Montag, 20. Juli 2020

Ein Strandleben ohne Strandkorb ist möglich, aber sinnlos. Zurück aus der Sommerfrische

Wieder zurück aus der Sommerfrische!



Nirgendwo könnte ich mich besser erholen als in "unserer" Gartenlaube in Kühlungsborn/Arendsee, bei den täglichen Spaziergängen am Strand und der Lektüre langer Texte im Strandkorb. Manchen ist es zu kalt an Nord- oder Ostsee. Gut, dass die nächstes Jahr hoffentlich wieder sonstwohin fahren/fliegen können, wo sie in der Sonne braten sollen. Ich dagegen liebe es, wenn die Temperaturen nicht über 25 Grad steigen, ein Bad im Meer keinem Badewannengefühl entspricht, sondern wirklich erfrischend ist und ringsum kein mediterraner Lärm tobt, sondern diese norddeutsche Unterkühltheit, für die Distanz kein neues Muss der Corona-Zeit ist, sondern selbstverständlich. Am Strand war es - anders als in der Presse behauptet - nicht überfüllt; Abstand wurde gewahrt; Müll ordentlich entsorgt und Familien wirkten nicht dysfunktional, sondern zugewandt und entspannt. Normies (vulgo: Spießer) on tour. Genau die Umgebung, in der ich mich wohl fühle, 

Aus dem heimatlichen Hessen-Land erreichten uns dagegen beunruhigende Nachrichten. Underperformer Beuth, hiesiger Innenminister, musste endlich eingestehen, was Insider längst wissen: Die hessische Polizei hat ein Rechtsextremismus-Problem. Eine gute Regierung, ein guter Innenminister hätte längst aufgeräumt, auch um diejenigen Polizistinnen und Polizisten zu schützen, die durch diese miesen und kriminellen "Kolleg_innen" gefährdet sind, nicht nur bezogen auf das Image. In einem Mafia-Milieu können anständige Menschen nämlich nicht anständig arbeiten. Stattdessen versuchte Beuth erneut, die Präsidentin des LKA, Sabine Thurau, zu mobben. Der Fisch stinkt vom Kopf her: Die hessische CDU und deren Ministerpräsident Bouffier geben sich - zusammen mit ihrem Koalitionspartner Bündnis90/Die Grünen - ein moderates Image. Gebrochen mit dem rechtsnationalen "Flügel" in den eigenen Reihen, vom ehemaligen Ministerpräsidenten Roland Koch ("Wo kann man gegen die Ausländer unterschreiben?"-Wahlkampf 1998/99) über Martin Hohmann (jetzt AfD) bis zum jetzigen MdB Hans-Jürgen Irmer, haben sie nie. Bouffier hat da immer mitgemischt. Seine CDU ist die CDU der Steuerfahnder-Affäre wie der Thurau-Affäre, der Vertuschung rund um den Verfassungsschutzmann Temme im Zuge der NSU-Ermittlungen etc.ppp. geblieben. Und die Bündnis-Grünen haben drüber weggesehen. Rechtsstaatlichkeit schien weniger wichtig als ein wenig Umweltschutz hier und da. (Dieses Tauschsystem befürworten ja nicht wenige: Für "die gute Sache" muss man über den Rechtsbruch manchesmal hinwegsehen, Ende Gelände, gelle? Nur das dem einen oder der anderen die Sache der hessischen Grünen halt noch längst nicht "gut genug" ist.)

Und auf dem Frankfurter Opernplatz haben zunächst "friedlich Feiernde" am letzten Wochenende überraschenderweise (Scherz beiseite!) trotz eifrig aufgestellter Mülltonnen und Pissoirs gründlich Randale gemacht und Polizistinnen und Polizisten unter Gejohle angegriffen. Letztlich interessiert´s mich in meiner privilegierten Position einen Scheißdreck, was für sozioökonomische Faktoren zu dieser Brutalisierung und Vandalisierung beitragen mögen. Ich erkenne messerscharf: Ein Ausgangsverbot für Jungmänner (17-25 Jahre) ohne weibliche Begleitung plus Alkoholkonsumverbot im öffentlichen Raum löste das Problem wahrscheinlich umgehend. Es ist eben wie vor den Discos - man kann noch so viel über die Einlasskontrollen meckern: Wenn zu viele unbegleitete junge Männer in Gruppen eingelassen werden, gibt's Stunk. Wie überall, wo zu viele unbegleitete junge Männer sich rumtreiben. Alle Frauen wissen das, aus Erfahrung. Jetzt müsste man nur noch Verordnungen daraus ableiten. (Na, das gäbe ein Geschrei!)

Mir geht's gold. Nicht noch, sondern echt. Letztes Jahr habe ich Walter Kempowski gelesen in der Sommerfrische, dieses Jahr Hilary Mantels letzten Band der Trilogie über Thomas Cromwell "The mirror and the light" und Kurzgeschichten von Maeve Brennan sowie eine Biographie über sie. Darüber schreibe ich vielleicht noch. 

Als "Mama" bin ich jetzt offiziell im Ruhestand (oder darf es mir mal kurz einbilden) und super stolz. Die Söhne haben ihre Ausbildungen abgeschlossen. In diesem Blog spielten sie lange als "Amazing" und "Mastermind" mit. Seit sie nicht mehr bei uns wohnen, habe ich sie seltener erwähnt. Sie sind jetzt 26 bzw. 24 Jahre alt. Als ich begann im Blog zu schreiben, waren sie 16 und 14. Der "Amazing" hat sein 2. Staatsexamen in Jura bestanden ("mit Prädikat" - der Zusatz muss sein, weil das in Jura sozusagen der Goldstandard ist). Zukünftig sorgt er dafür, dass alle brav Steuern zahlen. Der "Mastermind" ist jetzt Master of Science in Psychologie und tritt im Herbst eine Stelle an der Universität Wien an. 

Es bleibt spannend. 


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