Samstag, 1. September 2012

DER HEISSBLÜTIGE BARON IM STÜBCHEN (1979) (Aus der Serie: Auto.Logik.Lüge.Libido)


"Es hot werre unner de Deck gelese mit er Taschelamp.“, petzt die Großmutter, als meine Eltern mich abholen. Sie sagt es nicht mal vorwurfsvoll, nur resigniert. Sie hat sich Mühe gegeben, aber nichts hat gefruchtet. Ich habe neben ihr in der Waschküche gestanden und die Gummiringe sortiert, die Einmachgläser mit dem heißen Wasserstrahl ausgespült, den Zucker abgewogen, die Zwetschgen entkernt, das Holz in den großen Ofen geschichtet und mit ihr den riesigen Kessel auf die Platte gewuchtet. Aber sie lässt sich nicht täuschen. Wir haben 30 Gläser befüllt, trotzdem ist sie unzufrieden mit mir. Denn während sie mir erklärt hat, wie´s geht, („des Glos darf immer nur bis zur Hälft gefüllt werre“, „es muss noch worrm sei, wenn die Zwetschge nei kumme“, „die Gummis anfeuchte, damit se net austrockne und rissisch werre“) habe ich von dem heißblütigen Italiener im Stübchen geträumt. Das ist auch der Grund, warum sie das Thema nicht vertieft gegenüber meinen Eltern. Denn auch sie hat ein Geheimnis mit dem heißblütige Italiener.

Die Großmutter versteckt den leidenschaftlichen Baron, den liebestrunkenen Doktor Clarius und den düster-romantischen Herrn von Schloss Choran unter der Spüle. Bei ihr wird nicht direkt am Wasserhahn unter dem Boiler gespült, sondern an der Spülkommode, die der Opa gebaut hat, als es noch kein fließend Warmundkaltwasser gab. Es ist eine Art Kommode, aus der man zwei Emailliebecken nach vorne rausdrehen kann. Diese Becken, wie große Schüsseln, nimmt man heraus. Das eine, das rechte, wird mit heißem Wasser gefüllt, das andere, das linke, mit kaltem. In dem warmem spült die Großmutter das Geschirr, dann taucht sie es in das kalte und danach bin ich dran mit meinem Geschirrtuch. Die Spüle ist aus Kirschbaumholz gearbeitet, obendrauf eine Arbeitsplatte aus dunkelgrünem Stein vom Onkel Heine montiert. Der Opa ist jetzt schon seit drei Jahren tot. Ich weiß nicht, ob der Italiener, der Adlige und der Doktor auch zu seinen Lebzeiten ihren heimlichen Platz unter der Spüle hatten. Möglich wäre es, denn der Opa hat nie gespült und nicht einmal abgetrocknet. Nach dem Essen ist der Opa immer gleich rüber ins Wohnzimmer gegangen und hat sich eine Zigarre angezündet. Jedenfalls hat er das gemacht bis das mit dem Lungenkrebs rausgekommen ist. Danach ist es ganz schnell gegangen. Erst war er in der Klinik in Elkershausen und als er zurückkam, hat er nur noch die Hälfte gewogen wie vorher und im Bett gelegen, bis es vorbei war.

