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Freitag, 19. November 2010

BLUTGRÄFIN UND PUPPENBLUT

Lesung von Guido Rohm und Alban Nikolai Herbst in Fulda

Alles ist Fiktion. Trank Alban Nikolai Herbst gestern in Fulda Wein (DieDschungel) oder Bier (Pathologie)? Wer las besser: Guido Rohm oder ANH? Und wer vergoss mehr Blut? Wer dichtete schneller? Ich werde keine dieser Fragen beantworten. Denn ich bin die Blutgräfin. Endlich hat Guido Rohm es erkannt. Und verstanden. Keine Gegendarstellung ist nötig, diesmal. Denn ich durfte voll Freude feststellen: Es war Seraphe gelungen, Rohm vom Soma-Konsum abzubringen. Er wirkte völlig verändert, bildete vollständige Sätze und las phantastische Geschichten: Die „Kleine Geschichte der Brandstifterei“ (über die ich noch schreiben werde) und einen noch unveröffentlichten Text über die Unterwelt, unser aller Unterwelt, denn: seien wir ehrlich, in uns allen steckt dieser Durchblicker, der im Gesicht des Anderen die Totenmaske entdeckt, unter der Haut das Skelett sich abzeichnen sieht, der weiß, was kommen wird, mit schrecklicher Klarheit, auch weiß, was er getan hat oder getan haben könnte, dem das Blut an den Händen klebt oder kleben könnte, dazu muss man nicht Guido Rohm sein oder an einer Psychose leiden oder vom Vater missbraucht worden, man muss nur mal den Kopf heben und hinschauen in die ausgemergelten, freudlos verblassten Gesichter derer, die sich jeden Morgen in die U-Bahnschächte ergießen. Aus diesen Tiefen zog uns das sanfte Plätschern einer kleinen Bierjungfrau im Bier-Keksdosen-Puppenhaus, mit dem Alban Nikolai Herbst das Publikum in Fulda erfreute, allerdings ging es auch hier um eine tragische Liebesgeschichte, einseitig, selbstverständlich, wie alle tragischen Liebesgeschichten, in denen einer zu viel und eine zu wenig liebt. Da sitzt Mann dann am Ende über einem Bier traurig in der Lützowbar und weiß: Das war´s. 


Von Puppen war auch die Rede, doppelt: Herbst las aus „Azreds Buch“ vom bedauernswerten Ende einer schaufensterschönen Lingérievorführerin unter einem Linienbus und ich erzählte, was ich gestern schon schrieb (Puppenspiel: Barbies et.al.): Wie schwer es mir falle, die Puppe zu schneiden, die doch extra zu diesem Zweck angeschafft worden sei. Denn ich bin nicht böse, wiewohl ich an das BÖSE glaube. Doch brauche ich – anders als der Teufel - Gründe. Unreine Motivationen. Es wird die Pani Tau („Ach, ich will dein Püppchen sein“), an deren Geschichte ich schreibe, auch nicht dem Teufel zum Opfer fallen, sondern einem Menschmann, der seine Gründe hat. Puppenlieben sind notwendig tragisch, offenbar, wenn eine zu viel liebt und einer zu wenig. Es wird jedoch kein Blut fließen, wenn die Pani Tau stirbt. Ist das eine haltbare These: Frauen schreiben anders ... über Puppen? Ach, was weiß ich. Die Blutgräfin bin ich. Das gefällt mir. Und ich will Blut sehen. Ein andermal. Aber nicht das der Puppe.

