Mittwoch, 8. Mai 2013

Ungelogen

Tage, an denen das Lächeln sich ins Gesicht eingegraben hat, wie eine Clownsmaske. Aber im Bauchraum rumort ein schallendes Lachen. Es ist gut, wie es ist und dass es ist. Dieser Wohlwollenüberschwang, der sich als Welle ausbreitet, so verlogen und gutmütig, so anfällig bleibt und so heftig verlangt wird. Das kann ich geben. Wer kann, hat auch die Pflicht dazu (und die Neigung). Es gibt doch eh schon so viele, denen die Mundwinkel herabsinken noch ehe sie dreißig sind. Keine Blume kann sich die Farbe aussuchen, in der sie blüht (Wo habe ich das gelesen?) Den Sturm der Liebe, wenn sie eine ist, hält keine Windböe auf und kein Damm bricht ihre Fluten und währet ewiglich, sowieso. Wer liebt, kann nicht damit aufhören, nimmermehr. (Muss trotzdem kein Stalker werden. Der oder Die.) Es gibt immer noch ein anderes Leben dazu, gratis. Man kann es auch in den Müll werfen. (Schrieben wir nicht an einer Polemik gegen das ´man´ in den Sätzen derer, die sich feige entziehen, aber Allgemeines verkünden wollen. Wer ´man´ sagt, macht sich immer lächerlich, wenigstens ein bisschen. Nur wer über sich selbst noch laut lachen kann, kommt aus dieser Nummer wieder raus.) -  Was in Klammer gesetzt wird und was nicht. Auch darüber mal nachdenken. - Heute nicht. Heute schnuppern wir an den Maiglöckchen neben dem Tore, kaufen Éclairs beim lustigen Franzosen auf dem Markt und lassen uns Geschichten erzählen darüber, wie der Käse auf den Himalaya kam. (Ungelogen!) 




Hingabe

Ich sehe mir die Bilderreihen der Wolken an,
Bis sie zerfließen und enthüllen ihre blaue Bahn.
Ich schwebe einsamlich die Welten all hinan,
Entzifferte die Sternoglyphen und die Mondeszeichen um den Mann.
Und fragte selbst mich scheu, ob oder wann
Ich einst geboren wurde und gestorben dann?
Mit einem Kleid aus Zweifel war ich angetan,
Das greises Leid geweiht für mich am Zeitrad spann.
Und jedes Bild, das ich von dieser Welt gewann,
Verlor ich doppelt, und auch das was ich ersann.

Else Lasker-Schüler

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