Die Ausgaben vom Kasseler Sonntagsblatt liegen oben auf dem Radiokasten. Aber die Hefte mit dem Italiener, dem Schlossherrn und dem selbstlosen Arzt versteckt die Großmutter unter der Spüle. Ich lese alles, sogar das Kasseler Sonntagsblatt. Ich nehme, was ich kriegen kann, wenn ich hier bin, denn Bücher hat die Großmutter gar keine, außer der Bibel, selbstverständlich. Die erbaulichen Geschichten im Kasseler Sonntagsblatt über den Segen des Glaubens, der noch ins letzte Bergtal vordringt, lese ich aber weniger gern als die Hefte, die Tante Anna aus Felbach mitbringt. Die Anna ist die Schwester von der Großmutter, aber sie sind sich nur ganz oberflächlich ähnlich. Beide tragen sie das weiß gewordene Haar zu einem Knoten aufgesteckt, beide haben eine dicke Hornbrille auf der Nase und fast immer einen geblümten Kittel an. Aber das Gesicht von der Anna ist rund und rosig, um die Augen hat sie viele Lachfältchen und sie lacht dauernd. Die Großmuter dagegen hat ein spitzes Kinn und kleine, eifrige Knopfaugen, die umherflitzen, weil sie alles im Blick haben muss. Die Anna sitzt am Tisch und lässt sich den Streuselkuchen schmecken, während die Großmutter rennt und werkelt. Die Anna bringt der Großmutter die Cora-Hefte und die versteckt sie unter der Spüle, damit es keiner sieht, dass sie die liest, denn die Großmutter hält das für „Schund und Dreck“, wie sie mit verkniffenem Mund sagt , wozu die Anna kichert und mir zuzwinkert.

Ich weiß nicht mehr genau, wie ich der Großmutter drauf gekommen bin, dass sie die Hefte hat. Die Anna hat es mir nicht verraten, aber seit sie gemerkt hat, dass ich von den Heften weiß, zwinkert sie mir immer zu, wenn sie sie aus der Tasche holt und der Großmutter unter die Spüle packt. „Des liest du awer net, gelle?“, sagt sie und lacht. Ich nicke. „Des is nix für klaane Mädche.“ Es geht nämlich um Zungenküsse und heiße Umarmungen und feuchte Träume in den Heften,  so was eben, was nie im Kasseler Sonntagsblatt stehen täte, denn wenn es da um Liebe geht, dann ist eine göttliche Bestimmung dabei und von Küssen und so ist nicht die Rede. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass die Großmutter die Hefte liest oder was sie sich dabei denkt, aber es muss so sein, denn jedes Mal, wenn ich bei der Großmutter übernachte, sind die alten Hefte gegen neue ausgetauscht. Die Anna liefert regelmäßig Nachschub.

Man weiß nicht, wie das kommt, dass zwei so unterschiedliche Schwestern aus einer Familie kommen können. Aber die Leute sagen, dass meine leibliche Großmutter, die richtige Mutter von meiner Mutter, die auch eine Schwester von der Anna und der Minna, wie die Großmutter heißt, gewesen ist, noch ganz anders war als die Anna und die Minna. Die Emma, sagen die Leute, war immer schick, trug einen Pelzkragen um den Hals und tanzte zum Grammophon. Das wiederum kann man sich weder von der Minna noch von der Anna in ihren geblümten Kitteln vorstellen. Außerdem hat die Anna Wasser in den Beinen. Mein Großvater, sagen die Leute, war ganz verrückt nach der Emma und sie nach ihm, deswegen ist sie in die Kreisstadt gefahren, als er vermisst war, und verschüttet gegangen.

Nach der Großmutter ist der Großvater nicht verrückt gewesen, so weit ich das beurteilen kann. Ich habe kein einziges Mal gesehen, dass er nach ihr gelangt hat oder sie ihm über das Haar gestrichen. Erst als er auf dem Sterbebett lag, habe ich sie einmal schreien hören: „Das ist mein Mann.“ aus dem Schlafzimmer, während ich auf der Chaiselongue in der Küche gewartet habe, bis ich noch einmal hinein durfte zu ihm. Danach sind sie mit roten Nasen und verheulten Augen aus dem Schlafzimmer gekommen, meine Mutter, die Tante Margot und die Großmutter und haben den ganzen Tag kein Wort mehr miteinander gesprochen.

