Donnerstag, 12. April 2012

Kunst gucken: HERTIE-GARTENHALLEN, NORDISCHE TRÄNEN, AUGÄPFELMASSAGE


Ich war Kunst gucken in den vergangenen Tagen. Während ich kannibalisch lese, werde ich gegenüber der bildenden Kunst mal zum Eindringling, mal zur (Auf-) Saugenden. Ein friedlich kontemplatives Verhältnis zu Literatur und Kunst hat sich nie eingestellt. Mir fehlt dazu Ehrfurcht und Selbstbewusstsein. Literatur und Kunst waren, als ich begann mich für sie zu interessieren, soziales Kapital einer anderen Schicht (die Klasse zu nennen mir weder eingefallen, noch historisch korrekt gewesen wäre). Jede Haltung diesen Erzeugnissen gegenüber, die hochachtungsvoll vor ihnen stehen bliebe, wäre mir als Unterwerfung jenen gegenüber erschienen, denen ich nichts schulde. Es hat mich an Kunst nie etwas anderes interessiert, als das, was unpassend und unangebracht ist, was nicht schmückt und sich nicht distanziert genießen lässt. Was ich lese und anschaue, will ich nicht erklärt, eingeordnet und ausgestrichen haben. Dem Kunstwerk räume ich weiterhin, mag es gut oder schlecht sein, keinerlei Anspruch auf meine Gedanken, meine Träume, meine Gefühle und nicht einmal auf meine Aufmerksamkeit ein. Ich anerkenne es nicht als Subjekt, das irgendein Recht gegen mich oder sonst wen geltend machen könnte. Die Kunst als Ersatzreligion eines agnostisch gewordenen Bürgertums hat mich immer schon angekotzt. Ich will, dass die Kunst sich hergibt und verschwendet, dass sie eine ist, die sich jeder und jedem vor die Füße schmeißt, indem sie die verdammte Kultur des Mangels und der Sparsamkeit, die Kultur der Käuflichkeit und Preiswürdigkeit, die Kultur der verständnislosen repressiven Toleranz aushebelt, ausmerzt, zukleistert, vollstopft. Ich will Völlerei, Grausamkeit, Wut, Angst, Hass und bedingungslose Liebe, Öffnung, Risiko, Schmutz, Traurigkeit, Mut, Lust und Lachen. Was mich ruhig und unverändert zurücklässt, kann mir gestohlen bleiben. Ich will, dass die Kunst mich mitnimmt und ausspuckt und auf jeden Fall will ich nicht „erhoben“ werden, eingelullt und weichgespült.

