ein Lied
Wenn unter den Brücken
Es züngelt im Ohr
Hingestreckt den Zügen
Erschüttert der Körper
 Rollender Wägen
Lärmen begehrlich birgt
Und fort wächst von hier
Hinter dem Schall
Ich werde rasend, toll –
Ist das ein Wunder?
In weite Ferne
dehnt sich das Kind
Ich, Irre, rase schon,
Ist das zum Staunen?

Samstag, 10. Juli 2010

West-östlich ohne Divan (2)

Schmelzpunkt


SCHENKE
(West-östlich ohne Divan, 2. Versuch)

Mir schien es in der Schenke nicht vermessen
Wie andere auch war ich versessen
Wir schwatzten, lachten, bändelten hernach.
Bei meinem Liebsten saß ich ganz erquickt:
Was weiß ich denn, wie er mich schmeckt.
Ich lieb´ihn, wenn ihn Bein und Arm umringt,
Wie er sich schenkt und mich verschlingt.
Wo waren Cam, Phone, File, ach wo,
Zu speichern dies? So war´s! Ja, so!

Freitag, 28. Mai 2010

West-östlich ohne Divan (1)

Unleidlich 

Wer verbietet das Vögeln,
Lautlos auf den Fluren,
Und gebietet zu zappeln
Wie Schafe unter der Schur?

Stell´ ich mich wohl ungebärdig,
Wenn mir die Wolle kraust?
Nein! Die Ungebärden entzwingt mir 
Der Scherer, der mich zersaust.

Wer will mir wehren zu singen
Nach Lust zum Himmel hinan,
Den Wolken zu vertrauen 
Wie lieb sie mir´s angetan?