Mittwoch, 25. Juli 2012

31 Fragen an Leser:innen (8): Wiederentdeckt - Heide Schlüpmann: Abendröthe der Subjektphilosophie


Vor mehr als einem Jahr (im Januar 2011) habe ich diese Serie abgebrochen: „31 Fragen an Bücherleser:innen“. Warum? Das weiß ich nicht mehr. Ich erinnere mich an keinen Beschluss. Wahrscheinlich kam einiges dazwischen und dann habe ich es vergessen. Es ist aber, denke ich, eine wunderbare Sommer-Serie – und ein großartiger Lückenfüller (denn an dem Text über „Macht und Politik sind nicht dasselbe“ von der Diotima-Gruppe für die Reihe „Erlesen. Buch-Empfehlungen") puzzle ich noch, das muss wohl bis morgen (oder so) warten. Der Mastermind hat meine Lektoratstätigkeit für eine Hausarbeit, die er nach den Ferien abgeben muss, angefordert („Aber nicht vor drei Uhr nachmittags, damit das klar ist.“ Vorher schläft er - aus.) Über die „Perspektive als symbolische Form“ werde ich nachdenken, wenn ich jetzt in die Stadt radele (Ich kann überhaupt nur beim Gehen oder Radfahren oder Schwimmen nachdenken und niemals im Sitzen am Schreibtisch). Aber gestern Nacht habe ich drei Seiten an „EMMI“ (dem letzten Teil von "PUNK PYGMALION") geschrieben, die ich mich aber noch nicht getraut habe heute früh noch einmal anzuschauen. Außerdem habe ich mir vorgenommen, - bevor ich mich dem Mastermind widme -  ein wenig Ordnung in meine „Schreibtischablage“ zu bringen, die sich seit dem letzten Versuch (wie lange ist das her???) zu drei völlig unübersichtlichen Türmen entwickelt hat.

Diese Fragen dagegen sind ruckizucki beantwortet (nicht meh als 15 Minuten, habe ich mir vorgenommen für diesen Post, dann geht´s ab zum Wochenmarkt) – und setzen dennoch Erinnungsflashs in Gang, zaubern ein Lächeln ins Gesicht, beim Anblick eines schönen Buches, das man lange nicht mehr aus dem Regal gezogen hat, bringen auf neue Ideen und falten die Stirn, wenn einer ein Buch in die Hände fällt, an das sie sich kaum mehr erinnern kann. Vielleicht haben Sie, liebe Leserin, lieber Leser, ja auch Spaß daran und beantworten die Fragen für sich selbst. Auf die Antworten BenHuRums müssen wir vorerst verzichten, der weilt noch in Schottland, wird aber in Bälde zurück erwartet und dann damit genervt. Seine Antworten werde ich nachliefern.

Frage (sic?) 14 lautet:
Ein Buch aus deiner Kindheit
Da fällt mir spontan natürlich sofort Astrid Lindgrens: Pippi Langstrumpf ein. Das Erinnerungsbild dazu ist nicht etwa Pippi, wie sie auf dem „Kleinen Onkel“ reitet, sondern die Hand im Limonadenbaum. (Für Gäule hatte ich noch nie was übrig.) S. und ich haben so einen Baum einmal einen ganzen Sommer gesucht. Morel fragt am Telefon: „Was für eine Serie?“ - und stöhnt. „Ach die. Na gut. Ein Buch aus meiner Kindheit? Da gibt´s viele.“ „Eins.“ „Dann: Otfried Preußlers Krabat.“

Frage (sic?) 15 stellte mich vor ein Problem:
Das 4. Buch in deinem Regal von links
Wer, bitte schön, hat denn nur ein Regal? Ich habe spontan entschieden, mich an die Regale direkt neben unseren Betten zu halten. Aber auch die haben ja noch mal verschiedene Reihen. Nehme ich also mal das vierte Buch aus der obersten Reihe: Alice Munro: Kleine Aussichten. Regelmäßige Leser:innen wissen es: Alice Munro ist meine Lieblingsautorin (unter den Lebenden) und es ist insofern kein Zufall, dass ich eines ihrer Bücher ziehe, denn die halbe erste Reihe besteht aus Büchern von Alice Munro. Bei Morel wird zur Abwechslung aus der vierten Reihe von oben gezogen: Michel Leiris: Das Band am Hals der Olympia. „Na ja“, sagt er, „da habe ich mal reingelesen. Stimmt.“ So richtig begeistert klingt das nicht.

