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Dienstag, 4. Oktober 2016

WORT-SCHATZ (20): DUMMHEIT

mir wird von alledem so dumm
als ginge mir ein Mühlrad im kopf herum

Göthe 


BenHuRum aka Thomas Hartmann

Wieviel Dummheit ist unentbehrlich?

Wir müssten mal über Dummheit reden.
Allerdings, scheint es, kann man über Dummheit nur im Konjunktiv reden.
Zu dumm.

"Die ausgeübte Dummheit ist in sich inkonsequent.", sagte BenHuRum schon vor 20 Jahren. Was nicht bewiesen werden braucht. Denn auch der Dumme mag kein Plumpsklo und lieber Zentralheizung. 
Wird man dumm geboren, heutzutage (hehe, 50 Cent ins Töpfchen für den guten Zweck, für jedes "heutzutage"), oder muss man sich arg anstrengen, es zu bleiben? 

Als den Dummen nur die halbe Welt gehörte, gab es noch Hoffnung.
Die Dummen stellen jene diskriminierte und diskriminierende Mehrheit, in der sich jede/r am längsten darüber bescheißen kann, ob sie/er dazu gehört. 
Die Dummen sind nämlich immer die Anderen.
"Das sehe ich genauso." 
Und: Schon Robert Musil wusste, dass es das Dummheitsparadox ist: Man kann nicht über Dummheit sprechen, ohne es zu werden - dumm.

Gegenwärtig wird aus diesem Paradox ein politisches Desaster. Das Dumme wabert. Selbstbewusst-bewusstlos nebelt es alles ein. Vielen scheint viel Dummheit attraktiv. Wer perdu und mit Fleiß dumm bleiben will, leistet sich einen Haufen (Scheiß- Assoziationen!) Meinungen. Und ist mit ihnen verdammt glücklich. Außer wenn´s stinkt. Und es stinkt meistens. Weswegen Dumme nicht nur dumm, sondern oft auch sehr wütend sind. "Die Dummheit ist ein Sachverhalt, welcher noch im Normbereich geistiger Fähigkeiten liegt." Und also keineswegs pathologisch. 
Das, wiederum, ist ein Fakt, der auch die weniger Dummen, zornig machen kann.

Folglich: Ist Dummheit selbstverschuldet? 
Der Dumme trägt seine Dummheit mal als Monstranz und mal als Wunde vor (sich her). "Dumm fickt gut." 
Denken hemmt. Verdummte aller Länder!  (vereinigen sich)

Der Vorwurf der Dummheit ist milder, heißt es, als der der Albernheit. Stimmt das? Wer albern ist, hat Spaß. An der Dummheit kann einer das Lachen vergehen. 

Die Optimisten glauben: Sie sind nicht so dumm, wie sie aussehen.

Wir müssten über Dummheit reden, um die Welt zu retten.

Wovon man nicht reden kann, darüber soll man schweigen. 
Dumm. 
Drum.

Sonntag, 13. Dezember 2015

Sonntag, 6. Dezember 2015

ENGEL, DIE NICHT FALLEN KÖNNEN ( "Die wahre Religion" oder "It´s love, baby!")



Ein Beitrag von BenHuRum

"Never ever call me ´baby´ again! Or I´m gonna kill you!"

Samstag, 10. Oktober 2015

NEUE SERIE: Unbeantwortbare Fragen (1)

"Eine Hexe, wenn sie´s ist, weiß sie, dass sie´s ist?"


Ein Beitrag von BenHuRum aka Thomas K.M. Hartmann


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Samstag, 25. Juli 2015

ANKUNFT (6) / Wortschatz (19): (Sich) ANHEIMELN

dasz sie ietz und nicht anheimbs sei.


