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Sonntag, 12. Juli 2015
Donnerstag, 9. April 2015
Freitag, 21. März 2014
Sonntag, 21. April 2013
DAS GUTE LEBEN IM APRIL (Oka, Kunst und Beute)
"That is Life. Just one long succession of misunderstanding and rash acts and what not.
Absolutely!"
P.G. Wodehouse: A damsel in distress
Das Klischee über Frauen und Schuhe ist ein Klischee, aber wie manche Klischees wird es gelegentlich, also in meinem Fall, bestätigt. Ich finde nie, dass ich genug Schuhe habe. Wenn ich mir ein Kleid kaufe, kann ich mir immer vorstellen, dass es ein paar perfekte Schuhe dazu gibt, die ich nur lang genug suchen müsste, um das Leben oder das Outfit vollkommen zu machen. Dass ich weniger Schuhe habe als Imelda Marcos, hat nur einen Grund: In meinem Alter und mit meinem Hallux valgus kann ich mir nicht mehr jeden Schuh und schon längst keinen billigen mehr anziehen. Und also nicht so viele leisten, wie ich möchte. Trotzdem: Manchmal muss es einfach sein - ein neues Paar Schuhe. Weil Frühling ist. Weil bei Jekyll und Kleid noch in der düster-depressiven Langzeitwinterphase ein entzückendes gelbes Kleid bestellt wurde, zu dem zwar auch ein paar schwarzer Pumps passen könnten, durch die jedoch die herbeigesehnte Wirkungsästhetik des Kleides, die symbolische Ordnung der Sonnenkraft, gröblich verfehlt werden würde. Also brach ich am Samstagmorgen auf, um jenen Laden zu besuchen, dessen Eingangstür hier im Blog schon einmal abgebildet wurde und in dem, wenn das Glück mir hold ist, sich immer jenes eine Paar finden lässt, das ich begehre, ohne beim Betreten des Ladens schon zu wissen, auf was sich konkret mein Begehren richten wird. So war es auch diesmal. Liebe auf den ersten Blick. Gibt es. Ich machte Beute (Vgl. auch hier:) bei "Auftritt".
Meinen neuen Besitz in einer weißen Papiertüte fröhlich schwenkend überquerte ich den Main, um den BenHuRum (aka Thomas Hartmann) zu treffen, der mich in die Berger Straße bestellt hatte, um den Aufbau seiner Pappinstallation zu begutachten und ihm bei der Be- und Ausleuchtung des Durchgangs zu helfen, den er mit Busenwundern und Zwergen, BHs und Sonnenbrillen, Storage Ware und Dinosauriern bestückt hatte. Ich staunte und leuchtete. Das müssen Sie auch sehen! Am Donnerstag um 19.00 Uhr wird die Schau eröffnet: hier. Anschließend tranken wir im Café Maingold, nawas wohl?, einen Kaffee (das ist gelogen, der BenHuRum schlürfte Äppler) und schimpften, lachten, lobten und stritten über Ausstellungsmacher, Adorno, Frau Dr. Imgrunde, White Cubes, Künstlerleut´ und Rembrandt (so weit ich mich noch erinnern kann).
"Wie du strahlst!", sagte die Kollegin, der ich am Freitagvormittag zufällig dreimal im Treppenhaus begegnete. Dafür, für mein Strahlen, gibt es, falls es stimmt, dass ich strahle, keinen bestimmten Grund. Außer dem einen, der alles entscheidet: Es ist endlich Frühling. Die Sonne bricht durch die Wolken. Der Himmel wird manchmal tatsächlich blau. Die Winterjacken und Stiefel können endlich in die hintersten Ecken des Schranks verbannt werden. Es ist trivial, meinetwegen, aber wahr: Eine geringfügige Temperaturerhöhung, ein wenig Sonne und ein paar Blüten schaffen es, meine Gemütsverfassung vollständig zu verwandeln. Was mich geärgert oder traurig gemacht hat, scheint mir plötzlich so belanglos und fern. Ein Winter, der sich auszudehnen schien in die Unendlichkeit (auf die ich eh keinen Wert lege, wo mich doch schon das endliche Leben genügend herausfordert) und der eine Dauererkältung mit sich brachte, die mich körperlich schlapp und geistig müde machte, hat doch schließlich weichen müssen. Missverständnisse und überstürzte Reaktion werden zweifellos fortgesetzt werden, auch im Sommer, aber alberne Auseinandersetzung mit Leuten, die halt Leute sind, glücklich vergessen.
