Montag, 16. August 2010

Der Körper als Eigentum oder Heimat?

Die sinnlich fasslichste  Form von ursprünglichem Eigentum ist die Übereinstimmung mit meinem Körper als Eigentum. Ich bin dann allerdings umgekehrt Eigentum meines Körpers. Habe ich den Kopf verloren, bin ich außer Häuschen, fahre ich aus der Haut, wird dieses mit sich selbst Übereinstimmen gestört. In gewisser Häufung und Intensität nennen wir diese Störung krank.
Alexander Kluge/Oskar Negt: Geschichte und Eigensinn


Welches ist nun der letzte feste Unterschied einer Person von allen anderen? Der Leib.
Karl Marx: Kritik der Hegelschen Staatsphilosophie (Frühschriften)


The body walks forth naked in the sun
And, out of tenderness or grief, the sun 
Gives comfort, so that other bodies come,
Twinning our phantasy and our device,
and apt in versatile motion, touch and sound
To make the body covetous in desire
Of the still finder, more implacable chords.
So be it. Yet the spaciousness and light
In which the body walks and is deceived,
Falls from the fatal and that barer sky,
And this the spirit sees and its aggrieved.
Wallace Stevens: The anatomy of monotony


Wir leben in bestimmten Körpern, deren Möglichkeiten und Verletzbarkeiten als solche keiner menschlichen Gesellschaft mehr eignen als anderen. In diesen Körpern, die (trotz einer enormen Bandbreite) mehr Ähnlichkeiten als Unähnlichkeiten aufweisen, sind wir beheimatet, und sie eröffnen oder versagen uns bestimmte Optionen. 
Martha C. Nussbaum




Seit ich über die Sprache der Körper schreiben möchte, springen mich von überall her Worte über Körper an. Wie Mückenschwärme. Stimmengewirr und Widersprüche. Laufend gehen. Durch den Regen. Jetzt. Ins Grün. Der Klagen übers Wetter. So leuchtend im tropfenden Licht. Mir recht. Wolkenbruch. Aus dem Häuschen. In die Haut. Raus.

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