Um alle Heimligkeit wirkt etwas Unheimliches: Was uns anheimelt, umgibt uns mit jener sauer-süßen Aura, die den Duft des Todes schon ausstrahlt. Ich rieche es, wenn ich die Nase in meine vertrauten, ausgeknutschten und eingeschlafenen Kissen presse. Wo ich mich heimelig gemacht habe, ahne ich den Erstickungstod herbei. Inkonsequenz prägt mich auch hier: Ich schaffe emsig jene  Trautheit, in der ich anzukommen wünsche, aber doch nicht sterben will. So sesshaft bin ich und stetig, dass ich mich immer auf Trab halten muss. Ich habe als Anspruch an mich verinnerlicht, treu zu sein und verlässlich und möchte doch immerzu aus- und aufbrechen, lange bevor es mir heimisch genug wird.

Noch immer suche ich im neuen Heim des Nachts die Lichtschalter, die keine Routine blind schon findet. Hierhin begleitet haben mich Bilder, innere und äußere, die Wände zieren oder verunstalten oder gar nicht sichtbar werden, mich nur abbilden. Die Druck-„Hose“, gegen die das Audi rebelliert, ein Werk BenHuRums (aka Thomas Hartmanns)

Thomas Hartmann: Hose

aus den frühen 0er Jahren, hängt nun ebenso in der Küche, wie Tuborgs „Durstiger Mann“, der mich schon durch 4 Wohnungen und 25 Jahre lang begleitet.

Im Spiegel (14)

Über der goldgelben Chaiselongue hängt im Wohnzimmer neuerdings Charlotte Malcolm-Smith´ "Waiting Room", eine Mischung aus Skulptur-Gemälde-Installation:


Charlotte Malcolm-Smith: Waiting Room

Mein Hogarth-Ticket "Peeping at Nature" ist ergänzt worden um einen Original-Stich der "Strolling actresses dressing at a barn", die beide über dem kleinen Nähtischchen angebracht sind, das mein Großvater in den frühen 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts meiner nie gekannten leiblichen Großmutter als Verlobungsgeschenk angefertigt hat. Über dem Esstisch ist eine Fotogalerie, die – nur für Insider, also 2 – das "Paarleben" dokumentiert: Bahndamm/Gießen mit Pommes rotweiß (frühe 80er), der Turner-Blick auf Petworth Park (späte 80er), Bellini-Brunnen in Rom (2011, unser letzter gemeinsamer Urlaub mit den Kindern).

Neu-Anfang nach 17 Jahre. Ein Zimmer für mich allein. 



Es dünkt sich traulich. Es heimelt. Und stinkt zum Himmel. Wie immer zu Hause. Bin ich anheimgefallen der Sehnsucht danach, mich anheimisch zu machen. Was nie gelingen kann. Und dennoch werde ich´s anheimschen. Weil das Leben (nicht) dialektisch ist, (sondern) endlich.

Dienstag, 9. Juni 2015

ANKUNFT (4): Mein Willi

Ein Beitrag von BenHuRum

(Fortsetzung folgt)

Mittwoch, 22. April 2015

Montag, 22. Dezember 2014

Ja, ist denn heut´ schon Weihnachten?


Ein Beitrag von BenHuRum


Nö, erst übermorgen.

Hier schweigt´s. Nicht grummelig. Erschöpft. 

Allen ein gutes 2015!

(Möglichst wenig Begegnungen mit echten Identitären, freien Nationalen, wahren Religiösen, totalitär Wissenden. Bleiben Sie im Zweifel und notfalls zweifelhaft! Weniger bleibende Wahrheiten und mehr dauerhafte Liebe. Wünsche ich Ihnen!)