Eine alte Reihe setze ich heute fort, die ganz zu Anfang dies Blog prägte: "Wege durch meine Stadt". Zugleich mit dem Start von "Gleisbauarbeiten", dem Zweitblog ("Melusine featuring Armgard" war zuerst und bleibt es auch), begann ich ausgedehnte Spaziergänge durch die Stadt/die Städte, in denen ich arbeite und lebe, zu unternehmen und mit meiner Kamera gelegentlich zu fotografieren (ganz ohne "künstlerischen Anspruch" allerdings), was mir auffiel. So entstand diese Reihe, in der ich die Fotos mit Texten, eigenen und fremden, kombinierte. Lange ist kein neuer Beitrag zu "Wege durch meine Stadt" erschienen. Aber heute. Wegen gestern, nämlich:
![]() |
| Beute: Fly Spring |
![]() |
| Gegenwart. Kunst. Berger Str. 6 |
Dann musste ich aufbrechen, denn um 15.30 begann pünktlich das Spiel der Eintracht gegen Schalke, zu dessen Beginn ich es mir, wie immer, nicht nehmen lassen wollte, die Hymne des Polizeichors Frankfurt mit anzustimmen ("Im Herzen von Europa"), unsere Mannschaftsaufstellung mitzubrüllen und "Mit dem Jürgen" zu kreischen. Meine holden Neffen wie auch mein Bruder blieben an diesem Nachmittag aus mir unbekannten Gründen dem Spiel fern. Nach einer missratenen Rückrunde, deren Höhepunkt im üblen Spiel gegen Augsburg letzten Samstag erreicht war, bot die Eintracht gestern ein packendes Spiel. Wie gewöhnlich war der Schiedsrichter gegen uns (der Heribert, der anständige Kerl, hat halt wahrscheinlich kein Konto in der Schweiz, um von da aus unauffällig die Gelder an die Herren in Schwarz zu überweisen) und gab einen total unberechtigten Elfmeter. "Unfassbar! Unfassbar! Schuss gegen die Mauer. Das nennt der Handspiel! Unfassbar! Hat man so was schon erlebt." Man konnte sich kaum beruhigen um uns rum, auch 15 Minuten später noch nicht, als unser Liebling Oka Nikolov den längst gehalten hatten, den unberechtigten Elfer. "OKA NIKOLOV" taten die Fans ihre Verehrung kund, "OKA NIKOLOV" hallte es durch das Stadionrund.
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| Oka, Adler und die anderen 1:0 gegen Schalke |
Klingt wie eine Zeile aus "Lurchi", dieser abschließende Reim, womit ich die Kurve gekriegt und abschließend wieder bei den Schuhen gelandet bin, mit denen diese Beitrag zum guten Leben im wechselhaften April mit Recht und ganz richtig begann.
Schönen Sonntag, allerseits!
Donnerstag, 2. Februar 2012
WAHN UND MARTER (When a man loves a woman)
Samstag, 10. Dezember 2011
Aus dem Zentrum der Krise: HORIZONTE
| Frankfurt/Main. 6. Dezember 2011 |
Seit neuestem in einer ungewöhnlichen Werkgemeinschaft mit dem Kulturteil der Zeitung für Deutschland (Herr Schirrmacher ist vom Glauben abgefallen):
Labels:
Wege durch meine Stadt
Samstag, 30. Juli 2011
MEIN PLATZ
Das ganze Doppelleben passt auf 11qm. Natürlich nicht! Es darf gar kein Lebewesen an diesem Ort untergebracht werden. Gleichfalls verboten: unrechtmäßig erworbene Gegenstände, illegale Substanzen, Schuß- und Stichwaffen, biochemische und radioaktive Stoffe, alles was Geruch oder Rauch absondert sowie der Aufenthalt nach 22.00 Uhr, der einen Alarm auslöst, für dessen nicht unerhebliche Kosten der Verursacher aufkommen muss.