KUNST FÜR GROSSBÜRGER: „Der spießige Kleinbürgergeschmack wird zur Zielscheibe“

Hertie-Gartenhallen, Städel Frankfurt
---Wie nämlich in den HERTIE-GARTENHALLEN, dem allseits in den Feuilletons begeistert besprochenen Anbau des neuen Städels.  Was man sich da geleistet hat, war teuer und architektonisch gekonnt, eine Leistung der PR-Maschinerie und des Fundraisings. Aus historischer Perspektive wird man vielleicht einmal, wenn man das „alte“ – auch renoviert und neu gehängte – Städel mit dem „neuen Städel“-Anbau vergleicht, den Unterschied zwischen Sponsoring und Mäzenatentum erkennen und darstellen können. Jetzt sage ich, ohne diesen Abstand: Was sich der Kurator im neuen Städel-Anbau geleistet hat, ist Müll. Und wie schon Groucho Marx feststellte: „Der Müllmann ist da. Sag ihm wir brauchen nichts.“ Das ist eine Ausstellung, die  vorzeigt, was man so hat, - wie der Neureiche seine goldene Eier-Sammlung. Da es aber für Gegenwartskunst keine Zertifikate, kein Maß nach Unze oder Karat gibt, hat der Ausstellungsmacher keine Wahl und keine getroffen, da hängt Dummes, Langweiliges, Nettes neben starken, heftigen, konzentrierten Arbeiten. Wo die Beliebigkeit herrscht, wird alles gleich-gültig. Es gibt jedoch und jedenfalls "Synergie-Effekte" und sich ergänzende "Module"; eine Gestaltungsstruktur, die an die Denk- und Wahrnehmungskonditionierung der zahlungskräftigen Bildungsbeflissenen anschließt. Die „Hallen“ sind kleinteilig in Kojen gesplittet, damit man genug herhängen kann, um dem Publikum was zu bieten und die Geldhäuser, die ihre Sammlungen hergereicht haben, ihren Kunden was präsentieren können. Weil aber dazwischen doch auch Kunst hängt, muss alles gut erklärt werden, damit sich keiner dran stört. Jede „Abteilung“ wird durch eine Überschrift gelabelt und einen Einleitungstext einsortiert. Viele Einzelkunstwerk sind mit einem Schildchen versehen, auf dem eine schlüssige und abschließende Interpretation angeboten wird. Alles klar? Na klar. Es werden den Besuchern sogar Fragen beantwortet, die sie niemals gestellt hätten: „In den 80er Jahren wird der MTV Musikkanal gegründet und die Immunkrankheit Aids tritt auf.“ 
Da wir (pluralis majestatis) beabsichtigen die Textbaustein-Fundstücke, die wir von dort mitnahmen, dem literarischen Verwertungszusammenhang zuzuführen, wollen wir an dieser Stelle unser Pulver nicht verschießen und nur einige Kostproben zum Besten geben: In den Hertie-Gartenhallen können Sie „Malerei und Politik als Symptom“ erleben, das „Material atmet Geschichte“ sowie „Punk-Geist und schwule Subkultur“ sind an ausgewählten Exponaten zu besichtigen. „Alles verweigert sich der Eindeutigkeit.“, aber das muss Sie nicht beunruhigen; das wird geklärt und erklärt. Ein bildungsbürgerliches Publikum schlurft informiert und erfreut durch die Gänge. Das wird ein Erfolg, das ist schon einer!

(Spaß beiseite: Tatsächlich halte ich eine Ausstellung wie jene in den HERTIE-Gartenhallen für ein ethisches Desaster. ---Genau, ich schwinge mal wieder die Moral-Keule, bäh! --- Wo  Kunst oder ihre Präsentation Fragen beantwortet, statt zu stellen, hat sie nach meiner Überzeugung gefehlt und ist verfehlt. BASTA!)


SCHAU: „Der Weib muss weinen“

Edvard Munch: Weinende Frau. 1907
Dass es auch anders geht, beweist zeitgleich die Edvard Munch-Ausstellung in der Schirn (die im Übrigen auch unter der Leitung des agilen Städel-Direktors Max Hollein steht, der für die Kunst nicht nur in Frankfurt viel getan hat). Die Ausstellung in der Schirn ermöglicht einen – mindestens mir – ganz neuen Blick auf das Werk des 1863 geborenen norwegischen Malers. Der Untertitel der Ausstellung „Der moderne Blick“ beschreibt, was hier sichtbar wird: In welchem Ausmaß sich Munch jeweils der Gegenwart des Sehens gestellt hat, auf der Höhe der zeitgenössischen fotografischen und filmischen Technik, der theatralischen Inszenierungen und in der Reflexion des eigenen, zeitweise eingeschränkten Sehvermögens. Im Mittelpunkt dieses Sehens steht der Mensch in seiner Ausgesetztheit, gespenstisch gesichtslos oft: Ein Mörder in einer Allee, gehetzt. Die Mörderin im konturlosen Zimmer, gestört. Der Kuss, viele Male, mundlos. Mann und Frau, getrennt stehend, blicklos. Eine Obsession über Jahrzehnte: die nackte Frau mit gesenktem Haupt in einem Hotelzimmer stehend. Sie weint. Weint sie? 1907 entstand in Warnemünde eine Fotografie Rosa Meissners, die diese Szene zeigt. Im Hintergrund ist auf der Fotographie die durchscheinende Gestalt einer anderen Frau zu sehen, Meissners Schwester. Auf den Gemälden ist diese Figur verschwunden. In manchen Versionen der „Weinenden Frau“ fehlt das Bett, mal ist die Tapete an der Wand ausgeführt, mal der Raum völlig unklar gelassen. Das Gesicht der Frau wird vom Haar verdeckt, einmal wird der ganze Kopf zum roten Fleck. Was sieht er? Eine Frau in Trauer. Eine schöne Frau, nackt. Den Hals gestreckt, die Arme hängend. Die Frau steht für sich. D e r Weib – ein männliches Weib in einem weiblichen Körper? Sie schaut nicht. Der schaut nicht auf (sie). Ein Moment der Einsamkeit. Des sich Vergessens. Der Vergessenheit. Weg getreten. Er sieht nicht richtig hin. Was ist da passiert? Weint sie? Warum weint sie? Das Zimmer verschwimmt ihm. Hat er ihr etwas angetan? Hat sie ihm etwas getan – oder eben nicht getan, verweigert? Hat er sie verstoßen? Es ist hier eine Verletzung geschehen. Man sieht sich nicht, auch wenn man hinschaut. Sie können sich nicht in die Augen schauen. Edvard Munch, lese ich, wollte eine Statue der weinenden Frau auf seinem Grab stehen haben. „Der Weib.“ Da wird nichts weg oder herbei erklärt. Man will immer wieder hinschauen – und weg.

