Samstag, 9. Oktober 2010

STATT BUCHMESSE: EIN TREFFEN MIT GUIDO ROHM UND SERAPHE

Guido Rohm las bei OpenBooks Frankfurt im Kunstverein aus „Blut ist ein Fluss“. Er war, so schien es mir beim Eintreten, vor der Lesung ein wenig aufgeregt. Ich auch, allerdings aus anderem Grund. Denn wir kannten uns ja bis dato nur virtuell. An der Tür standen er und seine Lebensgefährtin Seraphe im Gespräch mit dem Verleger. Ob sie mich erkennen? Soll ich gleich auf sie zugehen? Morel und ich entschieden, erst einmal im Hintergrund zu bleiben und suchten uns einen guten Sitzplatz. Doch Seraphe, natürlich, hatte mich erkannt, kam herüber; wir begrüßten uns, es war gar nicht schwierig, ins Gespräch zu kommen, es war fröhlich und freundlich; Guido kam dann auch zu uns herüber. Noch war er ein wenig nervös, so direkt vor der Lesung, während meine Aufregung sich nach Seraphes herzlicher Begrüßung gelegt hatte. Er fürchte, berichtete er, zu schnell zu lesen. Aber – um es gleich vorweg zu sagen: Er las sehr gut, genau im richtigen Tempo, das Publikum war ganz offensichtlich gefesselt und auch wir, die den Roman schon kannten, wurden noch einmal in seinen Sog gezogen. Er hatte die ersten drei Kapitel ausgewählt, so entstand auch bei denen, die das Buch noch nicht gelesen hatten, ein Eindruck der verschiedenen Ebenen und Erzählstile: der Prolog  aus der Ich-Perspektive des Serienmörders, der seine Hinrichtung erwartet, die Erzählung der Morde im Stil der amerikanischen hard boiled mysteries und die komischen Episoden mit dem fiktiven Kriminalautor Tom Torn.

Hinterher saßen wir noch im Café  Metropol bei Kaffee, Tee und Pflaumenkuchen, sprachen über Blogs, Heidegger, Schmant (mit d oder t?), hessische Mundart, den Literaturbetrieb und die Kinolandschaft in der Provinz. Es war schön, Euch kennenzulernen, Seraphe und Guido. Herzliche Grüße auch von Morel.

(Leider vergaß ich, Fotos zu machen, obwohl ich den Fotoapparat einstecken hatte.)




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Kommentare:

  1. "Aber – um es gleich vorweg zu sagen: Er las sehr gut, genau im richtigen Tempo, das Publikum war ganz offensichtlich gefesselt und auch wir, die den Roman schon kannten, wurden noch einmal in seinen Sog gezogen."

    das hätten sie auch schreiben können ohne hinzugehen, ich würde gerne einmal zählen, wie oft das in diversen freundschaftsblogs steht, moment ich schaue einmal nach.

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  2. Immer der gleiche missgünstige Unsinn. Die Sprache und der Erzählstil von Guido Rohm haben mich überzeugt, ohne dass ich ihn kannte. Daran hätte sich gar nichts geändert, wenn er heute nicht gut gelesen hätte. Er las aber gut. Und deshalb schreibe ich es. Punktum. Wäre es anders gewesen, hätte ich es auch geschrieben. Sie waren nicht da, maßen sich aber ohne weiteres ein Urteil an.

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  3. Liebe Melusine, richten Sie Morel einen lieben Gruß von uns aus. Es war ein sehr schöner Nachmittag. Beste Grüße. Seraphe und Guido

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