Die Großmutter weiß, dass ich die Hefte unter der Spüle stibitze und mit ins Stübchen nehme, bevor ich schlafen gehe. Aber sie sagt nix dazu. Denn wenn sie was sagen würde, müsste sie zugeben, dass es die Hefte gibt. Wenn sie gucken kommt, um mir Gute Nacht zu sagen, bleibt sie in der Schiebetür stehen: „Host werre die Taschelamp o?“ Ich luge über die schwere, frische Bettdecke hin zu ihr. Die Taschenlampe habe ich in der rechten Faust unter der Decke und mit der linken Hand stecke ich das Cora-Heft unter mein Bein. „Die kimmt aus. Is des klor?“ Ich nicke. „Gude Nacht.“ „Gut Nacht, Großmutter.“ Natürlich mache ich die Lampe nicht aus. Das weiß sie auch. Sie schiebt die Tür zu.

Das Stübchen, in dem ich immer schlafe, wenn ich bei der Großmutter übernachte, ist so klein und voll, dass der Großvater eine Schiebetür einbauen musste, weil eine andere Tür nicht aufgegangen wäre. Es steht ein riesiger schwarzer Schrank darin, in dem die Oma weiße Bettlaken, Bettwäsche und schwere weiße Nachthemden stapelt, mit gebügeltem Seidenpapier dazwischen. Das ist ihre Aussteuer gewesen und sie wird nie benutzt. Zwischen den Laken liegen kleine Säckchen mit Lavendel drin und wenn man die Tür von dem großen Schrank aufklappt, duftet es blumig im Stübchen. Hinter dem Schrank ist ein Regal mit einer Schiebetür in die Ecke geklemmt, da sind die Einmach-, Marmeladen- und Wurstgläser drin. Wenn man die Schiebetür aufzieht, riecht es nach Zimt und Kräutern, süß und würzig.  An der Seite neben der Schiebetür steht die alte Nähmaschine von der Emma. Die Großmutter benutzt die Nähmaschine nicht, aber ölt sie regelmäßig und lässt kein Staubkörnchen auf ihr liegen. Mitten im Zimmer steht das riesige Bett. Es ist ein Einzelbett und nicht breit, dann würde es auch nicht ins Stübchen passen.  Aber es ist hoch. Obwohl ich jetzt schon groß bin, muss ich immer noch hineinklettern am Abend, auf die dicke Matratze und auf den Kissenturm. Blütenweiß und frühlingsfrisch ist die Wäsche von der Großmutter

So throne ich in meinem Stübchen-Bett mit der Taschenlampe unter der Decke und dem heißblütigen italienischen Baron, der mich rücksichtslos gegen die Wand seines Gewölbekellers presst, mit der Hand unter mein Kinn greift und flüstert: „Wagen Sie es?“ Ich wage. Alles wage ich, denn ich bin eine verarmte Waise und sehne mich nach Liebe und Geborgenheit, nach einem Heim, Tanzschuhen, einem Ballkleid und der starken Hand des Barons an meiner Hüfte, aber das würde ich niemals zugeben, denn ich habe meinen Stolz und deshalb stoße ich den Baron zur Seite und sage mit bebender Stimme: „Sie vergessen sich!“ Da lässt er mich los und schaut mich mit düsterem Blick an, der mich schaudern macht, wendet sich ab und schreitet davon. Von der Terrasse aus kann ich sehen, wie der Baron auf dem schwarzen Rappen gegen den mit dunkelgrauen Wolkenvorhängen zugezogenen Himmel reitet. Als er am Horizont verschwindet, zuckt ein Blitz über den Kronen des dräuenden Waldes.

