Lesung von Guido Rohm und Alban Nikolai Herbst in Fulda
Alles ist Fiktion. Trank Alban Nikolai Herbst gestern in Fulda Wein (DieDschungel) oder Bier (Pathologie)? Wer las besser: Guido Rohm oder ANH? Und wer vergoss mehr Blut? Wer dichtete schneller? Ich werde keine dieser Fragen beantworten. Denn ich bin die Blutgräfin. Endlich hat Guido Rohm es erkannt. Und verstanden. Keine Gegendarstellung ist nötig, diesmal. Denn ich durfte voll Freude feststellen: Es war Seraphe gelungen, Rohm vom Soma-Konsum abzubringen. Er wirkte völlig verändert, bildete vollständige Sätze und las phantastische Geschichten: Die „Kleine Geschichte der Brandstifterei“ (über die ich noch schreiben werde) und einen noch unveröffentlichten Text über die Unterwelt, unser aller Unterwelt, denn: seien wir ehrlich, in uns allen steckt dieser Durchblicker, der im Gesicht des Anderen die Totenmaske entdeckt, unter der Haut das Skelett sich abzeichnen sieht, der weiß, was kommen wird, mit schrecklicher Klarheit, auch weiß, was er getan hat oder getan haben könnte, dem das Blut an den Händen klebt oder kleben könnte, dazu muss man nicht Guido Rohm sein oder an einer Psychose leiden oder vom Vater missbraucht worden, man muss nur mal den Kopf heben und hinschauen in die ausgemergelten, freudlos verblassten Gesichter derer, die sich jeden Morgen in die U-Bahnschächte ergießen. Aus diesen Tiefen zog uns das sanfte Plätschern einer kleinen Bierjungfrau im Bier-Keksdosen-Puppenhaus, mit dem Alban Nikolai Herbst das Publikum in Fulda erfreute, allerdings ging es auch hier um eine tragische Liebesgeschichte, einseitig, selbstverständlich, wie alle tragischen Liebesgeschichten, in denen einer zu viel und eine zu wenig liebt. Da sitzt Mann dann am Ende über einem Bier traurig in der Lützowbar und weiß: Das war´s.
Von Puppen war auch die Rede, doppelt: Herbst las aus „Azreds Buch“ vom bedauernswerten Ende einer schaufensterschönen Lingérievorführerin unter einem Linienbus und ich erzählte, was ich gestern schon schrieb (Puppenspiel: Barbies et.al.): Wie schwer es mir falle, die Puppe zu schneiden, die doch extra zu diesem Zweck angeschafft worden sei. Denn ich bin nicht böse, wiewohl ich an das BÖSE glaube. Doch brauche ich – anders als der Teufel - Gründe. Unreine Motivationen. Es wird die Pani Tau („Ach, ich will dein Püppchen sein“), an deren Geschichte ich schreibe, auch nicht dem Teufel zum Opfer fallen, sondern einem Menschmann, der seine Gründe hat. Puppenlieben sind notwendig tragisch, offenbar, wenn eine zu viel liebt und einer zu wenig. Es wird jedoch kein Blut fließen, wenn die Pani Tau stirbt. Ist das eine haltbare These: Frauen schreiben anders ... über Puppen? Ach, was weiß ich. Die Blutgräfin bin ich. Das gefällt mir. Und ich will Blut sehen. Ein andermal. Aber nicht das der Puppe.
Von Puppen war auch die Rede, doppelt: Herbst las aus „Azreds Buch“ vom bedauernswerten Ende einer schaufensterschönen Lingérievorführerin unter einem Linienbus und ich erzählte, was ich gestern schon schrieb (Puppenspiel: Barbies et.al.): Wie schwer es mir falle, die Puppe zu schneiden, die doch extra zu diesem Zweck angeschafft worden sei. Denn ich bin nicht böse, wiewohl ich an das BÖSE glaube. Doch brauche ich – anders als der Teufel - Gründe. Unreine Motivationen. Es wird die Pani Tau („Ach, ich will dein Püppchen sein“), an deren Geschichte ich schreibe, auch nicht dem Teufel zum Opfer fallen, sondern einem Menschmann, der seine Gründe hat. Puppenlieben sind notwendig tragisch, offenbar, wenn eine zu viel liebt und einer zu wenig. Es wird jedoch kein Blut fließen, wenn die Pani Tau stirbt. Ist das eine haltbare These: Frauen schreiben anders ... über Puppen? Ach, was weiß ich. Die Blutgräfin bin ich. Das gefällt mir. Und ich will Blut sehen. Ein andermal. Aber nicht das der Puppe.