Frage 16 lautet:
Das 9. Buch in deinem Regal von rechts
Jetzt greife ich mal weiter untern zu: Peter Weiss: Rekonvaleszenz. Auch das war zu erwarten. Denn diese Reihe füllen ausschließlich die Bände zweier Schriftsteller: Peter Weiss und Uwe Johnson. Auch bei Morel wird die Reihe gewechselt: Harold Brodkey: Stories in an almost classical mode. „Ja. Besser.“, er klingt deutlich mehr angetan als beim vorigen Werk.

Frage 17 unterscheidet sich nur unwesentlich von den vorherigen:
17. Augen zu und irgendein Buch aus dem Regal nehmen
Ich ziehe: Claire Beyer: Rosenhain. Hmm, was war das? Ich kann mich an die Lektüre dieses Buch kaum erinnern. Nur daran, dass ich es auf eine Empfehlung einer Freundin hin gekauft habe und es mir nicht so gut gefiel. Kennt jemand die Autorin (ich meine: ihre Bücher)? Bei Morel ist es Walker Percy: Der Kinogeher, den der Zufall findet. Ein Glücksgriff! Ich erinnere mich daran, wie ich im ersten oder zweiten Studienjahr (1984/85) Walker Percy gerade zu verfallen war. Ich werde seien Bücher bald einmal wieder lesen, nehme ich mir fest vor. 

Die nächste Frage ist es, die mir das Lächeln (s.o.) entlockt
18. Das Buch mit dem schönsten Cover, das du besitzt
Ich weiß es sofort: Heide Schlüpmann: Abendröthe der Subjektphilosophie vom Verlag Stroemfeld/Roter Stern. (Eine schöne Rezension des Buches, die auch auf den Einband eingeht: hier)Ich habe Heide Schlüpmann bei meiner Disputation kennengelernt. Vorher hatte ich einige ihrer Aufsätze und eben dieses Buch gelesen, das nicht nur schön aussieht, sondern mich damals auch sehr beschäftigt und bereichert hat. Ich ziehe es wieder aus dem Regal, ich blättere darin, ich lese mich fest (ha, 15 Minuten!) Ich lege es beiseite, ganz oben auf meinen Bücherstapel und freue mich darauf, auf heute Abend, auf die Wiederbegegnung mit Heide Schlüpmann. Morel fällt eine Antwort auf die Frage (sic!) zunächst schwer. Dann nennt er die zwölfbändige Werkausgabe von Frieda Grafe vom Verlag Brinkmann & Bose.


Na, das ging doch – trotz allem – ganz zügig. Und noch 13 Fragen stehen aus!

Kommentare:

  1. Frederik Weitz hat die Fragen 14- 18 in seinem Blog auch beantwortet:
    Werkzeugkasten: 31 Fragen an Leser:innen

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  2. Ich mag solche Frageserien. Wenn ich jetzt nicht schwimmen gehen würde, würde ich mich glatt an eine eigene Beantwortung machen.

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    1. Schade. Aber: Ich würd´auch gern schwimmen gehen. Heut´ geht´s leider nicht.
      Die Fragen: Vielleicht heute Abend???

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    2. Ich fürchte bei mir wäre die Beantwortung der Fragen relativ zeitaufwändig und so lange die Ferien nicht vorbei sind, kehrt hier keine rechte Ruhe ein, aber ich behalte es im Sinn und irgendwann werde ich sie beantworten diese Fragen. Heute abend nur Danke für Anregung und Ermunterung.

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