Mittwoch, 10. November 2010

Nachspiel: Guido Rohm macht einen Fehler, doch wird ihm vergeben

Nachspiel zum Treffen mit Seraphe und Guido Rohm

Wiederum: Des Menschenmannes Sucht nach Erklärung und Rechtfertigung  bringt die, die sich aufopfernd seiner Verworfenheit in den Weg stellte, in Bedrängnis. „Das Kind ist wieder zurück“, schreibt Guido Rohm heute, „denn die Madame hat Wort gehalten“, so weit so gut. Doch: Dabei kann er es nicht belassen. Verräterisch setzt er hinzu, was unbedingt hätte verborgen bleiben müssen. Wie gnädig folgte ich seinem Versuch, das Geschehen in eine dem Menschenverstand zugängliche Ordnung zu bringen. Und siehe: Ich rückte nur zurecht, was aus Gründen, die ihm selbst nur zu bewusst sind, im Interesse Dritter geklärt werden musste. Denn immer, immer will ich ein Blutvergießen vermeiden. Auch jetzt noch. Drum kein weiteres Wort von mir. Aber: Gewiss fühlt selbst dieser raue Osthesse im verborgensten Winkel seines Erdbewohnerherzens, dass kein Verlangen nach Schabernack die Wasserfrau antreibt. Ach, ach...

„An meinen Fenstern weint die Nacht –
Die Nacht ist stumm, es weint wohl der Wind,
Der Wind, wie ein verlornes Kind –
Was ist´s das ihn so weinen macht?
O arme Melusine“

Ein Trost aber ist´s, dass das Kind nun in froher Runde feiern mag. Das bleibt. Und wir in der Erinnerung des Kindes.

Sonntag, 7. November 2010

CASINO MELUSINE - Gegendarstellung

Ich habe es kommen sehen. Zu Morel sagte ich: „Pass auf, damit wird er nicht fertig, der Guido. Da werden wir morgen früh was zu lesen kriegen.“ Und so war es ja auch: Hier: Casino Melusine. Also musste ich gleich in der Früh mit meinem Rechtsbeistand telefonieren. Der saß noch beim Frühstück, aber wie immer den Laptop neben sich, lud er sich den Rohm-Text sofort hoch. „Willst du eine Unterlassungsklage anstrengen? Ich könnte eine einstweilige Verfügung erwirken.“ „Dann käme es aber zum Prozess, oder? Wo geklärt würde, ob und was...?“ Er lachte. „Ich verstehe, das wäre unangenehm für dich, in der Tat. Worum geht´s dir also?“ „Ich möchte das klarstellen. Zumindest grob erzählen, wie es wirklich war.“ „Und?“ Ich erzählte ihm die Story. „Also in diesem Fall ... Eher nicht. Die bloße Verabredung einer Straftat ist noch nicht strafbar, es sei denn, es geht um ein Verbrechen. Ein Problem ist die Sache mit der organisierten Kriminalität...Das ist grenzwertig, in der Tat.“ „Was rätst du mir also?“ „Schreib im Konjunktiv, nach dem Motto: So hätte es gewesen sein können...Die Leser kapieren das schon.“