„Der Code - wie war noch mal der Code?“ Ohne Zahlenkombination geht die Schranke nicht hoch. „Mach bloß keinen Scheiß jetzt.“ „Der Display ist defekt“, steht da handschriftlich, „aber der Code funktioniert.“ „Oh Mann, das weckt Vertrauen.“ „Wenn wir reinkommen, aber nicht wieder raus....“ „Mach´ dich mal locker.“ Leicht gesagt. Früher war das mal eine Polizeiwache hier. Überall Kameraaugen. Geschlossene blaulackierte Türen (ausgerechnet blau) den ganzen Flur lang. An jeder ein Vorhängeschloss. „Möchte wissen, was hinter diesen Türen ist...“ Leise säuselt Musik aus den unsichtbaren Lautsprechern. Wer hierher kommt, muss besänftigt werden. „Mach hinne.“ Alles unter Verschluss. Sicher ist sicher. "Für einen Euro pro Tag bekommst du nur ein Loch." Die 11qm kosten 240 €. "Im Monat?" "Na dann, nicht. Ich dachte schon, ich ziehe ein." "Keine Lebewesen! Schon vergessen?" Er zieht einen Flunsch. „Deine Store-Story ist 100 € wert.“ „Aber nur, wenn du auch die Fernsehrechte verkaufst.“
Ich schenke Ihnen stattdessen ein Buch, wenn Sie mir eine Geschichte erzählen, die an diesem Ort spielt.
Mittwoch, 22. Dezember 2010
WINTERSPAZIERGANG (2): EMPFINDSAMKEIT UND VERSCHWÖRUNG
ÜBER STRIKTE OBSERVANZ, SCHMUCK-EREMITEN, GINGKO, GOETHE ET. AL.
| Der Garten der Empfindsamkeit |
Alfred Harth, 19.12., 4:39
Wow, so schöne Fotos vom legendären Wilhelmsbad! Und sogar die Freimaurerpyramide - eingeschneit. (S'ist wohl keine eingeschneite Kirchturmspitze ;-)). Wenn das so weitergeht, kommen die G-Samen erst im nächsten Jahr an...
(Aus dem fernen Osten sind Gingko-Samen unterwegs an mich, für die A23H mir auch eine Zubereitungsweise als Snack vorgeschlagen hat. Von denen aber zu befürchten ist, dass sie Kreise am Frankfurter Himmel drehen, statt sanft am Main zu landen.)
Melusine Barby, 19.12., 7:17
Das wär´ schade. Zu Silvester, dachte ich, käme der Snack gut an. Habe gegoogelt und war sehr enttäuscht, dass entgegen der Legende k e i n Prinzenherz sich in der Urne befindet, die inmitten der Pyramide steht.
Alfred Harth, 19. 12., 13:31
Doch, zu Sylvester kommt der Snack bestimmt gut an, ja!
Hatten Sie denn in die Urne reingeschaut?
Alfred Harth, 19.12, 14:10
Übrigens,die Legende, dass das Herz Prinz Friedrichs in der Urne in der Pyramide bestattet sei, ist ein geheimer Freimaurercode. Wilhelmsbad war im Sommer 1782 Schauplatz des Freimaurerkonvents der Strikten Observanz, eines Verbandes der Freimaurerlogen in der Folgschaft der Templer.Die Lehre der Strikten Observanz enthielt ein streng gehütetes Geheimnis, "le mot oublie" (sorry,mein koreanisches Keyboard…).In Ritualen wurde stets auf Unbekannte Obere Bezug genommen, ohne darüber aufzuklären.Hierbei spielte der Reichsfreiherr Karl Gotthelf von Hund und Altengrotkau eine entscheidende Rolle, indem er als Marionette Adam Weishaupts vorgeführt wurde.Hierbei spielte wiederum Goethe (unter dem Ordensnamen "Abaris"), der am 10. Dezember 1782 in den "Inneren Orden" der Strikten Observanz aufgenommen worden & bereits beim Sommerkonvent anwesend war,eine nicht unwesentliche Rolle im Ausschmücken & Fingieren von Wirclichkeiten.
Melusine Barby, 19.12., 14:34
Das ist spannend. Wo kann ich das weiter nachlesen?
Alfred Harth, 19.12., 15:52
Sie hatten also nicht in die Urne geschaut!