Es wird so kommen, dass der Baron in dieser Nacht einen Reitunfall erleidet, für den ich mir die Schuld gebe. Er wird, sobald er das Bewusstsein wiedererlangt und der grässlichen Veränderung seiner Lage gewahr wird, veranlassen, dass ich das Schloss verlasse, ohne ihn wiederzusehen. Ich werde mir einbilden, er hasse mich und wolle mich nie mehr wiedersehen, doch in Wirklichkeit will der großherzige und raue Mann eine junge Frau wie mich nicht an den Invaliden, zu dem er geworden ist, binden. Durch Zufall sehen wir uns  bei einem Gartenfest wieder, nachdem ich mich schon mit einem blonden und harmlosem Sparkassenangestellten verlobt habe, obwohl ich Tag und Nacht voller Sehnsucht an den Baron denke. Da geht die Taschenlampe aus; die Batterie ist leer. Ich weiß aber schon, dass alles gut wird, weil der Baron seine Gefühle nicht länger wird verbergen können schließlich werden wir uns im Garten unter den Platanen finden. Da werde ich mich zu ihm hinunterbeugen und sein Gesicht zwischen die Hände nehmen und ihn küssen voller Leidenschaft und er wird seine Arme um mich schlingen und wie durch ein Wunder wird er aufstehen von seinem Rollstuhl und mit mir in den Weg hinunter gehen auf die verglühende Abendsonne zu. Selbstverständlich trage ich hohe Absätze und einen weit schwingenden Rock. Es macht nix, falls die Taschenlampe ihren Geist aufgibt, denn wenn der Baron mit seinem schwarzen, vollen Haar, seinen dichten Augenbrauen und seinem düsteren Blick erst einmal vor meinen Augen erschienen ist, kann ich mir die ganze Geschichte auch allein im Dunkeln bis ans Ende erzählen. Ich umschlinge den weichen Kissenberg und drücke meine Lippen ins duftende Weiß. Auf meiner Wange fühle ich wohlig das Kratzen von den Stoppeln des Barons, denn seit dem Unfall vernachlässigt er seine Erscheinung und rasiert sich nicht mehr jeden Tag gründlich.

Ich schlafe immer gut im Stübchen bei der Großmutter, wo es so schön riecht. Ich erwache auch immer früh genug, um das Cora-Heft zurück unter die Spüle zu stecken, bevor Großmutter mich wecken kommt. Das Stübchen mit den schweren Möbeln, das Wohnzimmer mit der Vitrine, die Küche mit der Chaiselongue und der Spüle, alle Zimmer hier im Haus sind gerade so geblieben, wie sie waren, als der Opa noch gelebt hat. Nur aus dem Schlafzimmer hat die Großmutter gleich nach seinem Tod das schwere Ehebett rausgeschmissen und sich eine moderne Schlafzimmergarnitur mit einem Einzelbett gekauft. Vielleicht, damit Großvaters Geist sie nicht im Doppelbett erwischen kann mit einem leidenschaftlichen Doktor.

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Worum es in der Serie "Auto. Logik.Lüge.Libido" geht, wird hier: erklärt. (Pluralis Majestatis, autobiographische Fiktionen, rote Äpfel, spitze Zitzen, hysterisches Zucken.))
Bisher erschienen: Hier.

Kommentare:

  1. haha, das kommt mir nun wahrlich wieder sehr bekannt vor... die kittelschuerzen, die waschkommode, die schweren betten, das winzige zimmer, die gerueche, die groschenromane, das lesen unter der bettdecke und die ungleichen schwestern.

    ich finde es wunderbar, wie du das aus der perspektive einer jungen heranwachsenden geschrieben hast... als waers erst gestern.

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  2. Neben all der Komik erzählt die Lektüre der Groschenromane und der Sehnsucht, die sich darin ausdrückt, auch von der Vergeudung eines solchen, an der Oberfläche "genügsamen" und lieblos gebliebenen Frauenlebens. Im "richtigen" Leben erzähle ich, wie mir bewusst wird, sehr viel öfter von meinen Großvätern, aber schreibend bin ich, wie Viriginia Woolf es auch über sich gesagt hat, immer "ganz Frau" und interessiert an Frauenleben und Beziehungen von Frauen zueinander. Von beiden Großmüttern habe ich nun Geschichten erzählt und ich spüre, wie sehr die Verbindung zu diesen beiden Frauen (und zu meiner Mutter) mich geprägt hat, auch und vor allem die Erfahrung, wie sie unkenntlich waren und wurden in jener patriarchalen Welt, in die sie sich einfügten, der sie aber auf "untergründige", auch unterminierende Weise etwas abtrotzten: Sehnsüchte, kulinarische Genüsse, Schwesterlichkeit, Träume. Die stärksten und klarsten Bilder, die ich von diesen Frauen erinnere, sind die ohne Männer, wenn die Männer zum Rauchen rausgegangen waren, auf der Arbeit oder in der Kneipe. Die Männer sind im Alltag, so kommt mir das rückblickend vor, vor allem lästige Störfaktoren gewesen. Dennoch hat es (heterosexuelle) Liebe gegeben. Wurde behauptet. Habe ich erlebt. Und Liebesleid. Aber die beständigste Liebe war die zwischen den Frauen - Schwestern, Müttern, Töchtern.