Daher muss ich jetzt zu dieser Form greifen, die sich - gebe ich zu - unangenehm liest. Nur so aber kann ich Ihnen berichten, was geschehen ist, Verzeihung, geschehen sein könnte gestern, als Seraphe und Guido Rohm uns besuchten. Nehmen wir an, Morel hätte die beiden tatsächlich am Bahnhof abgeholt und wäre mit ihnen ins Casino Melusine gefahren. Dort wäre es auch zu jenen Spielen gekommen, die Rohm in seinem Text nennt. Bis hierhin könnte man Rohms Darstellung folgen. Interessanter aber ist, was er – möglicherweise – auslässt:  den eigentlichen Grund des Treffens, auf das er, Rohm, so sehr gedrängt hätte. Guido Rohm, wie aufmerksame Leser und Leserinnen seines Blogs Pathologie wissen, ist Kettenraucher. Auch hat Rohm mehrfach eingeräumt, dass seine finanziellen Mittel, insbesondere mit Blick auf die Befriedigung seiner Sucht, begrenzt sind. Mit Galgenhumor begrüßte er denn auch die geplante Steuererhöhung auf Zigaretten, die ihn – wie ihm Seraphe klar gemacht hätte – endgültig in die Privatinsolvenz treiben würde. Sie, Seraphe, sei ein geduldiger Mensch und Guido wirklich in aufrichtiger Liebe zugetan, doch müsse sie auch an ihr Kind denken und daher...Sie sehen, Leserinnen und Leser, wäre es so gewesen, hätte Rohm unter erheblichem Druck gestanden. „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“ Rohm wäre, setzen wir einmal voraus, schon länger heimlich Vorstand der „Deutschen Raucherliga“ (DRL), einer Untergrundorganisation, die sich vorbereitete auf den Widerstand gegen die zu erwartende radikale Diskriminierung der deutschen Raucherinnen und Raucher in allen öffentlichen und nichtöffentlichen Lebenslagen. Rohm nun habe nach längerem Nachdenken und Beratungen mit Seraphe, deren organisatorische Talente er hierbei zum Einsatz zu bringen gedacht habe, erkannt, dass über die Mitgliedschaft der DRL sich Vertriebswege erschließen ließen, mittels derer in einem zugleich politisch subversiven und persönlich lukrativen Akt die geplante Steuererhöhung im großen Stil zu unterlaufen wäre. Zur Realisierung dieses Planes aber hätten ihm die konkreten Kontakte zur – sagen wir mal -  vietnamesischen Zigarettenmafia gefehlt. Da wäre ihm eingefallen, dass ich ihm gegenüber – freilich nur in privaten Mails – angedeutet hätte, über meine Berlin-Connection solche Kontakte ins „Milieu“ herstellen zu können. Rohm hätte mich daher wochenlang bekniet, diese Kontakte „spielen“ zu lassen. Schließlich hätte ich nachgegeben und über mehrere Zwischenstationen, die hier keine Rolle spielen, ein Kennenlernen mit einem der Bosse für den gestrigen Samstag vereinbart. Zur Tarnung wäre das Casino Melusine eingerichtet worden, um dem Profi aus Berlin zu suggerieren, er hätte es hier mit Partnern auf Augenhöhe zu tun. Morel und ich wären zwar etwas nervös gewesen, hätten jedoch angenommen, den Rahmen für ein gedeihliches Geschäft vorbereitet zu haben. Schon vom Bahnhof aus hätte Morel mich jedoch über das Mobile angerufen, um mir mitzuteilen, dass Guido Rohms Benehmen mehr als befremdlich sei. Er hüpfe ständig auf einem Bein herum, manchmal schlage er auch der Länge nach hin, auf der Wange habe er eine Schürfwunde und dauernd brülle er: „Schlag ihn in den Sack.“ Seraphe und er hätten ihn nur mit größter Mühe ins Auto bugsieren können. Mir wäre es unter diesen Umständen, wie Sie sich sicher vorstellen können, recht mulmig geworden. Dieses Gefühl hätte sich nach dem Eintreffen Rohms im Casino Melusine noch verstärkt. „Es gilt nur eine Regel“, hätte er nach dem Öffnen der Tür gebrüllt. „Guido gewinnt immer.“ und dabei auf den Boden gespuckt. So wäre es weitergegangen. Als er schließlich versucht hätte, die Hosen herunterzulassen, wäre der Zeitpunkt da gewesen, an dem Seraphe die Wahrheit hätte gestehen müssen: Dass nämlich Rohm in seiner finanziellen Beklemmung sich bereit gefunden hätte, an einem Experiment teilzunehmen. Es ginge darum, das legendäre Soma wieder zu entdecken. Ein Forscher vertrete die These, dieses entwickele sich im Urin von Rentieren, nachdem sie Fliegenpilze verspeist hätten. Rohm nun nehme – gegen entsprechendes Honorar – täglich dreimal 0,2l dieser Flüssigkeit zu sich. „Und“, hätte Seraphe gesagt, „das Ergebnis seht ihr hier.“ Es wäre nach dieser Enthüllung klar gewesen, dass eine Begegnung mit dem vietnamesischen Boss aus Berlin unbedingt zu vermeiden wäre. Diesen abzuwimmeln, wäre mir, Melusine, letztlich auch mit Charme und Großzügigkeit gelungen, jedoch hätte Morel in der Zwischenzeit den Soma-vollen Guido im Keller mit Sackhüpfen und MauMau bei Laune halten müssen. Sie werden verstehen, liebe Leserinnen und Leser, dass Morel und ich unter diesen Umständen mehr also froh gewesen wären, wenn am Ende des Tages Guido und Seraphe wieder sicher im Zug nach Fulda gesessen hätten, der Mafia-Boss aber im ICE nach Berlin, ohne zu ahnen, mit welchem Typen wir ihn beinahe bekanntgemacht hätten.