Nun,heute am Tag der Vollmondeklipse werde ich Ihnen ein paar weitere delikate Details aus dem Land der Morgenstille anvertrauen (denn es gibt noch weitere Gruende fuer Goethes Ginkgo-Vorliebe als allgemein angenommen. Allein das Symbol zweier Ginkgoblaetter ist nur eine Oberfläche eines "common sense", woraus jede gute Logenarbeit besteht, diesen zu pflegen & das darunter immer weiter (in Schichten, levels) verborgene Wissen weiterzureichen.). Die Pyramide ist ein altes Freimaurersymbol, vielleicht DAS Schluesselsymbol schlechthin.Eckstein, Baumeister, Maurer: Mitte ( Mot "oublie" ). Ein moderner Ableger des Ordo Templi Orients (OTO) betreibt in Korea (und teilweise auch Japan) eine Kaufhauskette mit Namen "Lotte" (nach einer Praktikantenzeit in Wetzlar (1772), wo er von der Liebe zu Charlotte Buff ("Lotte") erfasst wurde, entstand Goethes Briefroman "Die Leiden des jungen Werthers".) Dieser Department Storename ist direkt von Goethe abgeleitet und es ist kein Zufall, dass fast jeder Koreaner "Die Leiden des jungen Werthers" gelesen hat (noch heute unvorstellbar, dass in der Nation der Dichter & Denker nur ein kleinerer Bruchteil der Bevölkerung zB Werke des koreanischen Schriftstellers Ko Un gelesen habe). Zunächst aber zurueck zur Freimaurersymbolik: als Icon gelten Zirkel &; Winkel und zwar derart ineinandergestellt, dass sie ein aufrechtes Dreieck, sowie ein Dreieck mit nach unten weisender Spitze bilden, ähnlich dem Davidstern, allerdings ausgeprägter auf den Buchstaben W verweisend. Hier setzt wiederum die visuelle Ikonographie eines Ginkgoblatts (verweisend auf die bewusstseinserweiternde Wirkung des Ginkgosamens) ein &; analog dazu, die Schichtenbildung (diesmal historisch: Die Vollversammlungen Adam Weishaupts Illuminaten fanden in der Theresienstr.23 in Ingolstadt statt. W ist nicht nur Weishaupts Initial,sondern auch der 23. Buchstabe des Alphabets.) Aus der Luftperspektive gesehen, bildet der Han Fluss, der durch Seoul fliesst, die Figuration eines W, was antipodisch gesehen in Frankfurt ein M (vom Main Fluss) bildet. Die Umkehr (Teschuwah), ist in kabbalistischem Gebrauch von grosser Bedeutung & Bestandteil der Riten des OTO, was wiederum Goethe als Teil der Geheimlehre der Unbekannten Oberen vertraut gewesen war. In Wilhelmsbad wurden 1777 auf Geheiß des residierenden Erbprinzen und regierenden Grafen von Hanau, Wilhelm IX./I. von Hessen-Kassel auch (männliche) Ginkgobaeume gepflanzt.
Melusine Barby, 20.12., 18:22
Das passt ja alles zusammen! ...conspiracy as governance...(Vgl.: "Wir Verschwörer" hier: und hier:)
Alfred Harth, 21.12., 00:17
Es passt nicht nur zusammen, es ist perfekt.
Der Ordo Templi Orientis des 1923 verstorbenen Peregrinus war ein abgewandeltes Wiederauftauchen angeblich zerfallener Orden.Bekannt ist wohl Rudolf Steiner ( Goetheanum etc. Sehr interessant, die "Wandlung" Steiners! ), der als Summus Rex die deutsche Sektion des O.T.O leitete.Solche Orden tauchen bewusst ab,manchmal ueber Jahrhunderte, um dann zu gegebener Zeit & in neuem Gewande sich wieder "einzuschalten".Bereits 1921 entstand der Haitianische Ordo Templi Orientis Antiqua (OTOA), bevor die Einwirkungen Aleister Crowleys (England) nach Fernost (spaeter auch unter Frater Hymenäus Beta) führten (nicht unähnlich dem Typhonian OTO (TOTO) des Engländers Kenneth Grant).