    Die andere Großmutter-Geschichte: Namenlos

    Die von mir so verehrte Alice Munro verwendet den Plot eines typischen Arztromans (junge, ungebundene, oft verwaiste Frau, fast noch ein Mädchen, trifft einsamen, klugen, überlegenen älteren Arzt, der sie verführt und zu seiner Frau macht, "zu sich erhebt") für eine kürzlich im New York erschienene Erzählung:

    Amundsen

    Und sie endet mit den Worten: "Nothing changes, apparently, about love." - Das ist der Grund, warum "Kitsch" einen ergreift: Weil die Gefühle und Sehnsüchte echt (und also auch "wahr") sind und keine Einsicht (keine "Dekonstruktion") das ändern kann (und soll!).

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  3. Auch ich erinner mich noch an die Einrichtung bei meinen Großeltern, an die Aufteilung in Stube, Küche und Gute Stube im Erdgeschoß und das Schlafzimmer unterm Reetdach (vom Getreideboden abgetrennt) in Mecklenburg. Und an die Rituale, die Oma und Opa hatten, tagtäglich, und die sich nur wenig änderten, wenn einer von beiden starb. Und an mein Lesen auch der verbotenen Bücher, die zumeist vom jüngsten Bruder meines Vater stammten, der nur etwa 15 Jahre älter ist als ich.



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  4. @Der Emil ... Das freut mich sehr, wenn diese Erzählung eigene Erinnerungen wecken kann... Es gibt vielleicht einige Ähnlichkeit in der (wort-)kargen und nüchternen Art der Mecklenburger und der Oberhessen. Das habe ich auch manches Mal gedacht bei der Lektüre von Uwe Johnsons Romanen.( Besonders der Heinrich Cresspahl, versteht sich, hat es mir angetan, ein Schreiner, wie mein Großvater.) Herzliche Grüße M.B.

    PS. Nicht alles, was ich schreibe, ist autobiographisch. Die Auto.Logik.Lüge.Libido-Geschichten sind es, aber sie sind dennoch fiktiv. Sie arbeiten mit Erinnerungen, aber sie verpflichten sich nicht auf Faktentreue.

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  5. das ist sehr beziehungsreich erzählt. geschichte und geschichten verweben sich.

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  6. Eine wahnsinnig gute Erzählung. Wie Großmutter und Enkelin dieselben Hefte lesen, aber anstatt über die gemeinsame Lektüre zu reden, die Hefte wechselseitig voreinander unter der Spüle verstecken, obwohl beide wissen, dass die jeweils andere es eh auch weiß, und dennoch wird das Cora-Tabu aufrechterhalten – toll. Mit dem Material der Erinnerung zu arbeiten, ohne sich dabei auf Faktentreue verpflichten zu lassen, ist wahrscheinlich der beste Grundsatz für die Textproduktion überhaupt.

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  7. Danke für das Lob! In diesem Schweigen, dem Tabu, steckt auch - wie ich oben schon schrieb -neben der Komik ganz viel Tragik, denn diese Frau, die Großmutter, hat sich ja nicht nur das Eingeständnis verkniffen, dass sie solche Romane las, sondern auch das, was da hinter sich verbarg: Ihre Sehnsucht nach körperlicher Nähe und romantischer Liebe und Leidenschaft. Das alles versagte sie sich selbst, gerade so sehr, wie es ihr versagt blieb.

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