So kann das auch sein. Kunst schauen. Ein verletztes Auge. Was sehe ich, wenn ich dich sehe? Sehe niemals dich. Nicht mich. Gespenstisch. Sind wir uns. Versuche. Der das hier gemalt hat, verweigert sich der Außenwelt, dem Anderen nicht. Stellt sich. Sieht, was nicht gesehen werden kann. Was siehst du? Sieh mich (nicht) an. Die Ausstellung endet mit einer Serie von Selbstbildnissen. Wie der Maler sich altern sieht. Zwischen Uhr und Bett.


AUGAPFELMASSAGE. Wir wollen „urbane Tiere“ sein.

Massachusetts Chandelier, 2010
Die verwundbaren Augen pflegen: Das ist möglich zur Zeit in Mannheim, wo in der Kunsthalle eine Retrospektive zum Werk Pipilotti Rists gezeigt wird. Fast jede kennt wohl die Video-Arbeit „EVER IS OVER ALL“ von 1997, in der eine grazile Schöne in Rüschenkleid und roten Schuhen mit einer Fackellilie Autoscheiben zertrümmert. Nichts schöner als das Lächeln, das die Schlägerin mit einer Polizistin in Springerstiefeln austauscht, die sie überholt. Auch „PICKELPORNO“ (1992), der als „feministischer Porno“ bezeichnet wurde (keine Ahnung, ob es so was gibt), ist eine der bekannten Arbeiten von Pipilotti Rist. Die Ausstellung in Mannheim zeigt die Vielfalt, aber auch die Konsequenz im Werk dieser Künstlerin. Es ist eine freudvolle Auseinandersetzung mit dem (eigenen) Körper, seiner Sinnlichkeit und Schönheit, der Gewalt des Organischen, die alle anorganische Gestaltung auf Dauer überwuchert, der Lust, sich einzulassen und sich zu verweigern, eine tänzerische Performance, die „Hilfe, Hilfe, Hilfe“ schreit und „Ja, Ja, Ja, Ja.“ In Mannheim werden die Räume spielerisch und abwechslungsreich genutzt, der Toilettenboden ebenso wie ein Loch im abgenutzten Fußbodenflor, Wände, Regale, Hallen. Die Betrachter werden auf eine Reise ins Innere der Darmflora mitgenommen, eingesaugt durchs verführerisch aufgerissene Maul der Künstlerin, das sich transformiert zum Anus, durch den sie wieder ausgeschieden werden. („MUTAFLOR“, 1996).   „BLUTRAUM“ (1993/1998) ist eine Hommage an die Menstruation. Es rinnt die Körper entlang das Blut, in dem sich suhlen kann, die mag (statt sich zu schämen). Besonders lange stand ich vor „I COULDN´T AGREE WITH YOU MORE“ (1999), in dem sich die Künstlerin mit einer Handkamera filmt, wie sie Straßenbahn fährt, durch einen Supermarkt geht oder in einer Wohnung umher streift. Diese Nahaufnahmen von ihrem unbewegten Gesicht mit den klaren, blauen Augen sind überlagert von Aufnahmen, die vier nackte Menschen (zwei Frauen, zwei Männer) zeigen, die sich durch einen Wald bewegen und von Autolichtern geblendet werden. Die Metapher „Großstadtdschungel“ wird anschaulich. „Urbane Tiere“: beängstigend und faszinierend zugleich, wild und anmaßend, vorsichtig und anmutig. Lange lag ich auch vor „LUNGENFLÜGEL“ (2009). Drei Wände des großen Raumes werden von Videoprojektionen bespielt. Auf den Boden hat Pippilotti Rist Kissen aus Kleidungsstücken gelegt, auf denen man es sich wie auf kopflosen ausgestopften Puppen bequem machen kann. So taucht man ein in Tulpenfelder und saftige Wiesen, auf denen rotgoldene Äpfel verrotten.