Wilhelmsbad liegt im Osten Frankfurts und weist (von dort aus, Goethes Geburtsstadt) eindeutig in Richtung aufgehender Sonne, Orient, Land of "M"orningcalm. Sorry, meine abrupte Schreibweise. Es geht mir ja nicht um ein literarisches Stückchen hierbei, sondern darum, Ihnen zu vermitteln, in welch weitreichend spannendem Background Sie die zwei in Ihren Blog gestellten, geheimnisvoll anmutenden Fotos schneebedeckter Symbolorte Wilhelmbads (Brücke & Pyramide) auch sehen mögen.Die Wilhelmsbader Ruine ist ebenfalls von Bedeutung in diesen Zusammenhaengen & J B. Mir faellt hierzu als neuzeitliches Pendant das Fostergebaeude der Commerzbank in F ein, das grundrissartig auf den drei (unterschiedlich hohen, also "ruinösen", weil bewusst nicht fertigen) Säulen freimaurerischer Symbolik erbaut worden ist.Europa ist mit seinen unendlich vielen exzentrischen Plätzen,Bau- und Kunstwerken ein einziges Traum- und Maerchenreich - besonders von Asien aus betrachtet.Im allgemeinen schlafen die Menschen.Bei Spaziergängen durch diese geschichtstraechtigen wie mirakulösen Anlagen ist es von erhellender Kraft, tiefere Zusammenhänge zu contempliren sie in weitere Verbindungen zu knüpfen.Dies ist auch - mit Einschraenkungen - bei Dan Browns Werken der Fall.Sie regen an, an die kulturelle Trance.Wenn auch im rhizomatischen Folgebereich wiederum die Droge "Realität" dropsweise permanent verabreicht wird, um das Wissen im grossen Grab des Schlafes zu verschliessen.Warum das Herz des zwoelfjaehrigen Prinzen, seinem Leib entnommen, in einer herzförmigen Blechdose seinem Grab beigelegt worden war, steht auf einem anderen Blatt, vielleicht forensisch.Gruss an Moirel & Ghiberti!
Melusine Barby, 20.12., 7:21
Danke für das! Gestern hätte ich das gern schon gewusst, als ich am Commerzbank-Gebäude vorbei schlitterte. Kennen Sie auch den Innenhof in der Kaiserstraße, von dem es hinaufgeht zu den Freimaurern (ich weiß wenig darüber, aber seit über einem Jahr versuche ich mit meiner Kamera unentdeckt hineinzuschlüpfen, um ein paar Aufnahmen zu machen)? (Ich arbeite dort in der Nähe 2x in der Woche). Ich gebe zu: Dan Brown habe ich verschlungen, zumindest den ersten Band. Als Literatur ist es Sch... Aber ohne Zweifel geschickt gemacht. Jedoch wie Sie sagen: immer wieder ins Harmlose gewendet. Gerade habe ich es sehr mit den "Verschwörungen" (in vielerlei Hinsicht). Noch einiges kann ich beitragen zu dem Puzzle: der tote Körper der Pani Tau, des Puppenwesens, fand sich exakt da, wo der Eremit in Wilhelmsbad haust. Um der Verfremdung willen schrieb ich: Eremitenhügel, in Wahrheit war´s die Höhle. Doch der Eremit war nicht der Mörder. Ein stummer Zeuge hinter seiner Plastikwand. (Er fürchtet seine Abbildung aus gutem Grund als Tod, wie alle naturnahen Völker auch.) Auf dem Schneckenberg stand ich und sah zum verkleideten Karussell hinüber. In der Ruine lebte ein Maler und ruinierte sie fast. Jetzt steigt man durch eine Tapetentür in ein Kabuff wie einst die Mätresse des Fürsten, wenn von Phillipsruh herauf sich die Karosse der Fürstin über die Kastanienallee näherte. Mein Schlitten gleitet gut. Morel ist ein Mad Men. Und Ghiberti weilt für immer in der Unterwelt Roms. (Wo ich noch niemals war.) Herzlichen Gruß M.B.
(Von allen empfindsamen Artefakten im Garten der Gefühle hat mich stets der Eremit am meisten beschäftigt. Er sitzt da so lächerlich hölzern in seiner Höhle und nur wenn alles verschneit ist, mag man sich vorstellen, dass er zum Leben erwacht. Der Hanauer Wilhelm eben war zu geizig oder zu arm, um sich einen echten Schmuck-Eremiten zu leisten. Vgl. hierzu Edith Sitwell: Englische Exzentriker)
| Die Höhle des Eremiten |
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Wege durch meine Stadt
Donnerstag, 28. Oktober 2010
KRYTPO-VOYEURE
| Foto von BenHuRum |
(Wie=erfreulich !---:? (Schritte ?) -/1 Langer Mann, - (Braunehose=Grünejakke ?) -, schlenderte vorbei:.,..,..,..,- (irgendwie ´lustlos´? der Rükkn ?):..,..,..,-/ (Mary knurrkte arschwöhnisch):"-: der geht abba ooch paus=sän=los hier um !..."; (-:?-)/(:daß ´A ´ von der CuntRolle´ iss ? -): "Glaub Ich nich."))
