Mittwoch, 11. Januar 2012

Manni kann das Geschwätz nicht mehr sehen oder „In her kiss I taste the revolution“

Live-Schaltung in die Nachbesprechung des popkulturellen Events

„Die ganze Hasenrhetorik muss auf den Prüfstand.“
„Das ist die Freiheitsidee von Leuten, die unter Seximusverdacht stehen.“
„So können halt nur CIS-Frauen daher reden.“
„Du warst früher sogar mal für ein gemeinsames Schlafzimmer.“
„Bemerkenswert ist außerdem, dass das Substantiv Hermaphrodit im Deutschen einen maskulinen Artikel hat.“
„Und warum hat keine gefragt: ´Was ist eigentlich ímaginierte Männlichkeit´?“
„Die blieben nämlich erstaunlich ruhig.“
„Das war eben damals so, als die Jungs noch Wolfgang und Hubert hießen...“
„Von Vagina war auch keine Rede.“
„Hast du so einen BH aus Plastikflaschen mal ausprobiert?“
„Und was bedeutet letztlich das Tragen einer Nylonstrumpfhose als Female Impersonation?“
„Sie war immer schon auf Prozessieren programmiert.“
„Deine Fremdwörter sind ziemlich desolat.“
Begriffe, die von falschen Gruppen benutzt werden können, sind eben die falschen Begriffe.“
„Was diagetisch ist, lernen sie heutzutage im ersten Semester.“
„Ihre Namen sind Sebastian, Tobias und Finn..“
„Dass Finn auch schon studiert, hätte ich jetzt nicht gedacht.“
„Im Grunde dreht sich alles um Frauke und Corinna.“
„Veronika. Viola. Vanessa.“
„Dass Schriftsteller was gegen Namen haben können.“
„Wer keinen Nachnamen kriegt, wird zum metaphorischen Kevin.“
„Respektive Mandy.“
„Das ist jetzt ein Kalauer.“
„Die kann nur Elfriede Jelinek.“
„Wir müssen auch noch Lacan unterbringen.“
Urinale Segregation ist eines der Hauptprobleme des Alltags.“
„Gut gemacht. Ich habe ewig nicht mehr an Versace gedacht.“
„Manni hatte es damals auch nicht leicht, als am Bodensee die ganzen Arschgeweihe auftauchten.
„Das war also zu der Zeit, als Judith Butler nicht nach Heidelberg kam.“
Thomas Meinecke ist ungefähr so ein Fan von Butler wie ich einer von ihm.“
„Ich würde jetzt gern mal über meine ersten pornographischen Lektüre-Erfahrungen reflektieren.“
„Diese ganze Erinnerungskultur gehört nicht zum Konzept.“
„Wenn der liebe Gott gewollt hätte, dass wir Holzhackerhemden tragen, hätte er uns welche umgehängt.“
„Gerade fällt mir ein, dass die Vivian hieß.“
„Ich glaube ja trotzdem, dass die ganze Lesbenperformance ein Männertraum ist.“
„Du weißt doch: Das Begehren kann nicht vom Subjekt ausgehen.“
„Und dann immer wieder der Geschlechtsakt im Judenwald.“
„Jede Kopulation  ist auch eine phantasmatische bis phantasmagorische Resignifizierung im Koordinatenkreuz  von Haben, Sein und Schein.“
„Schon klar. Ich habe jetzt echt großen Appetit. “
„In meiner Küche will ich keine Metaebene.“
„Und was werden wir nächstes Mal tragen?

Frankfurter Poetik-Vorlesung 10. Januar 2012
Thomas Meinecke: Tomboy (1998)


Feed me lines.“




Nachtrag
Kontexte - George Clooney sagt, er habe schon immer "eine kleine deutsche Frau" sein wollen. (Frankfurter Rundschau vom 11.01.2012)
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Liebe Weberin, meine Unterkomplexität (als Folge von Schwarzbier-Konsum) hindert mich, eine dezidierte und informierte Zusammenfassung des Vorlesungsereignisses vorzulegen. Sorry. Morel liefert eventuell nach. Er hat Titel und Thesen mitgeschrieben aus Rezensionen und Magisterarbeiten über Thomas Meineckes: Tomboy. Gespielt wurde "Bikini Kill." 



Kommentare:

  1. Also mir gefällt es! Freue mich aber auch über mehr.

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  2. Freut mich, wenn´s gefällt. Morel ist für das "Mehr" zuständig. Heute und morgen wird das aber sicher nix mehr, denn er ist sehr beschäftigt: beruflich, Italienisch lernend und Feldberg besteigend. ;-).

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  3. Nein, hatte ich nicht. Danke für den Tipp.
    Das Konzept Meineckes ist klar und wird in diesem Text auch überzeugend beschrieben.
    Allerdings muss ich zugeben, dass ich trotzdem nicht überzeugt bin. Weil ich an Literatur immer noch die -altmodische ? - Erwartung knüpfe, auf einer anderen Ebene als der des Texts "angesprochen" zu werden. Also dort, wo ICH kein Text ist. Dass es das gibt, bestreitet Meinecke nicht, vielleicht aber, dass Texte dort hinreichen können (oder sollten?). Ich schwitze manchmal, wenn ich etwas lese, was mich besonders heftig "angeht" - oder ich fange an zu zappeln. Der Text macht was mit mir, was nicht Text ist. Ich imaginiere ein "Gespräch" mit einem anderen Körper. Das fehlt mir hier. ---Aber das ist alles noch sehr unausgegoren. --- Morel sieht es auch ganz anders und ich hoffe, er schreibt noch darüber.

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