Es gibt noch viel mehr zu sehen und zu erleben und auszuhalten und zu inhallieren in Mannheim, jetzt(!), als ich hier beschreiben kann. Sehen Sie selbst!

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Für die Präsentation der Gegenwartskunst im Städel ist Dr. Martin Engler verantwortlich.

Die Ausstellung „Edvard Munch: Der moderne Blick“ in der Schirn kuratierten Angela Lampe und Clément Chéroux. (noch bis 28. Mai 2012)

Die Ausstellung „Pipilotti Rist: Augapfelmassage“ in der Kunsthalle Mannheim kuratierte Stephanie Rosenthal. (noch bis 24. Juni 2012)

Kommentare:

  1. klasse, wie enthusiastisch und unverholen... ;)
    deine vorstellungen von kunst kann ich teilen. ueber die genannte ausstellungspraxis koennte ich erst etwas sagen, wenn ich selber mal dort war. ansonsten kann ich nicht sagen, dass mich interpretationsangebote stoeren wuerden. es schafft kein schild und keine ueberschrift, dass ich nicht dennoch inmitten von unkraut geniessen koennte. wenn du die beschilderung und werkauswahl mit ausstellungen des pompidou oder der thate modern vergleichen wuerdest, was ist dort anders in deinen augen? zum anderen: ich mochte eigentlich die infos, die wahlweise als mehrsprachige, aus staendern herausnehmbare tafeln, mitgenommen werden konnten, um sie "gegenzulesen" (gegen meine interpretation), die in einigen benamten ausstellungsteilen des britischen museums in london zu finden waren. mein texttafelanspruch geht richtung info ueber hintergruende, fakten zum kuenstler und zum werk, und auf fragen, die das kunstwerk hinterlaesst, nicht auf vorgekauten brei.

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  2. Genau! Die Mitnahme-Teile finde ich ok. Die Schilder Mist. Das wirkt endgültig und abschließend: So ist das zu sehen. Die Texte sind auch inhaltlich und sprachlich so blöd, dass es schon wieder witzig ist. Konnte ich hier noch nicht zum Besten geben, weil ich das noch "verwerten" will. ;-).

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  3. ja, das waere mal interessant, so ein paar beispielbetextungen zu lesen. ;)
    das thema ausstellungsgestaltung beschaeftigt mich als staendiger ausstellungsgaenger und selbstaussteller immer wieder. praesentationen, die sich thematisch orientieren oder auf erkenntnisgewinn angelegt sind, nicht auf reine prestigesammlung oder nur auf demonstration von kunstgeschichtlichen ablaeufen, sind mir derzeit lieber. mitunter denke ich, muesste es immer mehrere durchstiegsebenen auf einmal geben koennen. ein werk kann in seiner umgebung gewinnen und zugleich verlieren. im kontrast zu gegensaetzlichen werken wird eins von beiden (oft das leisere) mitunter erschlagen, genauso wie in einer fuelle von ziemlich aehnlichen (und dann nicht mehr einzigartigen) werken. es ist ein sehr anspruchsvolles unterfangen, ausstellungen zu konzipieren. man kann nicht allen anspruechen gleichermassen genuegen. publikum, das nicht in der materie steht, braucht ev. ganz andere konzepte, als fachpublikum. mir gefallen derzeit thematische ausstellungen. ich kann mich allerdings nicht erinnern, schon viele davon gesehen zu haben, die sich genre- und kunstgattungsuebergreifenden themen gewidmet haetten, ausser in duesseldorf oder kassel.

