Montag, 25. Juni 2012

Der wegnehmbare Mann...

Heute im Bus hörte ich eine Frau zur anderen sagen: "Die Schlampe hat ihr den Kerl weg genommen." Da hat sie aber Glück gehabt, dachte ich. Nicht "die Schlampe", die den genommen hat, die Arme, sondern die, der er abhanden gekommen ist.

Denn: Ein wegnehmbarer Mann ist für eine Frau von Verstand und mit Wahlmöglichkeiten ohne jedes Interesse. Ein Mann, der sich wegnehmen lässt, verlohnt es nicht, dass sie auch nur den Kopf wendet oder mit dem Finger zuckt. Eine Frau, die sich an einen wegnehmbaren Mann bindet, hat nichts Anderes verdient, als dass er genommen wird. Sie sollte sich glücklich schätzen, wenn sie ihn billig los wird. Eine Frau dagegen, die ganz umsonst so einen wegnehmbaren Mann weg nimmt, ist offensichtlich wahllos. Denn - siehe  oben - sonst würde sie so einen nicht nehmen. 

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Kommentare:

  1. Auf google + schreib "edition taberna kritika" (gestern um 22:40):
    "viceversa gilt das natürlich auch. we ken tell ..."

    J. S. Piveckova antwortet (gestern um 23:01):
    "Selbstverständlich!"

    Die weg nehmbare Frau ist ebenso wenig ein Verlust. Der sie nimmt wird unter Männern wahrscheinlich nicht "Schlampe" genannt, sondern vielleicht "Dreckskerl" oder so. Und: Ist auch zu bedauern.

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  2. besitz, besitzen wollen, müssen? gibt es nicht ein leben jenseits von besitzstandsdenkerei?

    ich halte es da eher mit dem jedermannsrecht und genieße in vollen zügen die natur meiner umgebung, mit all ihrer schönheit , ihrer pracht und ihren früchten ohne damit gleich meinem nachbarn irgendetwas abspenstig machen zu wollen...ich will es ja nicht haben, nicht besitzen nur genießen und gleichzeitig lade ich gerne zum wildern in meine gärten ein.

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  3. ein wunderbares bild, der wegnehmbare mann.

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  4. Genau, besitzbare oder besessene Männer und Frauen sind einfach uninteressant. Mir ist das immer ganz unverständlich, wenn jemand sich über die sogenannte "Rivalin" oder den "Rivalen" aufregt. Das unterstellt ja, derjenige, den man liebt, wäre ein Besitz, den sich der/die andere einfach nehmen könnte, also ein "Ding", um das man sich reißt. Wie albern - und wie herabwürdigend. Kann sein, dass der sich in eine andere verliebt oder die in einen anderen.
    Ich bin schon auch eifersüchtig, aber nicht auf eine andere Frau, sondern auf Aufmerksamkeit, wenn ich sie gern für mich hätte. Ich kann sogar eifersüchtig auf ein Buch sein. Gerade darauf ;-). Manchmal. Aber das Buch hasse ich ja auch nicht deshalb. Dieses "Kämpfen" um den Geliebten/die Geliebte wie um ein Stück Fleisch habe ich immer als sehr abstoßend empfunden.

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  5. Hugh!
    Sie sprechen mir aus Herz und Hirn, Melusine!

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