Nachtrag
Dem Kind im Übrigen geht es gut. Es will nur nicht heim, „solange der Guido so ist“. Das kann man verstehen. 

Samstag, 9. Oktober 2010

STATT BUCHMESSE: EIN TREFFEN MIT GUIDO ROHM UND SERAPHE

Guido Rohm las bei OpenBooks Frankfurt im Kunstverein aus „Blut ist ein Fluss“. Er war, so schien es mir beim Eintreten, vor der Lesung ein wenig aufgeregt. Ich auch, allerdings aus anderem Grund. Denn wir kannten uns ja bis dato nur virtuell. An der Tür standen er und seine Lebensgefährtin Seraphe im Gespräch mit dem Verleger. Ob sie mich erkennen? Soll ich gleich auf sie zugehen? Morel und ich entschieden, erst einmal im Hintergrund zu bleiben und suchten uns einen guten Sitzplatz. Doch Seraphe, natürlich, hatte mich erkannt, kam herüber; wir begrüßten uns, es war gar nicht schwierig, ins Gespräch zu kommen, es war fröhlich und freundlich; Guido kam dann auch zu uns herüber. Noch war er ein wenig nervös, so direkt vor der Lesung, während meine Aufregung sich nach Seraphes herzlicher Begrüßung gelegt hatte. Er fürchte, berichtete er, zu schnell zu lesen. Aber – um es gleich vorweg zu sagen: Er las sehr gut, genau im richtigen Tempo, das Publikum war ganz offensichtlich gefesselt und auch wir, die den Roman schon kannten, wurden noch einmal in seinen Sog gezogen. Er hatte die ersten drei Kapitel ausgewählt, so entstand auch bei denen, die das Buch noch nicht gelesen hatten, ein Eindruck der verschiedenen Ebenen und Erzählstile: der Prolog  aus der Ich-Perspektive des Serienmörders, der seine Hinrichtung erwartet, die Erzählung der Morde im Stil der amerikanischen hard boiled mysteries und die komischen Episoden mit dem fiktiven Kriminalautor Tom Torn.

Hinterher saßen wir noch im Café  Metropol bei Kaffee, Tee und Pflaumenkuchen, sprachen über Blogs, Heidegger, Schmant (mit d oder t?), hessische Mundart, den Literaturbetrieb und die Kinolandschaft in der Provinz. Es war schön, Euch kennenzulernen, Seraphe und Guido. Herzliche Grüße auch von Morel.

(Leider vergaß ich, Fotos zu machen, obwohl ich den Fotoapparat einstecken hatte.)




Verwandte Beiträge:
Blut und Fluss. Kein Land für alte Männer. 

Dienstag, 28. September 2010

GIPFELTREFFEN IN FRANKFURT (Antwort an den "Bücherblogger")


Heute morgen überraschte mich der Bücherblogger mit einem Gipfeltreffen in Frankfurt zur Buchmesse: Hier. Melusine, dachte ich, traust du dich das? Ein Versuch: 

"Hesse sein heißt: Gefährlich leben wollen zu müssen."
(Matthias Beltz: Nacht, Europa, wo immer du auch bist)