Dienstag, 21. Oktober 2014

Dienstag, 7. Oktober 2014

Fest schlafen



Ein Beitrag von BenHuRum 

Dienstag, 30. September 2014

Ende Gelände



Ein Beitrag von BenHuRum

Dienstag, 23. September 2014

OF MICE AND MEN (oder: Stolz und Trägheit)



Ein Beitrag von BenHuRum

Heute frage ich mich, warum ich den Satz jahrelang zu meinem Hass-Mantra gemacht habe: "Das schaff´ ich nicht." Lass kommen. Denn ich schaffe es nicht: C. zu antworten, obwohl ich wohl will, mich bei I. zu melden, obwohl ich wohl will, H. zu danken, obwohl ich wohl will. Schaffe ich nicht. Aufschreiben, was Sache ist. A. zu warnen vor den Fallen der Wissenswächter. Mein Blut giftet, aber ich nicht. "Ich bin klein, mein Herz ist rein." Das schaffe ich nicht. Versuchsweise geht es weiter, aber nicht zu weit. Entzugserscheinungen nicht mehr leugnen. Da heult es sich trotzdem nicht besser. Schaffe ich nicht. Gut so. Und das: Morgen richte ich mich auf. Schaffe zwei Stunden. Übermorgen sechs. Oder ich wanke. Das ist noch keine Depression. Das ist nur Schaffnix. Eine Freundschaft fürs Leben, Stolz und Trägheit: "Ich bin zurückgeblieben. Ich habe keine Lust." 

Dienstag, 16. September 2014

ROTSTIFT (Kontrollverlust reloaded)


Ein Beitrag von BenHuRum

Anglizismen, wo der Text gescannt wird. Alle mit Absicht. Denn: Gerade jetzt ist der Deutschtümelei auch im Sprachbild entschieden entgegenzutreten ("Ach was.") Die Puristen der vollständigen Sätze und ausufernden Romane werden hier sattsam (ein Wort für den Schatz!) ausgelacht. Es muss noch viel mehr überschrieben oder gelöscht werden. Zu viel Text/e allenthalben und zu wenig nächtliche Streich-Orgien. Alle sind dauernd in ihre eigenen Schriftstücke verknallt. Die Liebe zum Ungesagten (Achtung. Hier nicht: Unsagbaren) wird gänzlich verlernt. Stattdessen stellen Leute (alternativ) ganz unverstellt ihre Bosheit im Schaukasten aus. Hinter alldem stecken verletzte Kinderseelen. Auch ich kann (mich) nicht frei denken und lieben, solange der Schmerz sich weiter ausbreitet. (Das ist trotz aller Abscheu doch auch zu berücksichtigen.) Wie außerdem: Nicht jeder, der eine Lederjacke trägt, ist ein Idiot. Es gibt nämlich auch Menschen, die sich schwarz/grau/weiß kleiden und einrichten, weil sie farbenblind sind (statt Intellektuellendarsteller zu simulieren). Noch ist er jedoch nicht ganz geschafft, der Übertritt ins sanfte Land der Resignation, von wo aus der Blick milde wird und alles verständlich. (Ich hoffe, mir bleiben noch Zeiten. Wäre ihr die Gott nicht gerade besonders unsympathisch, schriebe sie jetzt: Gott sei Dank!)

Jede/r folgt seit eben @tNetFlix, außer mir. Ich nehme mir ein Auszeit und höre auf, noch mehr über den "Propheten" zu lesen, was ihn mir noch unangenehmer macht. Stattdessen schaue ich mir endlich an, was ich mir lang schon versprochen habe: Whit Stillmans "The Cosmopolitans". Und freue mich auf die Verfilmung von Jane Austens "Lady Susan". Whit Stillmans "Metropolitan" ist übrigens nach wie vor ein Lackmus-Test (genau wie die Romane von Jane Austen): Mit Menschenfrauen und -männern, die damit nichts anfangen können, fange ich lieber nichts an. (Es sei denn, ich liebe sie/ihn schon länger.)

(Und: Nein, ich bin niemandem - besonders - böse. Oder unglücklicher als sonst. Nur müde. Die geringfügig verbliebene soziale Kompetenz wird derzeit vollständig professionell, d.h. in diesem Falle durch Erwerbsarbeit, vernutzt.)

Dienstag, 2. September 2014

Dienstag, 15. Juli 2014