Arno Schmidt: Zettels Traum (-zettel 1110-)
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Wege durch meine Stadt
Mittwoch, 29. September 2010
DER TEUFEL STECKT IM DETAIL
"Der Teufel ist ein Logiker. Er ist nicht bloß der Repräsentant der weltlichen Herrlichkeit, der Sinnenfreude, des Fleisches, er ist auch der Repräsentant der menschlichen Vernunft, eben weil diese alle Recht der Materie vindiziert; und er bildet somit den Gegensatz zu Christus, der nicht bloß den Geist, die asketische Entsinnlichung, das himmlische Heil, sondern auch den Glauben repräsentiert. Der Teufel glaubt nicht, er stützt sich nicht blindlings auf fremde Autoritäten, er will vielmehr dem eigenen Denken vertrauen, er macht Gebrauch von der Vernunft."
(Heinrich Heine)
Verwandte Beiträge:
Montag, 20. September 2010
TO ME YOU ARE A WORK OF ART
| Wege durch meine Stadt |
„Können wir nicht versuchen Freunde zu werden?“
„Nein.“
„Warum nicht?“
„Weil ich dich will.“
„Du hast dich nie für mich interessiert.“
„Ich habe mich nur für dich interessiert.“
„Ach ja.“
„Ja. Und immer noch. Wieder. Was weiß ich.“
„Lass uns miteinander reden.“
„Wir reden immerzu.“
„Es gibt solche Freundschaften.“
„Ich will nicht über dich wegkommen.“
„Sondern?“
„Ich liege wach und denke nach, wie ich dir weh tun kann.“
„Warum nur?“
„Solange ich es kann.“
"And I would give you my heart
that´s if I had one..."
"And I would give you my heart
that´s if I had one..."
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Wege durch meine Stadt
Samstag, 21. August 2010
West-östlich ohne Divan (4): Nachsicht für den Herrn
Darauf ließ Gott Adam in einen tiefen Schlaf fallen, entnahm ihm eine Rippe und schuf aus dieser sein Gegenüber: Eva.
Nachsicht für den Herrn: Gerippt
Behandelt die Herren mit Nachsicht!
Fälschlich zum Bilde ward er geschaffen;
Dem Herrn schien er nicht recht gelungen.
Willst du ihn formen, er sticht;
Lässt du ihn gehen, er hält dich fester:
Du liebe Eva, wie wäre er besser?
Behandle die Herren mit Nachsicht:
Es ist nicht gut, dass euch ein Spiegel bricht.
Setzung
| Frau Rauscher als Buddha* |
* Sie ist ein wenig verzerrt, wie im Grunde jedes Bild. Mann macht was vor. Und Frau gibt was aus. So kommt es zum Rausch. Und der Verzerrung. Verzeihung: Verzehrung.
Man kann das auch anders herum drehen (wie gesagt: alles ist "verdreht"), nämlich so: "Männer lieben Frauen (objekthaft) und Frauen sich selbst (narzisstisch) heißt letztlich aber: beide Geschlechter lieben Frauen, wenn auch nicht auf gleiche Weise - und deshalb klappt es nicht so gut zwischen Frauen und Männern." (Klaus Theweleit).
Außer im Rausch.
Wenn man sich oft und schnell genug dreht, werden es Pirouetten. Am Anfang steht: He ist my lord (Kiss me like you mean it, The Magnetic Fields) und dann passieren so Sachen: Things (Nancy Sinatra und Dean Martin). Aber letztlich ist doch klar: The bible didn´t mention us, not even once... (Samson, Regina Spector).
Wenn man sich oft und schnell genug dreht, werden es Pirouetten. Am Anfang steht: He ist my lord (Kiss me like you mean it, The Magnetic Fields) und dann passieren so Sachen: Things (Nancy Sinatra und Dean Martin). Aber letztlich ist doch klar: The bible didn´t mention us, not even once... (Samson, Regina Spector).