Gipfeltreffen in Frankfurt am Main zur Buchmesse

Die Aufregung war ihr nicht anzusehen. Sie hatte den Kopf zurück gelegt und die Augen geschlossen. Über das Headset hörte sie Maximo Park: „Apply some pressure“.  Draußen glitten die wohlbekannten Ansichten vorüber wie ein sich stets wiederholender Traum: die Uferböschung, das krumme Wäldchen, die verlassene Fabrik mit den eingeschlagenen Fenstern, trostlose Schlafsiedlungen mit metallenen Pseudobalkonen, auf die nie jemand trat, schließlich die ersten Ausläufer Frankfurts, der Osten mit dem Hafenbecken, das riesige Loch am Main, aus dem einmal das neue EZB-Gebäude erstehen sollte. Der Zug fuhr über die Brücke, auf dem Fußweg erkannte sie an seinem langen blonden Haar, das ein Stirnband zusammenhielt, den 
Sternekoch des Frankfurter Hofes beim morgendlichen Jogging. Nur ein sehr aufmerksamer Beobachter hätte bemerkt,  wie ihre Finger sich in den Sitz krallten. Ob es klug gewesen war, dieses Treffen zuzusagen? Fiktionen, die sich materialisieren. Das konnte fürchterlich schief gehen. Die Wieder-Worte gebende Terésa und die schöne und begabte Alea Torik, die formvollendete, Formen auflösende Syra Stein, der blutrünstige Guido Rohm mit seiner Seraphe sowie der einfühlsame und belesene Bücherblogger – ein Treffen zur Buchmesse in Frankfurt am Main. Man macht sich natürlich Vorstellungen. Man fühlt sich verbunden.  Und dann wird schlimmstenfalls geschwiegen.  Peinliche Pausen, weil man in diese Gesichter nichts zu sagen hat. Weil alle ganz anders sind, als man erwartete. Weil man in den Augen der anderen liest: Die hatte ich mir aber anders vorgestellt. Nein, nicht einmal das wäre das Schlimmste. Das Schlimmste wäre ein belangloser Small talk, nach dem man wüsste: Das war vergeudete Zeit. Aber auch etwas anderes wäre möglich: Ein unmittelbares Erkennen, Stichworte, die wie Blitze in Köpfe fahren, Assoziationsketten, wenn ein Wort das andere gibt, Lachen über ungeheure Ähnlichkeiten und ungeahnte Unterschiede. Oder: ein langsames Herantasten, Austausch von Höflichkeiten, Versuchsballone, Anknüpfungspunkte, lächelndes Einverständnis, freundliches Kopfschütteln, Nachdenklichkeit, Gemeinsamkeiten finden, das Fremde schätzen. Melusine dachte: Schade ist, dass Hans1962 nicht aus Wien dazu stößt. Und die talentierte Phyllis. Aber Phylli (heute fehlt ihr ein "s") wird vielleicht noch kurzfristig kommen. Sie lebt ja in Frankfurt. Muss nur über den Fluss radeln. Wie eng das wird in dem kleinen Café. Der Zug rollte in den Südbahnhof ein. Melusine griff ihren Rucksack. Mit Azar hatte sie sich am Fuß der Treppe verabredet. Da stand sie auch schon: Azarmidokth, die Prinzessin aus dem Morgenland, klein, dunkel, strahlend. Melusine beugte sich zu ihr herab und küsste sie. Sie wurde ruhig. Wohin immer sie mit Azar ging, würde es lustig werden. Azar würde in jedes Schweigen lauschen und es brechen. Genau da, wo die Bruchstelle war. Sie hörte das Gras wachsen und den Tee kochen und das Licht fallen. Sie würde Terésas Parfüm erkennen und Aléas Atem fühlen, Syras Hände berühren und den Bücherblogger an der Schulter fassen, mit Guido lachen und sich zu Seraphe hinwenden. Dann würde sie sagen: „Melusine, du...“ Melusine reichte Azar den Arm und sie gingen die wenigen Meter die Diesterwegstraße hinunter, betraten den Hinterhof. „Vorsicht, Stufe“, sagte Melusine, bevor sie die Tür des Lesecafés für Azar öffnete.


Demnächst: Die Frankfurter Verlobung