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  4. Für mich bleibt - unabhängig von Fach- oder "Laien"-Publikum - der entscheidende Punkt: Animiert die Konzeption dazu Fragen zu stellen oder fertigt sie mit Antworten ab. Letzteres verurteile ich tatsächlich sogar "moralisch". Die beiden Ausstellungen zu Munch und Rist werfen viele Fragen auf, aber auch die thematische Ausstellung zum Thema "Winter", die wir in Wien gesehen hatten, war spannend. Die neue Hängung im Städel, die Fotografien mit klassischer moderner Malerei verknüpft, stellt Fragen, ist herausfordernd und wird kontrovers aufgenommen.Was in den Hertie Gartenhallen gemacht wird ist dagegen die Vermeidung von Fragen und Kontroversen durch Überfrachtung an Material, Information und Interpretation. Nichts wird vermisst und nichts verworfen. Sie ähnelt letztlich einer Verkaufsausstellung. Ähnlich schwach fand ich übrigens in Berlin die Blogbuster-Ausstellung zu Gerhard Richter, die auch zu viel anbot und zu einfach ordnete (schlicht chronologisch). Das suggerierte eine Entwicklung, die so linear sicher gar nicht verlaufen ist. Dagegen sahen wir vor einigen Jahren eine Ausstellung in Baden-Baden zum Werk Richters, die viel kleiner war, viel ausgewählter und auch anspruchsloser (keine umfassende Retrospektive), aber viel überzeugender und auch viel wirkungsvoller war.

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  5. das tangiert auch meine auffassung von kunst: wenn ein werk "nur" abbildet oder wenn es nur mit "gebrauchsanleitung" inform pseudointerpretation aus dem elfenbeinturm heraus verstanden oder genossen werden kann, ist es fuer mich keine kunst. ob es in den augen irgendeines anderen erst dann zum kunstwerk wird, wenn es seziert wurde, und dann vielleicht geliebt, ist mir egal. ich sehe es eh so, dass menschen einander (kommunikations-) angebote machen, in welcher form auch immer, und wenn sie jemanden finden, der drauf abfaehrt, bitteschoen. ich bin nicht der meinung, dass kuenstler oder ausstellungsmacher dienstleister fuer jedermann sein muessen. der spass hoert erst dann auf, wenn von unserem, also auch meinem, steuergeld herausgeschmissen wird, was deutlich in oben geschilderte richtung ginge... dem konsumenten kein eigenes urteil zubilligt, ihm freiraeume verwehrt, ihn unmuendig macht oder schlichtweg verarscht. ich stehe auch nicht dazu, dass allein schon die idee reicht, um etwas als kunst empfinden zu koennen.

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  6. Der Zusammenhang war mein Thema seit 1984 und blieb es - noch über Studium und Berufstätigkeit hinaus. In den Texten unter dem Label "Auto.Logik.Lüge.Libido" habe ich zweimal darüber geschrieben:

    Über den Holzweg (1984)
    Astrid.Lesen lernen (1982)

    In beiden Erzählungen spielt Peter Weiss´ "Ästhetik des Widerstands" eine Rolle: "Ich erinnerte mich, wie mich beim Lesen, beim Betrachten von Bildern zuweilen die Empfindung der Ausweglosigkeit überkam, das ganze Misstrauen gegen eine Welt, die Mühsal und Ekel durch Formen und Farben bezwang." Noch immer, immer wieder ganz wichtig für mich.

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  8. okey baby, du willst es vielleicht nicht ganz wissen wollen, aber hier ist punk.
    was ist punk ?
    etwas kleines, etwas, was mit heroin zu tun hat.
    oder harten tabletten.
    das ist punk.
    und nichts was mit verschämter sexualität zu tun hat es sei denn mit punk-treue.
    baby - zünd mir dein treue nverdikt an, du absolute liebe, du.
    es gibt nur dich unter punks.

    kunst : ist frei, irgendwie aber eben gar nicht.
    kunst ist abhängig z.b. vom notenpapier.
    das kann gar garstig nach mäusepisse riechen oder weniger "administrativ" nach rattenpisse.

    fussballverein.

    da laufen leute einem ball nach und japsen nach luft.
    sie haben nicht vor sich totzuschlagen.

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  9. Stimmt - "Du" (wer immer das sein mag) ist kein Punk! (mehr). Wer, wenn nicht si (also DIE), hätte was anderes behaupet? Und... außerdem sind wir sehr bieder! Weil wir Heroin Scheiße finden! Ganz genau. Auf Lu kommt´s der nicht an. Dösboddel.

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