Mittwoch, 4. August 2010
ZURÜCK IN DEN ARBEITSALLTAG: PENDELN
Der Begriff Pendeln kann folgende Bedeutungen haben:
1. regelmäßige Hin- und Rückfahrt zu einem Ort
2. das Schwingen eines Körpers um seine Gleichgewichtslage
3. ein Trick auf dem Einrad, bei dem der Fahrer das Rad unter sich vor-
und zurückbewegend stehen bleibt
4. unerwünschte gekoppelte Schwingung um Gier-, Roll- und Nickachse bei Motorrädern
5. der Gebrauch eines Pendels in der Esoterik
6. Sonderform eines Instinktverhaltens, bei dem zwei verschiedene Verhaltensweisen
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Wege durch meine Stadt
Donnerstag, 15. Juli 2010
Wege durch meine Stadt: Verschwendung
Sich verausgaben
Denkmal für Dr. Bockenheimer
„Das menschliche Leben kann in keinem Fall auf die geschlossenen Systeme reduziert werden, auf die es nach rationalen Auffassungen gebracht wird. Die ungeheuren Anstrengungen der Selbstaufgabe, des Sichverströmens und Rasens, die es ausmachen, legen vielmehr nahe, dass es erst mit dem Bankrott dieser Systeme beginnt.“
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Wege durch meine Stadt
Freitag, 9. Juli 2010
WEGE DURCH MEINE STADT (7): Idylle totalitär
"Was ich aber lang schon sagen wollte: Das einzige, was mich an dieser Schöpfung wirklich stört, was ich ihr vorwerfe, was mich ängstigt, das ist ihre zugleich unfaire und unappetitliche Größe und Erhabenheit - ansonsten wäre ich´s zufrieden. Ihr Zug ins Große und Monomanische - er ekelt mich, er peinigt mich, er macht mich einfach unwohl."
(Eckhard Henscheid: Die Mätresse des Bischofs)
GEGENENTWURF
(aus der Serie: Idylle totalitär)
Zum vielfach bedauerten Abschied von Günther Netzer aus der ARD-Vor- und Nachberichterstattung zu Spielen der Nationalmannschaft verweise ich auf Fuchs/Biermann: Der Ball ist rund, damit das Spiel die Richtung ändern kann:
"Eine fast schon groteske Pointe fand dieser Blick vom Feldherrnhügel in der späteren, feuilletonistischen Vereinnahmung Netzers als Versprechen auf einen besseren Fußball und damit eine bessere, freiere Gesellschaft. Während Netzers Pässe etwa für den Feuilletonisten Helmut Böttiger ´den Geist der Utopie´ atmeten, konnte der Betrachter unschwer erkennen, dass sie ihre Basis in einem ausgeprägten Ich-da-oben-ihr-da-unten-Denken hatten. In einer strikten Trennung von Arbeit und Genie, von Knochenjobs und kreativen Tätigkeitsfeldern, von Untergebenen und Chefs, die sich konsequent auch in einem unterschiedlichen sozialen Renomee und in der Bezahlung ausdrückte."
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Idylle totalitär,
Wege durch meine Stadt
Mittwoch, 7. Juli 2010
Donnerstag, 1. Juli 2010
Wege durch meine Stadt (5)
Herkunft
aus dem born her kam die
wie der
wenn im bade sie saß
und des
schwertes kling´ führte
so dem
das haupt schwer zu segnen
als den
kindesnamen vergaben
immer die da
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Wege durch meine Stadt
Mittwoch, 16. Juni 2010
Wege durch meine Stadt (4)
DER HAS´ DREHT UNS DIE NAS´
(Kapitalismuskritik intern)
Das Häschen sitzt im Blätterhaus
Und lacht den wilden Jäger aus.
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Wege durch meine Stadt
Samstag, 12. Juni 2010
Wege durch meine Stadt (3)
GEMÜTLICH BIN ICH SELBST
Ich verlange von einer Stadt, in der ich leben soll: Asphalt, Straßenspülung, Haustorschlüssel, Luftheizung, Warmwasserleitung. Gemütlich bin ich selbst.
(Karl Kraus)
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Wege durch meine Stadt
Freitag, 11. Juni 2010
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